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Bad Belzig Helden aus der zweiten Reihe: Sie versorgen die Kameraden
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Helden aus der zweiten Reihe: Sie versorgen die Kameraden
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13:41 30.07.2018
Zugführer Frank Winkler präsentiert stolz den neuen Feldkochherd für den Katastrophenschutz in Bad Belzig. Quelle: Josefine Kühnel
Bad Belzig

Feuerwehrmänner und Polizisten müssen anrücken, wenn es brennt. Bei oft stundenlang andauernden Einsätzen nach Unfällen, Bränden oder Staus müssen die Retter vollen Körpereinsatz geben. Das geht nur, wenn sie vor lauter Anstrengung nicht vom Fleische fallen.

Frank Winkler ist seit 25 Jahren leidenschaftlich als ehrenamtlicher Helfer im Katastrophenschutz aktiv. Er und sein Team helfen den Helfern. Doch der Ablauf funktioniert häufig nicht so reibungslos, wie er könnte.

Deshalb beliefert die Sondereinsatzgruppe Versorgung der unteren Katastrophenschutzbehörde in Bad Belzig die Helden im Einsatz im gesamten Landkreis mit Getränken und Essen. Kürzlich bekamen die Johanniter, die sich dieser Aufgabe im Landkreis seit 25 Jahren annehmen, einen neuen Feldkochherd, um Feuerwehrmänner und Polizisten im Einsatz noch besser unterstützen zu können. Seine Feuertaufe erlebte das neue Gerät beim Einsatz in und um Fichtenwalde, wo es in der letzten Woche plötzlich lichterloh brannte.

Zwei Neuerungen

Zugführer Frank Winkler ist schon seit 25 Jahren im Katastrophenschutz aktiv und weiß den neuen Herd zu schätzen. „Er ist fast identisch mit unserem 20 Jahre alten Feldkochherd bis auf zwei Neuerungen.“

Zum einen hat er eine Zündelektrode, die das Gas im Brenner durch eine Klickzündung automatisch entzündet. Beim alten Feldkochherd musste der Brenner noch per Hand mit Hilfe einer Lunte entzündet werden. Eine weitere Neuerung ist das Bratbackmodul. In ihm findet sich zusätzlich zur übergroßen Bratpfanne ein integrierter Ofen.

Probleme im Einsatz

Auf der anderen Seite gibt es Dinge, die den Helfern im Katastrophenschutz schwer im Magen liegen. „Ich würde mir eine bessere Zusammenarbeit mit den Wehrführern wünschen“, sagt Frank Winkler.

Dem 48-Jährigen macht schwer zu schaffen, dass sich viele Einsatzleiter erst zu spät bei der Versorgungseinheit melden. „Leider rechnen die Feuerwehrmänner in ihren Zeiteinheiten.“ Wenn da der Alarm geht, sei die Feuerwehr in kürzester Zeit am Brennpunkt. Wenn der Katastrophenschutz nur kalte Getränke vorbeibringen muss, sei er auch relativ schnell vor Ort.

„Ganz anders sieht es aber aus, wenn wir Heißgetränke oder eine warme Mahlzeit mitbringen sollen. Schließlich fasst jeder unserer drei Kochkessel 125 Liter. Bis die heiß sind, vergeht schon mal eine knappe Stunde. Die Einkaufszeit für nicht bevorratete Waren kommt natürlich noch hinzu.“

Nichts Essbares in der Nacht

Außerdem gelte es zu bedenken, zu welcher Tageszeit die Versorgungseinheit gerufen würde. So sei es unter der Woche zwischen 8 und 20 Uhr kein Problem, Lebensmittel zum Kochen heranzuschaffen.

„Aber nachts, sehr früh morgens oder am Sonntag ist in der Region nahezu unmöglich, etwas Essbares aufzutreiben.“ Anlaufpunkte während der handelsüblichen Öffnungszeiten seien ein Lebensmittelgeschäft in Bad Belzig und anschließend eine Tankstelle bei Linthe.

Bockwurst und Gulasch

Die Erstverpflegung bestehe im Landkreis Potsdam-Mittelmark aus Bockwurst und Brötchen. „Bei längeren Einsätzen gibt es dann später je nach Jahreszeit eine Suppe“, verrät Frank Winkler.

Nach 20 Jahren hatten die Johanniter allerdings die ewig gleiche Suppe satt – und bieten deshalb seit einigen Jahren Gulaschsuppe an.

Fatale Mitgliederentwicklung

Eine weitere Herausforderung sei der Mitgliederschwund. „Der ist fatal. Wir sind zurzeit nur zehn Helfer in der Versorgungseinheit und vier in der dazugehörigen Motorradstaffel.“ Viele von ihnen seien schon kurz nach der Wende beigetreten und gehörten damit zum älteren Semester. „Wir suchen vor allem jüngere Helfer. Gern können sich aber auch ältere Freiwillige melden, die etwa im Frühruhestand sind“, sagt Frank Winkler.

Sein absoluter Traum wäre ein ausgebildeter Koch. Der könne an der Herausforderung, mit einer Feldküche zu arbeiten, immerhin auch über sich hinaus wachsen.

Weitere Informationen zum Beitritt unter www.seg-bad-belzig.de.

Von Josefine Kühnel

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