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Bad Belzig Wolfsfreunde zünden Kerze an
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Wolfsfreunde zünden Kerze an
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16:04 02.11.2018
Gabriele-Birgit Ludwig, Jürgen Neuendorf, Jürgen Hauschke und Winfried Ludwig wollen den Wolf schützen und mit einem Kerzenlicht ein Zeichen für die Annäherung von Mensch und Tier setzen. Quelle: André Großmann
Bad Belzig

Ein Wolf stapft durch den Schnee, heult bei Vollmond im Wald und schaut in die Kamera. Eine Wolfsinfohütte steht auf dem Grundstück von Jürgen Hauschke in der Hermann-Lielje-Straße 1. Hier zeigt eine Diashow Eindrücke aus dem Leben des Großraubtiers. Indianische Musik erklingt, Dutzende Bilder des Raubtiers hängen an den Wänden. In der Dunkelheit zündet der Bad Belziger symbolisch eine Kerze an. „Nur dieses eine Licht als Annäherung für uns Menschen und den Wolf“, sagt der 57-Jährige. Auch Winfried Ludwig ist dabei. Der Beelitzer argumentiert, dass Vorbehalte gegen den Wolf häufig wirtschaftliche Gründe hätten.

Wolfsbefürworter gegen Verteufelungen

„Vor 500 bis 600 Jahren haben die Menschen auch mit dem Wolf gelebt. Mittlerweile werden aber Verhütungsmaßnahmen gefordert. Es wird auf relativ hohem Niveau gejammert. Wir müssen uns fragen, ob wir den Wolf wollen oder nicht“, kommentiert Ludwig weiter. Er befürwortet, „sich für eine intakte Natur mit dem Tier zu arrangieren.“ Er könne aber verstehen, dass ein Schutz gegen kranke und aggressive Tiere durch Jäger notwendig sei. Auch Ängste vor dem Tier kann er nachvollziehen, hofft aber darauf, dass sich Menschen informieren.

Jürgen Neuendorf ist grundsätzlich für den Wolf. Für ihn gehört das Tier zur Natur und sorgt dafür, dass der Wildbestand gesund bleibt. Der Mitarbeiter vom Nabu-Regionalverband Planethal Hoher Fläming hält es für möglich, dass weitere Wolfsrudel in den Wäldern rund um die Kreisstadt unterwegs sind. Verteufeln will er die Tiere nicht. „Ein Teil der Jäger sorgt für Stunk, die Leute glauben das und dadurch werden die Bürger davon angesteckt“, sagt er weiter.

Respekt für Wildtiere gefordert

Da sich das Wild auf das Raubtier eingestellt habe, müsste das der Mensch laut Neuendorf ebenfalls tun.Er wünscht sich mehr Respekt vor dem Canis Lupus, wie der Wolf in der Wissenschaft genannt wird. Der 59-Jährige sah vor zwei bis drei Jahren im Naturschutzgebiet Flämingbuchen zwischen Medewitz und Setzsteig aus einer Entfernung von zehn Metern Jungwölfe. Jürgen Hauschke von der „Initiative für die Natur“ hält alle Tiere für schützenswert. „Die Natur ist sinngemäß unsere Mutter. Sie hat alles geschaffen, ohne sie würde es auch uns nicht geben“, sagt er weiter. Der Bad Belziger ist der Meinung, dass sich eine natürliche Wolfspopulation schon durch die Natur einpegeln werde.

Die Bilder des Landesumweltamtes lieferten jetzt den Beweis, dass ein Wolfsrudel an der Bad Belziger Rehaklinik lebt. Sie haben Jürgen Hauschke gefallen. Er kommentiert: „Herzlichen Glückwunsch, viele Wolfsfreunde wollten schon ein Exemplar sehen und haben es bisher nicht geschafft.“

Tipps für eine Begegnung mit dem Wolf

Bei einer möglichen Begegnung mit dem Tier rät Hauschke, ruhig zu bleiben. Er empfiehlt, kein Bild in sozialen Netzwerken zu posten, da Wilderer unterwegs seien. Außerdem sei es für Hundehalter jetzt besonders wichtig, Vierbeiner beim Waldspaziergang an der Leine zu führen. „Ein Zusammentreffen von Hund und Wolf in freier Wildbahn könnte zu Revierkämpfen führen oder auch zur ungewollten Paarung“, sagt Hauschke weiter. Der Bad Belziger begegnete erstmals einem Wolf in Golzow am ehemaligen Bahnübergang. Das Erlebnis fasziniert ihn bis heute, hierüber schrieb der 57-Jährige auch ein Lied. Es heißt „Der Wolf.“

Von André Großmann

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