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Ein Halleluja für den Wechsel

Landrat Wolfgang Blasig nimmt Denkmalpflegerin Dagmar Aehlich aus der Schusslinie Ein Halleluja für den Wechsel

Die für Ziesar, Wusterwitz und Wiesenburg zuständige Baudenkmalpflegerin Dagmar Aehlich soll nicht mehr für die Region zuständig sein. Das hat Landrat Wolfgang Blasig (SPD) der MAZ am Donnerstag bestätigt. Aehlich werde 2014 eine andere Aufgabe in derselben Behörde übernehmen. An ihrer fachlichen Kompetenz habe er keinen Zweifel, sagte Blasig.

Mittelmark. Trotzdem wurde sie aus der Schusslinie genommen. "Dabei ging es nicht um die Frage, ob der Klügere nachgibt. Die Entscheidung fiel, weil Menschen absolut nicht miteinander klar kamen", stellte der Landrat klar.

Als Person war Aehlich höchst umstritten. Ihre Kritiker sagten ihr über Jahre ein barsches, überhebliches und unfreundliches Auftreten nach. Zum Beispiel beklagte der renommierte Brandenburger Architekt Achim Krekeler "menschliche Kälte" aber auch "fachliche Inkompetenz", die ihm selbst bei der Hüllensanierung von Ziesars Stadtkirche entgegengeschlagen sei. Nach 14 Monaten hatte es damals die erste Baugenehmigung gegeben - für ein Baugerüst und bauforschende Arbeiten (MAZ berichtete). Für Schlagzeilen sorgten auch zwei auf Initiative von Dagmar Aehlich zurückzuführende Baustopps an der Buckauer Kirche. Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels bekam es sogar mit der Justiz zu tun, weil Buckauer Bürger den neben der Kirche befindlichen Spielplatz mit einem Wackelsteg ergänzten.

Das Fass zum Überlaufen brachte der Fall von Gunhild Haderlein aus Boecke, der mit mehreren 1000 Euro Zwangsgeld gedroht wurde, würde sie ihr Pfarrhaus nicht binnen sechs Monaten instand setzen. Die Versetzung von Aehlich quittierte Haderlein mit den Worten: "Eine schöne Botschaft vor Weihnachten. Schlimmer kann es nicht kommen." Erleichterung auch bei Thomas Gandow, Sprecher der Bürgerinitiative "denk Mal! Potsdam-Mittelmark". Dem in Buckau lebenden Pfarrer im Ruhestand entfuhr ein spontanes Halleluja. Er hoffe auf einen Neuanfang, bei dem Denkmalschützer und Denkmalbesitzer auf gleicher Augenhöhe miteinander umgehen. Froh zeigt sich auch Bernd Müller, Ortsvorsteher von Wiesenburg. Ihm liegt die Entwicklung der roten Villa am Herzen, die Aehlich lange behindert habe. Die Kontroverse mit der Behörde sei inzwischen geklärt. Dass es nicht vorangeht, "hat leider andere Ursachen", sagte Müller.

Die Umbesetzung Aehlichs war eine zentrale Forderung der 2013 gegründeten BI, zu der sich Denkmalbesitzer zusammenschlossen. Landrat Blasig warnt vor Illusionen: "In der Sache ändert sich nichts. Auch in der Denkmalpflege halten wir uns an Recht und Gesetz." Aehlich wird durch eine Mitarbeiterin aus dem Landesamt für Denkmalpflege ersetzt, die sich auf eine Stellenausschreibung für die in Rente gehende Monika Karstaedt beworben hatte.

Die BI solle weiter bestehen, meinte Bernd Müller. "Wir wollen den Menschen Mut machen, sich für Denkmale zu engagieren."

Von Frank Bürstenbinder

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