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Bad Belzig Das ist los zur Frauenwoche im Hohen Fläming
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Das ist los zur Frauenwoche im Hohen Fläming
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13:03 28.02.2019
Regiobus-Chef Hans-Jürgen Hennig und Kreisgleichstellungsbeauftragte Theresa Pauli wünschen sich mehr Frauen in Unternehmen. Quelle: André Großmann
Bad Belzig

„Hälfte/Hälfte-Ganz einfach“ lautet das Motto der 29. Brandenburgischen Frauenwoche im Landkreis Potsdam-Mittelmark. „Obwohl Frauen mehr als 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind Macht, Zeit und Einkommen auch im Jahr 2019 ungleich verteilt“, schreibt Theresa Pauli.

Für den Frauentag als Feiertag

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises ist dafür, dass der internationale Frauentag am 8. März nicht nur in Berlin, sondern auch im Land Brandenburg als gesetzlicher Feiertag anerkannt wird. „Selbst die Debatte um so eine Gesetzesänderung würde viel bewirken“, kommentierte Pauli eine MAZ-Anfrage. Sie hofft außerdem auf weibliche Vorbilder, die sich mit ihren Kompetenzen und Vorhaben zeigen, gutes Geld für die eigenen Leistungen verlangen und mit Perfektionismus ihren Weg gehen.

Veranstaltungen zur Frauenwoche im Hohen Fläming

Zur diesjährigen Frauenwoche finden im Hohen Fläming vier Veranstaltungen statt. Frauen, die sich selbstständig machen wollen, erhalten am Donnerstag, 28. Februar, bei einem Workshop im Gutshof des Projekts „Coconat“ in Klein Glien Tipps. Thematisiert werden dabei der Perfektionismus und der Umgang mit innerer Kritik, die Vereinbarkeit von Familie und beruflicher Verwirklichung, sowie das Verlangen guten Geldes für die eigene Leistung. Eine Anmeldung ist per Email an lotsendienst@tgz.com möglich.

Die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ öffnet am Freitag, 1. März, 11.30 Uhr, in der Kreisverwaltung am Papendorfer Weg 1 in Bad Belzig. Hier werden Politikerinnen porträtiert, die 1948 und 1949 für den Gleichberechtigungsartikel im Grundgesetz stritten.

Das Busfahren für Frauen soll am Sonnabend, 16. März in der Zeit von 10 bis 14 Uhr Frauen bei Regiobus begeistern. Hierfür ist ein Pkw-Führerschein nötig, Anmeldungen können jetzt per Email an personal@regiobus-pm.de gesendet werden.

Den Abschluss zur Frauenwoche im Hohen Fläming bildet am Donnerstag, 28. März, ein philosophischer Gesprächskreis in Brück. „Endlich gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ lautet dann in der „Alten Brücker Post“ das Thema der Diskussion. Dr. Michael Zantke von der Universität Potsdam debattiert ab 18 Uhr in der Ernst-Thälmann-Straße 38 in Brück.

Theresa Pauli lobt das kürzlich beschlossene Paritätsgesetz, dass eine Frauenquote im Brandenburger Landtag einführt. Pauli hofft auf weitere Maßnahmen, auch in der Kommunalpolitik. „Empowerment für Frauen, ein Kulturwandel in den Parteien wie auch in den Sitzungen sind langwierige, aber nötige Schritte“, sagt Pauli weiter. Mit dem Gesetz ist für sie eine Debatte in Gang gekommen.

Wunsch nach höherem Frauenanteil

Eine Frauenquote ist für sie eine sogenannte Brückentechnologie. Diese könne helfen, bis sich gemischte Teams auf Führungsebene als ökonomischer Vorteil erweisen, argumentiert Pauli. Unternehmen mit einer geringen Frauenquote könnten sich laut Pauli Zwischenziele setzen, um den weiblichen Anteil zu erhöhen. „Es gibt jedoch noch immer männliche Codes, gläserne Decken und Männernetzwerke, die den Aufstieg von Frauen verhindern“, betont die 32-Jährige.

Als Problem sieht die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises niedrige Löhne in sozialen Berufen. Sie empfindet es als ungerecht, dass das Bedienen einer Maschine gesellschaftlich höher bewertet werde, als die Erziehung und Bildung von Kindern. Für sie könnten männliche Erzieher, Busfahrerinnen und Politikerinnen helfen, alte Rollenbilder zu überdenken.

Parität nicht immer realistisch

Das Motto der Frauenwoche sei nicht in jedem Unternehmen anwendbar. „Objektiv gesehen werden wir bei uns nie Hälfte-Hälfte erreichen“, sagt der Regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig bei einem Pressegespräch zur Aktionswoche in Bad Belzig. „Nachtlinien haben ein Potenzial, was man vielleicht nicht jeder Frau zumuten will und muss“, kommentierte der 64-Jährige weiter. Der Regiobus-Chef würde sich aber über mehr weibliche Mitarbeiterinnen freuen.

Schnellstmöglich sei dies aber nicht zu schaffen, betonte der Regiobuschef weiter. Momentan arbeiten im Fahrdienst des Unternehmens 290 Männer und zehn Frauen. Im Werkstattbereich habe es bislang keine weibliche Bewerberin gegeben. Hennig will um neue Fahrerinnen werben und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern.

Regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Potsdam-Mittelmark Theresa Pauli wollen den Anteil von Frauen in Unternehmen erhöhen. Quelle: André Großmann

Weiter Weg bis zur Gleichberechtigung

Dass diese vor allem für Mütter ein Thema sei, resultiert für Theresa Pauli aus einem seit Jahrhunderten geprägten Rollenmodell. „Hier müssen Medien, Wirtschaft und Politik noch mehr arbeiten“, kommentiert Pauli. Sie betont, dass auch das Marketing und Werbung für geschlechterspezifische Farben und Produkte hinterfragt werden sollte.

Deshalb versucht die Mutter von drei Töchtern, sich nicht beeinflussen zu lassen. „Bis zur vollständigen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist es noch ein weiter Weg“, sagte die 32-Jährige auf MAZ-Anfrage. Sie will helfen, diesen mitzugehen.

Von André Großmann

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