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Fiat-500-Ausfahrt durch den Hohen Fläming

Das kleine Knattern Fiat-500-Ausfahrt durch den Hohen Fläming

Die zauberhaften Knutschkugeln begeistern immer noch die Leute. Zwei Dutzend Fiat 500 und Steyr-Puch-Schwestern knatterten durch den Hohen Fläming. Bei „Düse“ in Klein Marzehns gab es ein großes Hallo.

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Nicht nur schön, sondern auch luftig: Fiat 500 mit Faltdach.

Quelle: Uwe Klemens

Klein Marzehns. „Mit einem Fiat 500 unterwegs zu sein, bedeutet die reinste Entschleunigung“, sagt der Berliner Rainer Bohm und guckt zärtlich zu seinem in hellem Orange lackierten Schätzlein. Das steht auf der Hauptstraße in Klein Marzehns eingereiht zwischen 24 gelben, graublauen oder gänzlich grau gespritzten Fahrzeugen gleicher oder ähnlicher Bauart und freut sich über das Interesse der Besucher, die fachmännisch ins Innere lugen und die Karosserie begutachten.

Der spöttischen Übersetzung für den Firmennamen Fiat, „Fehler in allen Teilen“, kann sich Bohm nicht anschließen. Schließlich ist der 54-Jährige Präsident des Berliner Fiat-500-Clubs „Pannini radente“, was frei übersetzt „Rennsemmel“ bedeutet und, zumindest aus heutiger Sicht, selbstironisch gemeint ist. Denn bei einer Höchstgeschwindigkeit von 85 bis 90 Stundenkilometern lädt der zweizylindrige Viertakter eher zum Landschaftbegucken als zum Rennen ein.

Das Fiat-Emblem an der Front

Das Fiat-Emblem an der Front.

Quelle: Uwe Klemens

Bis aus dem Berliner Club ein Marzehnser Club wird, ist es vermutlich nur noch eine Frage der Zeit. Denn das Treffen am Wochenende war bereits das zehnte, das die Clubmitglieder hier veranstalteten. „In Berlin fehlt uns einfach der Platz dazu“, schildert Rainer Bohm, der froh ist, das Mathias „Düse“ Duesterberg alle Jahre wieder sein Grundstück zur Verfügung stellt, obwohl der als eingefleischter Steyr-Puch-Fan eigentlich zur Konkurrenz gehört.

Klein, rund, knuddelig

Klein, rund, knuddelig

Quelle: Uwe Klemens

„Immer wieder habe ich Fahrzeuge der Fiat-Fans in meiner Werkstatt repariert und wusste von ihrem Platzproblem“, schildert „Düse“, wie das Treffen nach Klein Marzehns kam. Da der Steyr-Puch dem kleinen Italiener rein äußerlich bis aufs Haar ähnelt, ist der Grund, warum Fans beider Marken häufig miteinander fachsimpeln oder an Treffen in Nah und Fern teilnehmen. „Die Karosserie des in Österreich produzierten Puch ist eine Fiat-Lizenz“, erläutert Gastgeber Düse. „Sonst gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Und natürlich ist der Puch viel zuverlässiger“, fügt er schelmisch hinzu. Kleine Stiche wie diese nimmt ihm von den Fiat-Fans, zumindest in Klein Marzehns, niemand krumm.

Auch die Kombiversion ist ein echter Hingucker

Auch die Kombiversion ist ein echter Hingucker.

Quelle: Uwe Klemens

„Wir sind froh, dass wir hierher kommen dürfen“, freut sich Club-Chef Rainer Bohm. „Schon die Fahrt hierher ist ein echter Genuss. Zu Hause zuckeln wir von einer roten Ampel zur nächsten und werden angehupt, weil es bei Grün nicht so schnell vorwärts geht. Hier ist die Straße frei und die Leuten in den Orten winken uns zu. Denn der Fiat 500 ist eigentlich ein Sympathieträger. Wenn man durch einen Ort fährt, beginnen die Leute zu lächeln und zu winken.“

Wie Perlen auf einer Schnur

Wie Perlen auf einer Schnur.

Quelle: Uwe Klemens

Geschichten dieser Art kenn jeder Fiat-500- und jeder Steyr-Puch-Besitzer zu Hauf. Beim Benzingespräch am Rande der kleinen Ausstellung und am abendlichen Lagerfeuer machen sie die Runde. Schnell wird klar: Einen solchen Oldtimer zu fahren, ist ein klares Bekenntnis zur Entschleunigung, wie Bohm sagt, gewürzt mit einer guten Prise Kindheitserinnerung und Nostalgie.

„2003 hab ich meinen 500er gekauft und bin damit noch immer das Greenhorn in der Szene“, sagt der 54-jährige Bohm. „Als ich Kind war, hatten meine Eltern solch ein Auto, ebenso eine Nachbarin, die mich regelmäßig zu Ausflügen mitgenommen hat. Als ich dann die Gelegenheit hatte, selbst einen zu kaufen, musste ich nicht lange überlegen.“

Von Uwe Klemens

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