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Bad Belzig Es bewegt sich was im alten Kloster
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00:17 02.02.2017
Da muss die Kettensäge ran: Marko Beltiz holt die Bäume und Sträucher aus der Ruine des altes Klosters in Niemegk. Er hat alle Hände voll zu tun. Quelle: Danilo Hafer
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Niemegk

Es tut sich wieder etwas im alten Kloster in Niemegk. In den kommenden Wochen sollen in dem seit Anfang der 80er Jahre leerstehenden Gebäude Aufräum- und Sicherungsarbeiten laufen. Dafür will die Stadt Niemegk rund 12 000 Euro investieren. Das Geld stammt aus dem Treuhandkonto der Stadt.

Pflaster- und Grünanlagenbauer Marko Belitz begann damit, Sträucher, Äste und anderen Bewuchs aus dem Gebäude zu entfernen. Ein erster Schritt, um das Gemäuer wieder zugänglich zu machen. Im Laufe der Sanierungsmaßnahmen sollen dann auch die Außenmauern gesichert werden. Hier sollen die teilweise ausgespülten Fugen eine neue Füllung erhalten.

Das Gebäude

Das „alte Kloster“ in Niemegk ist ein rechteckiger Feldsteinbau, der etwa in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts oder im frühen 14. Jahrhundert entstand.

Für die Bezeichnung „Kloster“ gibt es bisher keine überzeugenden Beweise. Es handelt sich dabei aber sehr wahrscheinlich um ein kirchliches Bauwerk.

Bis Anfang der 1980er Jahre war das Gebäude bewohnt. Seither steht es leer. Nachdem das Dach entfernt wurde, war das Gebäudeinnere der Witterung schutzlos ausgesetzt.

Nach Bauschäden und Abrissen blieben vom frühneuzeitlichen Ausbau nur noch Reste übrig: die tonnengewölbte Kelleranlage, die neuen Fensteröffnungen, das Nordportal und eine innere Türöffnung.

Des Weiteren ist vorgesehen die zur Straße liegenden Fenster geöffnet werden. Diese wurden vor Jahren zugemauert, um das Eindringen in das Gebäudeinnere zu verhindern. „Wir werden sie jetzt wieder öffnen und mit Gittern versehen, so dass man von Außen ins Kloster hinein schauen kann“, sagt Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling.

Das alte Kloster von Niemegk gilt als eines der ältesten noch existierenden Gebäude im Land Brandenburg, der aktuelle Zustand des alten Gemäuers sei daher nicht hinnehmbar und Maßnahmen dringend notwendig. „Wir sind schon seit 2012 daran, eine Lösung für diesen Ort zu finden“, sagt Thomas Hemmerling.

Der Künstler Erwin Penner (li) und Niemegks Amtsdirektor Thomas Hemmerling in der Ruine des alten Klosters in Niemegk. Quelle: Danilo Hafer

Im Zuge der geplanten Sanierung sollen nicht nur Sträucher entfernt werden, Hemmerling erhofft sich auch Erkenntnisse über die wahre Geschichte des Gebäudes. „Wir wissen bis heute nicht, welche Funktion das Gebäude ursprünglich hatte. Dass es nämlich ein richtiges Kloster war, ist sehr unwahrscheinlich.“ Die Baumaßnahmen werden daher auch durch das Büro Dinter archäologisch begleitet. Zudem gibt es bauhistorische Untersuchungen durch das Büro von Thomas Langer.

Die Maßnahmen führen allerdings dazu, dass sich die Sanierungsarbeiten etwas länger ziehen als üblich. „Erst wenn die Archäologen durch sind können wir auch die Steine und den Schutt bei Seite räumen“, erklärt Marko Belitz. Er rechnet damit, dass in etwa zwei Monaten alles fertig ist. Wenn nichts dazwischen kommt.

Innenansichten des alten Klosters in Niemegk. Quelle: Danilo Hafer

In den vergangenen Jahrzehnten waren bereits verschiedene Sicherungsarbeiten gelaufen, etwa der Einbau von Zugankern zur Sicherung der Längswände und des Giebels zur Straße. Im Jahr 2015 hat die Stadt zudem in Eigenregie ein horizontal liegendes Stahlfachwerk zur dauerhaften Herstellung der Standsicherheit in die ehemalige Deckenebene zwischen Erd- und Obergeschoss eingebaut. Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 20 000 Euro.

Trotz dieser Maßnahmen und obwohl die Mauerkrone der Außenwände zum Teil mit Mörtelabdeckungen gegen eindringendes Wasser geschützt war, waren die offenen Risse der Gebäudelängsseite nicht gegen Regenwasser geschützt. Die Mauerteile und Fugen sind daher zum Teil stark porös.

Die Geschichte des Hauses ist lange noch nicht aufbereitet. Quelle: Danilo Hafer

Der Zustand des Mauerwerks könnte auch der Vision des Amtsdirektors für eine künftige Nutzung des Gebäudes vorerst einen Strich durch die Rechnung machen. „Eigentlich wollten wir das Gebäude wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen, aber unter den Umständen sehe ich das noch nicht.“ Dabei gibt es schon konkrete Ideen. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir das Kloster für Ausstellungen und Konzerte nutzen“, so Hemmerling.

Das wäre auch im Interesse von Erwin Penner. Der Künstler wünscht sich schon seit langem, dass es mit dem alten Kloster wieder voran geht. Doch auch ihn machen die Zustände des Gebäudes Sorgen. „So wie es aussieht und was noch zu tun ist, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis hier wirklich Menschen einkehren können“, sagt er.

Von Danilo Hafer

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