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Bad Belzig In Ragösen sind die ersten Stangen geerntet
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05:11 28.04.2018
Auf den Spargelfeldern von Sladjana Mitic in Ragösen lauft die Ernte auf vollen Touren. Die Unternehmerin beschäftigt in diesem Jahr elf Saisonkräfte. Quelle: Andreas Koska
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Ragösen/Bardenitz

Ab sofort lässt Sladjana Mitic den Spargel auf ihren Feldern in Ragösen stechen. „Das schöne Wetter hat uns zuletzt doch noch geholfen“, sagt sie. Allerdings kann sie erst auf den beiden ersten Hektar Flächen einen Ertrag erzielen. Dort werden die Spargelreihen von Folie bedeckt. Die restlichen acht Hektar bereitet Mitic noch vor. „Hier arbeiten wir ohne Folie, es dürfte noch etwas dauern, bis auch dort geerntet werden kann“, weiß die 50-jährige Bäuerin aus Erfahrung.

Insgesamt elf Saisonkräfte hat sie in diesem Jahr beschäftigt, sie kommen alle aus Rumänien. „Dabei ist Renata Ari meine rechte Hand“, lobt die Chefin. Die 24-Jährige ist zum zweiten Mal in Ragösen, hat allerdings mehrere Deutschlandaufenthalte hinter sich. Sie spricht ausgezeichnet deutsch und ist für den Verkauf zuständig. „Ich war in Ravensberg bei der Apfelernte“, erzählt die junge Frau, die in diesem Jahr auch ihren Vater mitgebracht hat, der auf dem Feld arbeitet. Sie hat auch einige Zeit bei der Kartoffelsortierung bei der Firma KTG in Linthe gearbeitet. „Dabei habe ich die Sprache gelernt“, sagt Renata Ari.

Personal für Verkaufsstände wird noch gesucht

Als eine der ersten und treuen Kundinnen ist schon Heike Haß da gewesen. Sie begrüßt die Spargelbäuerin freundschaftlich. Sie kennen sich seit sieben Jahren – also seit Mitic den Spargelhof im Jahr 2011 übernommen hat. Probleme bereitet Mitic in diesem Jahr die Vermarkung. „Wir suchen dringend Personal für die Verkaufsstände“, erzählt sie und hofft, doch noch jemanden zu finden. Die Unternehmerin betreibt in Bad Belzig, Niemegk und Brück jeweils einen Verkaufsstand. In diesem Jahr legt sie in den Ragösener Räumen auch einen Ruhetag ein, am Montag bleibt der Hofladen zu. Traditionell will Mitic bis zum Johannistag am 24. Juni stechen, danach rüstet sie sich für die Heidelbeersaison.

Auf dem zweiten und wesentlich größeren Hof in Bardenitz wechseln gerade die Besitzverhältnisse. Der bisherige Eigentümer Andreas Wittmann aus Bayern ist dabei, den 70 Hektar großen Hof an einen Investor aus Ludwigslust in Mecklenburg weiter zu geben. „Der vollständige Übertrag erfolgt in den nächsten Tagen“, sagt Geschäftsführer Sljadan Mitic. Der Ehemann von Sladjana Mitic verwaltet nun den Hof und sieht ebenfalls große Probleme bei der Arbeitskraftsuche. In Bardenitz sind hauptsächlich Rumänen tätig. „Aber auch die sind immer schwerer zu bekommen“, berichtet der Spargelbauer. Deshalb wollte er Ukrainer anwerben. „Von da dürfen aber nur Studenten kommen“, weiß Mitic inzwischen.

Auf den Spargelfeldern von Sladjana Mitic in Ragösen hat die Ernte begonnen. Sie beschäftigt in diesem Jahr elf Saisonkräfte, die ihr zur Hand gehen. Quelle: Andreas Koska

Bereits Anfang Februar habe er entsprechende Anträge für eine Arbeitserlaubnis gestellt – ohne Antwort oder gar Erfolg, wie er sagt. „Auch wenn jetzt noch die Arbeitserlaubnis ankäme, müssten als nächstes Visa beantragt werden. Bis alles in Sack und Tüten ist, ist die Ernte vorbei“, empört sich der Unternehmer. Wie er sagt, arbeiten Ukrainer für 25 Euro am Tag in Polen. „Ich würde hier Mindestlohn von reichlich 8 Euro die Stunde zahlen und die Studenten könnten so mehr verdienen“, so Mitic.

Die Zukunft sieht dennoch etwas positiver aus. „Der Spargel wird wie immer ab Hof verkauft und vielleicht kommen doch wieder Erdbeeren hinzu“, sagt Sladjan Mitic, der keinen Widerspruch zwischen seinem und dem Angebot seiner Ehefrau sieht. „Dafür ist der Hof in Ragösen zu klein und zu weit weg“, ist er sich sicher. Beide werden Bestand haben. Und die Kunden haben Lust auf das Edelgemüse.

Von Andreas Koska

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