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Bad Belzig Doppelpremiere: Hinter den Kulissen des Circus Bravo
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Doppelpremiere: Hinter den Kulissen des Circus Bravo
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16:00 07.04.2019
Lesly Köllner (zweite von rechts) hält die neuen Stars der Manege: Die Friesenhengste Vito und Apollo haben in Bad Belzig ihre Premiere. Quelle: Jan Russezki
Bad Belzig

 Durch die Seiten des rot-gelben Zeltes fallen Sonnenstrahlen auf die Harken der Männer in der Zirkusmanege. Noch poppt kein Korn in der Maschine, dafür kommt ein zwei Meter hohes, zotteliges Kamel in das Zelt gewankt, macht einen Knicks, lässt sich fallen und paniert erst die eine, dann die andere Seite im frisch verteilten Sägemehl.

„Wenn man hier reinkommt, überkommt einen ein bestimmtes Zirkus-Feeling“, sagt Lesly Köllner und atmet den Duft der Spähne tief ein. Später wird sie die Nummern des Circus Bravo in Bad Belzig moderieren – und damit gleich eine Doppelpremiere präsentieren.

Seit 13 Jahren schlägt das „fahrende Dorf“, wie Lesly Köllner es nennt, sein Zelt in jährlich 40 Städten auf. „Wir würden das Leben gegen kein anderes tauschen. Wir nehmen unser Zuhause ja immer mit“, sagt Köllner, die im Zirkus ihres Vaters aufgewachsen ist.

Ihr gefällt es, das ganze Jahr neue Städte kennenzulernen. Deswegen freut sie sich über die aktuelle Brandenburgtour, denn den Circus Bravo hat es dabei zum ersten mal nach Bad Belzig verschlagen.

Zirkus in Zeiten der sozialen Medien

„Die Therme hier soll sehr schön sein“, sagt Köllner. Aber sie freut sich auch über die Bad Belziger:

„Wir sind in die Schulen gegangen und haben uns vorgestellt. Wir haben Glück, weil ein Zirkus im letzten Jahr abgesagt hat, freuen sich die Leute auf uns“, erzählt sie. In Zeiten von sozialen Medien und Smartphones sei das Interesse an Live-Shows gesunken. Ob sich das Zirkusleben noch lohnt? „Uns geht es gut. Die Töpfe sind voll“, sagt sie. In letzter Zeit steige das Interesse nämlich wieder.

In Bad Belzig sind das sibirische Steppenkamel Kagu und das kleine Lama Silvia noch unbekannt. Der Circus Bravo ist aus dem Zirkus Atlantik ihres Vaters entstanden. Alle sechs Geschwister haben einen eigenen Zirkus gegründet.

Der Circus Bravo ist vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen bekannt. Doch in Bad Belzig wird eine auch für die anderen Bundesländer neue Attraktion vorgestellt.

Doppelpremiere

„Wir wollen dem Publikum immer was Neues bieten“, erklärt Köllner ihre neuste Nummer. Zwei schwarze Friesenhengste aus Holland sind seit bald zwei Jahren in ihrem Zirkus und haben hier ihre „Doppelfreiheitsdressur“-Premiere.

Lesly Köllner hält die neuen Stars der Manege: Die Friesenhengste Vito und Apollo haben in Bad Belzig ihre Premiere. Quelle: Jan Russezki

Es hat diese Zeit gebraucht, bevor Vito und Apollo gelernt haben ohne Longe und Führung in der Manege Pirouetten zu drehen. „Wir haben am Anfang erstmal ganz lange versucht eine Beziehung aufzubauen, weil die Weidetiere keine Menschen gewöhnt waren“, erklärt Köllner. Dann ging es aber ganz schnell. Die Pferde seien sehr klug und gelehrig. In Brandenburg ist nun Showtime. Man dürfe halt nicht langweilig werden, sagt sie.

Mitmachzirkus

Das gilt nicht nur für die Show: „Wir sind ein Mitmachzirkus“, sagt Köllner und denkt dabei nicht nur Alfonso, der in der Show ein Kind aus dem Publikum auf einem Stuhl mit seinem Kinn balanciert oder die Kindertanzparty am Ende der Vorstellung.

„Wir ziehen keinen Zaun um unseren Zirkus. Die Leute, die hier spazieren, können zu den Tieren oder hinter die Kulissen im Zelt schauen“, sagt sie. Ihr ist es wichtig mit den Kindern und Eltern zu sprechen und die Türen offen zu halten.

Das ist auch eine gute Gelegenheit herauszufinden, was die Menschen wollen. „Der Zirkus ist für alle da. Kinder schauen auf die Tiere und Erwachsene mit einem Blick für Körperspannung auf die Akrobatik“, erklärt sie. Weil Kinder Olaf und Elsa aus Dinseys „Frozen“ mögen, gibt es die Figuren und eine Schneemaschine in der Vorstellung. Kalt würde es aber nicht, weil das Thermozelt in den Wintermonaten beheizt sei.

Für Köllner ist es wie Brötchen backen. Ein Bäcker hätte mehr Erfolg als andere, obwohl beide das gleiche machen. Der gewisse Flair mache den Unterschied. „Und ich glaube den haben wir“, sagt sie selbstbewusst.

Auf der anstehenden Tour werden die Brandenburger das selbst entscheiden müssen.

Von Jan Russezki

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