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Bad Belzig So viel Spaß bringt der Improvisationskurs
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19:13 30.01.2019
Die Idee hinter der Improvisation: Das Angebot des Spielpartners annehmen und weiterführen. Quelle: Josephine Mühln
Bad Belzig

Bis Sieben zählen kann doch so schwer nicht sein. Außer man ist Teilnehmer des Improvisationskurses von Jens Clausen. Dann kann bis Sieben zählen auch mal zur Herausforderung werden.

Denn zählen allein reicht hier nicht. Zusätzlich zeigt ein Schlag auf die Schulter die Richtung an, in der gezählt wird – und die kann natürlich jeder beliebig ändern. Oder der Nebenmann duckt sich weg und bringt so den Rhythmus durcheinander. Zusätzlich muss jeder, der einen Fehler macht, eine Runde um den Kreis laufen. Und all das bitte möglichst zügig und ohne zu viel nachzudenken.

Von der Scholl-Schule in den Trollberg

Doch die Übung erfüllt ihren Zweck. Anschließend sind alle aufgelockert, haben viel gelacht und die gröbsten Alltagssorgen hinter sich gelassen. Der erste Improvisationskurs für dieses Jahr hat am Montagabend begonnen und findet jetzt alle zwei Wochen statt.

Kursleiter Jens Clausen aus Berlin ist Theaterwissenschaftler, Regisseur und Theaterpädagoge – und bietet seinen Workshop seit zwei Jahren auch in Bad Belzig an. Bislang ist die Truppe immer in den Räumen des Jugendtheaters „Strumpfhose“ in der Weitzgrunder Straße zusammengekommen. Seitdem das Gebäude der alten Scholl-Schule saniert wird, finden die Treffen im Trollberg statt.

Beim sogenannten Paarvortrag ist einer die Stimme und der Hintermann muss mit den Armen die entsprechenden Gesten liefern – natürlich als Improvisation. Quelle: Josephine Mühln

„Am meisten Spaß an der Arbeit machen mir die Spieler selbst“, sagt Jens Clausen. „Mein Beruf ist einfach nah am Leben und ich mag die Mischung aus Spontanität und Spaß.“ Das Besondere an der Improvisation ist, dass alle Teilnehmer spontan agieren, ohne vorherige Proben. „Das Zusammenspiel von Spontanität und Risiko finde ich sehr reizvoll. Nicht zu wissen, wie es ausgeht“, sagt Jens Clausen.

Eine Gruppengröße von zehn bis maximal 14 Teilnehmern sei ideal. „Schön ist auch zu merken, dass die Leute immer besser werden – sie entwickeln zunehmend mehr Spielfreude und mehr Improvisationsfähigkeit“, sagt der Kursleiter. „Man ist nie fertig mit Impro lernen, alle Fragestellungen begegnen einem immer wieder – dann nur auf einem höheren Level.“

Ins Zentrum der Handlung gehen

Im weiteren Verlauf des Kurses sollen in Zweierteams kurze Szenen improvisiert werden. „Es geht darum, die Ideen, die euch euer Gegenüber anbietet, aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Übergeht die Ideen nicht – und blockiert sie vor allem nicht“, weist Jens Clausen an.

Das erste Paar hat etwas auf dem Boden entdeckt – eine Qualle, wie im weiteren Szenenverlauf herausgearbeitet wird. „Die Qualle ist das Zentrum eurer Handlung, da müsst ihr reingehen. Wie kann das gelingen?“, fragt Clausen. „Indem sich einer daran verbrennt“, lautet der Vorschlag der Zuschauer.

Selbst zur Improvisation beitragen

Ein Thema, bei dem man sich auskennt, sei immer gut geeignet für eine Improvisation. „Dann kommen die Ideen von ganz allein und ihr könnt zusammen eine Szenerie aufbauen.“ Es sei außerdem wichtig, etwas beizutragen – und die Verantwortung nicht nur an den Spielpartner abzugeben.

Unter die Teilnehmer, die schon mehrmals an den Kursen von Jens Clausen teilgenommen haben, hat sich am Montag auch ein neues Gesicht gemischt. Till Schippers ist während des Altstadtsommers auf die Gruppe aufmerksam geworden – und wollte seitdem gerne mitmachen.

Ein erfrischender Tagesabschluss

„Das Spiel ohne Konzept reizt mich, weil es meiner Meinung nach im Alltag nur wenig Spielräume für Erwachsene gibt“, sagt der Chiropraktiker aus Bad Belzig. Eigentlich sei er nach rund zehn Stunden Arbeit todmüde gewesen. „Aber das hat mich wieder aufgeweckt, ich habe viel gelacht.“

Auch habe er gedacht, die Hemmschwelle sei größer. „Alle kannten sich schon und hatten Erfahrung, aber ich habe mich gut aufgenommen und integriert gefühlt“, sagt Till Schippers. „Das war ein erfrischender Tagesabschluss und ich freue mich auf die kommenden Termine.“

Wer Lust bekommen hat, selbst Improvisationsluft zu schnuppern, der kann sich bei Jens Clausen melden. Er ist erreichbar per Mail an: mail@jens-clausen.de oder telefonisch unter: 0178/5633492.

Von Josephine Mühln

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