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Bad Belzig Edda Haage bringt viel Kultur nach Borkheide
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Edda Haage bringt viel Kultur nach Borkheide
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11:57 06.10.2016
Organisatorin Edda Haage.
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Brandenburg/H

Kammermusik, Gesang und Lesung, ob singende Säge oder Glasmusiker – immer neue Künstler holt Edda Haage nach Borkheide. Seit 18 Jahren organisiert sie den „Besonderen Abend“. Unter diesem Titel sind inzwischen mehr als 100 Veranstaltungen über die Bühne gegangen.

Wobei der Begriff Bühne eigentlich falsch ist, denn in Borkheide gibt es keinen entsprechenden Veranstaltungsraum. Und so wandert der „Abend“ zwischen dem Foyer der Kita „Sonnenschein“, der Mensa der Hans-Grade-Grundschule, dem Waldbad und dem Saal im Hotel „Fliegerheim“.

Mit viel Liebe, Herz und Engagement

Im Hotel war zuletzt Ende September Velia Krause mit ihren frivolen Schäferliedern zu Gast. Die Schauspielerin und Sängerin lobte die Borkheider Reihe. „Man merkt, dass sie es mit viel Liebe, Herz und Engagement macht, deshalb kommen wir gern nach Borkheide.“ So muss es auch den anderen Künstlern gehen.

Einige von ihnen haben hier ihre Karriere begonnen und füllen inzwischen die Säle in den Musikhallen der Welt, zum Beispiel Anna Skryleva oder Deborah Woodsen. Dass die Charakterisierung Edda Haages, die Krause formuliert hat, den Kern trifft, bestätigt die Organisatorin. „Ich liebe die Künstler und vor allem unsere Veranstaltung“, sagt Haage. Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu, dass sie es aus reinem Egoismus macht. „Kunst und Kultur ist etwas, das man wie das tägliche Brot zum Leben braucht.“

Der Bildungsminister las

Kurz nachdem sie 1994 mit Ehemann Peter nach Borkheide gezogen war, haben sie die Idee geboren. Der Hamburger Kammersänger absolvierte dann auch vier Jahre später den ersten Auftritt. Er sang und der damalige Brandenburgische Bildungsminister Steffen Reiche las aus seinem Buch.

Dass daraus ein erfolgreiche Reihe werden sollte, war noch lange nicht klar. Immer wieder gab es Finanzierungsengpässe, denn die Besucher haben freien Eintritt, die Gagen werden durch Zuschüsse des Kreises und der Gemeinde gedeckt.

Es könnten noch mehr Spenden der Besucher fließen

Edda Haage war manchmal verzweifelt, da Verträge abgeschlossen werden mussten, ohne das die Finanzierung stand. Inzwischen ist es entspannter, denn die Gemeindevertretung steht hinter dem Erfolgsprojekt. „Allerdings würde ich mir mehr Spenden nach den Konzerten wünschen“, gibt Haage unumwunden zu. Denn dazu sind die Besucher ja aufgerufen.

Um Geld zu sparen, werden keine Agenturen zwischengeschaltet, sie recherchiert, telefoniert, engagiert, und das alles ehrenamtlich. „Alle eingehende Mittel werden ordentlich verbucht und ausschließlich für den ,Besonderen Abend’ verwendet“, betont die Kulturmanagerin.

Auch familiäre Bande führten zu Auftritten

Einige Veranstaltungen sind Edda Haage besonders in Erinnerung geblieben. Etwa das „Forellenquintett“ im Jahr 2002, mit dem von Mann Peter vorgetragenem Lied „Die Forelle“ sowie ein Konzert von Skryleva und Mariana Vozovik „Erinnerungen an einen Freund“, vier Monate nach Peters Tod im Herbst 2005. Auch familiäre Bande führten zu Auftritten.

2006 gastierte das Sextett des SWR Rundfunkorchesters Kaiserslautern in der Waldgemeinde, mit dabei eine Nichte und ein Neffe Haages. Ihr Sohn Matthias, Leadsänger der „Rock’n’Rolls“ aus Hamburg rockte vor zwei Jahren mit seiner Band auf der Waldbadbühne.

Die Reihe geht weiter. „Solange ich es körperlich und geistig schaffe, mache ich es gerne“, sagt Haage, die ein Geheimnis um ihr Alter macht. Auf jedem Fall dürfen sich die Besucher noch im Oktober auf zwei Termine freuen.

Die nächsten Konzerte:

Das Swing Trio „Die Ladys“ ist am 16. Oktober im Fliegerheim zu erleben. Beginn ist um 17 Uhr.

Das „Armida Quartett“, ein junges Berliner Streichquartett, ist in dem Hotel am 30. Oktober ab 17 Uhr zu Gast.

Von Andreas Koska

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