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Bad Belzig Geflüchtete wünschen sich WLAN im Heim
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17:23 14.06.2018
Tabea Wedel und Stephane Ngadeu aus Kamerun unterstützen die Unterschriftenaktion für freies WLAN. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Um dem sehnlichen Wunsch nach freiem WLAN und einem Computerraum im Übergangswohnheim im Weitzgrunder Weg in Bad Belzig Nachdruck zu verleihen, haben Geflüchtete und Unterstützer jüngst eine Unterschriftenaktion gestartet.

Seit April dieses Jahres liegt das Papier im Infocafé „Der Winkel“ in der Straße der Einheit aus. Zwischenzeitlich haben sich bereits mehr als 300 Befürworter gefunden. Rund 200 Unterzeichner kommen aus den Reihen der Geflüchteten selbst, die teilweise im Heim leben oder dort gelebt haben.

„Refugee-Communitiy-Meetings“ seit Jahresbeginn

Die Aktion wurde im Rahmen der seit Jahresbeginn stattfindenden „Refugee-Communitiy-Meetings“ ins Leben gerufen. Tabea Wedel bezeichnet die Zusammenkünfte als Selbstverwaltungstreffen von Flüchtlingen, die in regelmäßigen Abständen im Bad Belziger Infocafé stattfinden.

„Anfangs wurden sie von uns moderiert, jetzt von den Geflüchteten selbst“, so die 20-Jährige aus Schmerwitz, die sich seit geraumer Zeit im Infocafé engagiert und zu den Unterstützern der Unterschriftenaktion gehört.

Kontakt zur Familie wird erleichtert

Darum wünschen die Geflüchteten sich Computer und Internetzugang im Übergangswohnheim:

Die Kommunikation mit Arbeits- und Sozialamt, Jobcenter und Anwälten wird erleichtert.

Der Kontakt zur Familie im Herkunftsland ist möglich.

Deutschkenntnisse können über Lernprogramme aus dem Internet verbessert werden.

Das Internet kann zum übersetzen von Dokumenten genutzt werden.

In Vorbereitung auf einen späteren Job kann der Umgang mit dem Computer erlernt und der Deutschtest „Leben in Deutschland“ bearbeitet werden.

Außerdem haben die Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg (Linke), der Koordinator für Rechtsextremismus in Bad Belzig, Götz Dieckmann, der Vorsitzende des Arbeits- und Ausbildungsförderungsvereins Kuhlowitz, Johannes Blatt, und der Vorstand des Vereins „Belziger Forum“ das Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützt. „In der Sicherheitskonferenz der Stadt Bad Belzig sprach sich auch die Polizei für das Vorhaben aus“, ergänzt Wedel.

Zwischenzeitlich haben die im Heim lebenden Flüchtlinge signalisiert, anteilig die Kosten des Internetzugangs selbst zu finanzieren. „Alle Seiten sind bemüht, dass für den Landkreis und den Steuerzahler keine weiteren Kosten anfallen“, so die 20-Jährige.

Computer im Café oft überbelegt

Sind 500 Unterschriften gesammelt, soll die Liste an Landrat Wolfgang Blasig (SPD) übergeben werden. „Es muss natürlich auch geklärt werden, ob die Flüchtlinge den Anschluss überhaupt aus eigenen Mitteln mitfinanzieren dürfen“, sagt Wedel weiter.

Dann zeigt sie auf die vier im Infocafé vorhandenen Computerarbeitsplätze, vor denen sich gewöhnlich Warteschlangen bilden. „Sie sind oft überbelegt“, so die junge Frau.

Beschwerden bleiben nicht aus

Das freie Internet des Infocafés wird durch die Flüchtlinge auch nach 18 Uhr weiter genutzt, wenn der Treff geschlossen ist. In dieser Folge bleiben Beschwerden nicht aus – beispielsweise wegen auf der Treppe und auf offener Straße geführte, laute Telefonate der Geflüchteten.

„Die Nachbarn sind nicht unbedingt glücklich mit der Situation. Wir wollen da Spannung rausnehmen“, sagt Wedel. Gleichzeitig räumt sie ein, dass die Suche nach einem geeigneten Raum im Übergangswohnheim schwer fallen dürfte.

Unterstützung aus Potsdam zugesagt

Sollte dieser wider Erwarten dennoch gefunden werden, gibt es bereits Unterstützungsangebote der „Refugee-Community“ aus der Landeshauptstadt, Computertechnik zur Verfügung zu stellen. „Deshalb wird wenigstens ein WLAN-Anschluss im Übergangswohnheim gebraucht“, betont die 20-jährige Tabea Wedel.

Stephane Ngadeu aus Kamerun nickt. Er lebt seit zwei Jahren im Heim im Weitzgrunder Weg. Mit einem Internetzugang vor Ort könnten viele Abläufe beschleunigt und erleichtert werden, sagt er.

Von Christiane Sommer

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