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Bad Belzig In Werbig gibt es bald Tischler-Honig
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00:19 03.04.2018
Die beiden Auszubildenden Dennis Lüdicke und Ulrike Heinrich bauen „Beuten“, um dem Bienensterben entgegen zu wirken. Quelle: Josefine Kühnel
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Werbig

Emsiges Treiben herrscht in der Tischlerei Spatzier in Werbig: Die Schreiner messen das Holz aus, schneiden es zu und lackieren es. Sie restaurieren alte Fenster für eine Potsdamer Stadtvilla oder bauen historische Fensterrahmen nach.

Mitten im Trubel hantieren auch die beiden Lehrlinge Ulrike Heinrich und Dennis Lüdicke. Sie durchlaufen seit August 2017 die Tischlerausbildung und beschäftigen sich seit zehn Tagen mit einem ganz besonderen Projekt: Dem Bau von Bienenkästen, so genannten Beuten.

Idee durch Autohersteller Porsche bekommen

Darin einziehen sollen am achten Mai vier fleißige Bienenvölker. Auf die Idee gekommen war einer der drei Inhaber des Familienbetriebs, Jörg Spatzier. Er hatte über die Medien mitbekommen, dass der Auto-Hersteller Porsche in Leipzig im Zuge seiner Nachhaltigkeitsstrategie im letzten Sommer Honigbienen angesiedelt hatte.

Daraufhin informierte er sich über das Insekten- vor allem das Bienensterben- und wollte helfen. „Unsere Umgebung hier ist perfekt für die Insekten. Wir haben ein Naturschutzgebiet um die Ecke und weit und breit gibt es keine landwirtschaftlich betriebenen Felder. Die fleißigen Arbeiterinnen können sich die Pollen also im Wald sammeln“, sagt er.

Die Lehrlinge Ulrike Heinrich und Dennis Lüdicke sind seit August 2017 bestandteil der Spatzier-Familie. Quelle: Josefine Kühnel

Hobbyimker hilft bei der Ansiedlung

Gelegen kam, dass sein Angestellter Stefan Kubeth aus Niemegk ein leidenschaftlicher Hobby-Imker ist. Er erklärte sich gern dazu bereit, bei der Ansiedlung der Bienenstämme zu helfen und sie anschließend zu pflegen. Zur bevorstehenden Bienenansiedlung sagte er scherzhaft: „Ich werde dann vier Starterpakete mitbringen.“ Damit meint er je eine Bienenkönigin und einen gewissen Stamm an Arbeiterbienchen.

Der Honig soll nicht verkauft werden

Der Hobbyimker kennt sich aus. Zehn bis fünfzehn Kilo Honig könnten die Bienchen in der Saison produzieren, weiß er. Verkaufen will Jörg Spatzier das süße Gold aber nicht. „Wir sind eine Tischlerei und keine Imkerei. Aber vielleicht verschenken wir ab und an ein Gläschen und die Mitarbeiter können sich dran erfreuen.“

Die beiden Lehrlinge hatten zur Weihnachtsfeier 2017 von ihrem Glück erfahren. „Die Idee fand ich richtig gut. Das Bienensterben aufhalten und etwas Gutes für die Umwelt tun - da pack ich gern mit an“, sagt Ulrike Heinrich.

Für die Umwelt setzt sich die Tischlerei Spatzier nicht erst seit zehn Tagen ein. „Wir verwenden fast ausschließlich mitteleuropäische Holzarten. Wenn wir doch mal was Tropisches dabei haben, achten wir auf kontrollierten Anbau“, sagt Jörg Spatzier.

Dennis Lüdicke zeigt den Bienenkasten, der als Vorbild für den Bau der eigenen vier Beuten diente. Quelle: Josefine Kühnel

Komplizierte Aufgabe

Vor zehn Tagen machten sie sich an die Arbeit. Sie begutachteten einen fertigen Bienenkasten, nahmen die Maße und erstellten einen Plan. Die Aufzeichnungen sehen kompliziert aus. Mehrere Seiten voller Bleistiftskizzen und eine Tabellen voller Zahlen zeigt Dennis Lüdicke.

„Ach so schwer ist das nicht. Aber es ist eines unserer bisher größten Projekte. Besonders schön ist, dass wir beide alles zusammen bearbeiten“, sagt der 18-Jährige. Die Azubis bestellten das Material und ließen es von einem Kollegen zuschneiden.

Lehrlinge freuen sich schon jetzt auf den Wald-Honig

So ganz uneigennützig handelte Jörg Spatzier jedoch nicht, denn die Bienenkästen sind „eine wunderbare Übung für die Zinkung“, also die Bearbeitung der Holzverschränkungen an den Ecken. „Das ist schon eine sehr anspruchsvolle Aufgabe“, sagt er.

Die Lehrlinge freuen sich schon jetzt auf ihre Belohnung: Den guten Tischler-Waldhonig. „Der soll der Beste sein, habe ich gehört“, sagt die 20-jährige Ulrike Heinrich mit einem verschmitzten Lächeln und macht sich wieder an die Arbeit.

Von Josefine Kühnel

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