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Düstere Zukunft für 61 Beschäftigte

Pleite in Linthe Düstere Zukunft für 61 Beschäftigte

Die Insolvenz des Agrarkonzerns KTG wirkt sich jetzt auch auf die Tochterfirma Delta Agrar GmbH mit Sitz im Gewerbegebiet Linthe aus. Auch sie ist zahlungsunfähig. Am Freitag findet für die 61 Beschäftigten am Standort mit dem Insolvenzverwalter eine Betriebsversammlung statt.

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Im ehemaligen Kampa-Fertighauswerk im Gewerbegebiet Linthe betreibt der Agrarkonzern KTG mit seiner Tochterfirma einen Sortierbetrieb für Gemüse.

Quelle: Andreas Koska

Linthe. Die Delta Agrar GmbH, eine Tochter des insolventen Landwirtschaftskonzerns KTG Agrar SE, ist zahlungsunfähig. In einer für Freitag durch den vom Amtsgericht bestellten Insolvenzverwalter einberufenen Betriebsversammlung werden die 61 Mitarbeiter des Agrarbetriebes im Linther Gewerbegebiet erfahren, wie es um das Unternehmen steht und welche Perspektiven es gibt.

Als Insolvenzverwalter wurde Christian Graf Brockdorf von der Potsdamer Kanzlei BBL bestellt. Die Kanzlei ist auf Insolvenzrecht spezialisiert. Damit ist Brockdorff jetzt formell für die Geschäftsführung verantwortlich. Innerhalb des Konzerns war die Delta Agrar GmbH, die ihren Sitz am Kampaweg 1 hat, für den Transport und die Logistik zuständig.

Ausstehende Forderungen

Die Pleite war wohl unausweichlich, da der Mutterkonzern von dem Linther Unternehmen die Begleichung der ausstehenden Forderungen in Höhe von 11,6 Millionen Euro eingefordert hat, die die Delta Agrar GmbH nicht aufbringen konnte.

Erst vor drei Jahren hat sich die KTG in dem ehemaligen Kampa-Werk im Gewerbegebiet niedergelassen. In den Ausbau des Standorts wurden fünf Millionen Euro investiert. Neben der Delta Agrar GmbH ist dort auch der Sitz der Firmen KTG-Frischedienst und der Incofarming GmbH – beide ebenfalls hundertprozentige Töchter des Konzerns. Bei der Frischedienst GmbH, die nicht von der Insolvenz betroffen sein soll, gibt es zehn Arbeitskräfte, vornehmlich aus der Region.

Zwiebeln, Kartoffeln und Möhren wurden verpackt

In der Sortier- und Verpackungsanlage sind Saisonkräfte tätig. Neben Zwiebeln werden auch Kartoffeln und Möhren für den Verkauf vorbereitet, die auf 650 Hektar Fläche rund um Linthe und bei Nonnendorf in Teltow-Fläming angebaut werden. Allerdings scheint es nur eine Frage der Zeit, bis auch dort die Lichter ausgehen.

Denn für den Mutterkonzern sieht es düster aus. „In Anbetracht der Ermittlungsergebnisse stehen alternative Sanierungsmöglichkeiten nur sehr eingeschränkt zur Verfügung“, teilte jetzt der Vorstand mit, der auch auf Grund einer schlechten Ernteprognose pessimistisch in die Zukunft blickt.

Weitere 65 Arbeitsplätze sind bei der Delta Agrar Handels GmbH mit Sitz in Oranienburg gefährdet. Auch dieses Unternehmen hat Insolvenz angemeldet. Dort belaufen sich die Forderungen der KTG auf 36,3 Millionen Euro.

KTG ist nicht nur einer der größten, sondern auch umstrittensten Landwirtschaftskonzerne Europas. Nach eigenen Angaben bewirtschaftet die Unternehmensgruppe mit Sitz in Hamburg 46 000 Hektar Fläche, vor allem in Ostdeutschland und in Litauen.

Von Andreas Koska

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