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15:37 29.06.2018
Katarina und Nora Vomacka lernen von Phytopathologin Bettina Klocka, wie man Schädlingsbefall an Nutzpflanzen feststellt. Quelle: Josefine Kühnel
Dahnsdorf

Woran erkenne ich, ob die Blätter einer Nutzpflanze an einem Pilzbefall leiden? Wie messe ich den Blattflächenindex eines Rapsfeldes und wozu?

Diesen Fragen widmeten sich zwei 7. Klasse der Bad Belziger Krause-Tschetschog-Oberschule von Montag bis Mittwoch im Projekt „Landwirtschaft erleben“ auf den Versuchsfeldern des Julius Kühn-Instituts in Dahnsdorf.

Unterschiedliche Themengebiete

Für viele der 50 Teilnehmer war es das erste Mal, dass sie einen Acker nicht aus dem Beifahrersitz heraus in der Ferne betrachten, sondern mittendrin stehen.

An drei verschiedenen Stationen lernten sie direkt vor Ort, wie die Wissenschaftler des Instituts in den Bereichen Kulturpflanzen und Beikraut, Pilzliche Schaderreger und Blattflächeneinstrahlung-und Index arbeiten.

Im Projekt „Landwirtschaft erleben“ lernten die Teilnehmer jede Menge Wissenswertes über die Tätigkeitsfelder in der Landwirtschaft. Sehen Sie hier die schönsten Eindrücke des Projekts.

Begeisterung bei Nora

Das klingt trocken, fand auch die 14-jährige Nora Vomacka, als sie zum ersten Mal von dem Vorhaben hörte. Doch nach dem vielseitigen Besuch im Feld änderte sie ihre Einstellung:

„Ich hätte niemals gedacht, dass mir das Projekt so sehr gefallen würde. Ich dachte vorher, es würde mega langweilig werden. Aber wir durften traktorfahren, Kälbchen streicheln und lernen, wie man Pflanzenkrankheiten erkennt und bestimmt. Es war einfach super“, ist das erstaunliche Fazit der 14-Jährigen.

Grüne Berufe attraktiv

Sie kann sich nach der Exkursion zu den Versuchsfeldern des Kühn-Instituts sogar vorstellen, selbst eine Ausbildung zur Pflanzentechnologin zu machen.

Das freut vor allem Bettina Klocka. Die Phytopathologin erklärte den Schülern die pilzlichen Schaderreger, nach denen Pflanzentechnologen Ausschau halten müssen.

Dabei lernte die 7b, welche Erreger es gibt, bei welchen Wetterbedingungen diese sich wohlfühlen und wie man ihnen vorbeugen kann. Etwa durch wechselnde Fruchtfolge und den Anbau resistenter Arten.

Sie bestimmten direkt im Feld den prozentualen Schädlingsbefall von Braunrost am Raps und lernten, ab welchem Schwellenwert Fungizide zum Einsatz kommen. Dabei erklärte die Wissenschaftlerin die Hintergründe von Kosten und Umwelterwägungen. Die Kinder sind beeindruckt.

Unterricht zum Anfassen

Der 12-jährigen Katarina Vomacka gefiel die Station „Kulturpflanzen-und Beikraut“ am besten, über die Jürgen Schwarz aufklärte.

Dabei sollten die Schüler schätzen, wie schwer die verschiedenen Getreidekörner sind, woran sie die Getreidearten erkennen und wozu ein Zährahmen dient.

„Ich fand es toll, dass wir alles anfassen konnten und direkt im Feld gesehen haben, wie Herr Schwarz arbeitet, das war sehr interessant.“

Blattflächenindex bestimmen

Deutlich mathematischer wurde es in Til Feikes Station zum Blattflächenindex.

Dabei geht es um die Pflanzendichte auf dem Feld, aber auch den Anteil an Sonnenlicht, den die Blätter der Nutzpflanzen aufnehmen können.

„Ich fand´s cool, dass wir direkt im Feld die Maispflanzen abschneiden konnten und praktisch den Index berechnen konnten, das hat Spaß gemacht. Das Blattflächenmessgerät anzuwenden, war auch cool“, sagt der bald 14-jährige Julian Schön.

Dabei lernten die Schüler auch die Grundlagen zur Photosynthese.

Pilotprojekt

Das Projekt „Landwirtschaft erleben“ ist ein Pilotprojekt. Angestoßen hat es Sylvia Herrmann vom Agraraktiv-Kompetenzzentrum für Landwirtschaft und Ländlichen Raum.

Der Projektträger ist der Kreisbauernverband, dem sie ebenfalls angehört. „Ich finde es wichtig, dass junge Leute mit der Landwirtschaft in Berührung kommen. Ich fände es toll, wenn die Idee, es als Verbandsprojekt zu betreiben, auch andere Verbände überzeugen würde.“

Drei volle Projekttage

Am ersten Projekttag bekamen die Schüler eine Einführung in die grünen Berufe und einen Vortrag über die EU-Agrarpolitik vom Kreisbauernverbandsvorsitzenden Jens Schreinicke.

Außerdem lernten sie gemeinsam ein gesundes Frühstück und Mittagessen zuzubereiten. Der zweite der drei Projekttage beinhaltete einen recht üppigen Aufgabenplan.

Zusätzlich zu den Dahnsdorfer Versuchfeldern besuchten die Schüler noch die Agrargenossenschaft Rädigke und die Agrargenossenschaft Flämingrind in Kranepuhl.

Klassenlehrer überzeugt

Nach Abschluss aller drei Stationen in Dahnsdorf ist der Klassenlehrer der 7b, Christian Wieland, zufrieden mit seinen Rabauken:

„Ich hatte mir versprochen, dass die Kinder die landwirtschaftlichen Berufe kennenlernen und begreifen, dass sie alle mit ihrem Leben direkt zusammenhängen. Bei den meisten ist das glücklicherweise angekommen."

Sein Fazit des ereignisreichen Tages: „Das Projekt ist auf jeden Fall eine sinnvolle Sache, an der wir gern mit den neuen siebten Klassen im kommenden Schuljahr wieder teilnehmen würden.“

Von Josefine Kühnel

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