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Bad Belzig Alte Schollschule wird komplett ausgeräumt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Alte Schollschule wird komplett ausgeräumt
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13:06 13.07.2018
Der Verein für Arbeit räumt in der ehemaligen Scholl-Schule in Bad Belzig jetzt auch seine Fahrradwerkstatt aus. Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Alles muss raus. Auch der Verein für Arbeit und Leben (VAL) räumt in Bad Belzig jetzt die von ihm angemieteten Räume in der ehemaligen Geschwister-Scholl-Grundschule am Weitzgrunder Weg. Mit dem Auszug des Vereins, der das Haus seit 2011 für seine Lebensmittelausgabe, eine Fahrradwerkstatt sowie Kleiderkammer und Schneiderei genutzt hatte, wird nun der Weg frei für eine grundlegende Beräumung des Objektes.

Vor dem Umbau der früheren Scholl-Schule in Bad Belzig wird nun ausgeräumt. Dabei bieten sich spannende Blicke in die Vergangenheit des Hauses.

Nach Aussage von Frank Friedrich vom Bauamt der Stadtverwaltung soll dies in den kommenden Monaten geschehen. Denn die Kommune plant eine komplette Sanierung des Gebäudes zur weiteren Nutzung für die Studiobühne, die Bibliothek und weitere Zwecke.

Noch dieses Jahr soll es losgehen

„Der Dachboden muss komplett beräumt sowie die Sanitär-, Heizungs- und Elektroanlagen müssen herausgerissen werden“, erläutert der Verwaltungsmitarbeiter. Ist durch den Landkreis Potsdam-Mittelmark die Baugenehmigung erteilt, soll die Sanierung nebst Umbau des Hauses zum Soziokulturellen Zentrum beginnen. Im Idealfall noch in diesem Jahr.

„Die Förderung hängt an einer sehr günstigen Projektlaufzeit“, erklärt Friedrich weiter. Demnach sollen sämtliche Bauarbeiten in den Jahren 2019 und 2020 sowie im Jahr darauf die Gestaltung der Außenanlagen erfolgen auf dem 6.500 Quadratmeter großen Grundstück. Ab 2021 soll das sanierte Gebäude dann für die neue Nutzung bereitstehen.

Mehr als zwei Millionen Euro Fördergeld

In die Sanierung des 1928 erbauten Schulhauses fließen nahezu 2,3 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Integration im Quartier“. Den lang ersehnten Förderbescheid hatte Brandenburgs Bauministerin Kathrin Schneider (SPD) schon im Dezember des vorigen Jahres überbracht.

„Das Programm ist maßgeschneidert für uns“, sagt Friedrich. Ferner ist das Sanierungsprojekt inzwischen zum Modellprojekt geworden. Die Bundestransferstelle zum Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ hat es zur Veröffentlichung in seiner Empirica-Studie vorgesehen.

Nutzer brachten Ideen ein

Die von Architekt Hubert Eilers aus Ludwigsfelde gezeichneten Pläne machen die Vision vom soziokulturellen Zentrum bereits vorstellbar. Bei der Raumaufteilung konnten sich die künftigen Nutzer bereits einbringen. So konnte das denkmalgeschützte Haus für die städtische Bibliothek, das Jugendtheater „Strumpfhose“, die Jugendarbeit und für Senioren maßgeschneidert werden.

Architekt Hubert Eilers hat skizzierte, wie das neue Soziokulturelle Zentrum aussehen könnte. Quelle: Entwurf Büro Eilers

So wird die Bücherei im Erdgeschoss endlich ein zeitgemäßes Domizil erhalten – mit Blick auf das benachbarte Schwimmbad. Den Haupteingang in das Haus wird man künftig vom gegenüber liegenden Foyer erreichen. Die erst vor wenigen Jahren errichtete Brandschutztreppe wird in diesem Zusammenhang wieder abgerissen und das Haus in Richtung Süden geöffnet.

Einst als Turnhalle geplant

Das alte Schulgebäude in Bad Belzig wurde 1928 erbaut.

Geplant war es anfangs jedoch als Turnhalle.

Als Schule wurde das Haus bis zur Fertigstellung der neuen Grundschule am Weitzgrunder Weg im Jahr 1996 genutzt.

Nach der Wende sollte es als Haus des Gastes dem Kurort-Gedanken der Stadt gerecht werden. Fehlende Fördermöglichkeiten verhinderten jedoch die Verwirklichung.

Von 2000 bis 2002 fand das Baubüro der Stein-Therme in dem Haus sein vorübergehendes Quartier.

Danach mieteten sich das Jugendtheater „Strumpfhose“ und der Verein für Arbeit und Leben (VAL) ein.

Eine große Terrasse, „vielleicht mit einer Pergola soll zusätzliche Aufenthaltsqualität im Freien bringen“, sagt Frank Friedrich. „Aber das ist Kosmetik“, bemerkt er. Das Haus soll später öffentlich und generationsübergreifend genutzt werden. Deshalb ist auch an eine kleine Teeküche gedacht.

Erhalten bleibt der breite Flur mit dem wunderschönen Treppenhaus. Zum Foyer hin wird er jedoch über Säulen geöffnet. Der Flurcharakter bleibt dadurch erhalten. Neue Sanitäranlagen, ein Fahrstuhl und zwei Räume für die Jugendarbeit komplettieren das Erdgeschoss.

Auch im Keller künftig Tageslicht

Im Dachgeschoss ist neben Künstlergarderoben und Räumen für den Theaterfundus ein Multifunktionssaal für maximal 200 Menschen geplant. Die Kellerräume indes sind nicht nur für die Haustechnik vorgesehen. Die früheren Kohle- und Heizungskeller sollen sich in Kreativräume verwandeln. Dort wird es sogar Tageslicht geben. „Konkret Nordlicht, das für Atelierräume ideal ist“, erklärt Friedrich. Wie das gesamte Haus werden auch die Kellerräume künftig barrierefrei zugänglich sein. Sollte es in dem neuen soziokulturellen Zentrum dennoch irgendwann zu eng werden, ist ein Anbau am neuen Treppenhaus möglich.

Von Christiane Sommer

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