Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Bad Belzig Les-Bi-Schwule Tour macht Halt in der Kreisstadt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Les-Bi-Schwule Tour macht Halt in der Kreisstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:27 30.08.2018
Stand der Les-Bi-Schwulen-Tour vor dem Bad Belziger Rathaus. Quelle: Christina Koormann
Bad Belzig

Gegen das verregnete Grau am Himmel strahlten am Donnerstag bunte Regenbogenfarben vor dem Rathaus in Bad Belzig: Die „Les-Bi-Schwule-Tour“, ausgehend vom Landesverband des Vereins Andersartig und dem Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg, machte auf ihrer Reise durch Brandenburg unter dem Motto „Brandenburg bleibt bunt“ in der Stadt Station. Um 11 Uhr hisste der stellvertretende Bürgermeister Christoph Grund mit Kampagnenvertreter Eric Fattler die Regenbogenfahne.

Der stellvertretende Bürgermeister Christoph Grund und Eric Fattler hissen die Fahne. Quelle: Christina Koormann

„Wir begrüßen solche Aktionen und heißen die Tour in Bad Belzig herzlich willkommen“, sagte Grund. „Gemeinsam diese Fahne zu hissen, ist einfach wichtig, um Toleranz und Akzeptanz zu demonstrieren.“

Mit der Regenbogenfahne, dem internationalen Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung, wurde auch eine weitere kleine Fahne mit zwei Venus-Symbolen am Mast hochgezogen –mitgebracht hatten sie Anna Siotto und Hanna Lindenberg, die in Hagelberg in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung leben.

„Das Leben hier vor Ort ist angenehm, es ist ein gutes Klima“, sagte Hanna Lindenberg, „aber es wäre wichtig, dass untereinander eine größere Gemeinschaft entsteht.“ Auf dem Land falle man noch immer auf, wenn man sich öffentlich als homosexuell zeige; die Szene konzentriere sich eher in Großstädten wie Berlin.

„Es ist noch immer nicht selbstverständlich, schwul oder lesbisch zu sein –hetero gilt als normal, homo nicht“, sagte die Bad Belzigerin. Dass die Kampagne in ihrer Stadt Halt mache, sei ein gutes Signal. „Es geht einfach um die Sichtbarkeit“, sagte Anna Siotto. „Wir sind hier, wir sind viele, und die Kampagne ermutigt Leute dazu, Fragen zu stellen und sich zu orientieren.“ Sie selbst hätte sich gewünscht, dass es in der Zeit vor ihrem Coming-Out eine solche Aktion gegeben hätte.

Tour durch Potsdam-Mittelmark und das Havelland

Seit 1998 reist die Kampagne durch das Land Brandenburg. In diesem Jahr führt sie durch die Landkreise Potsdam-Mittelmark und Havelland, wo insgesamt 19 ehrenamtliche Aktivisten eine Woche lang über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt aufklären und informieren. Unterstützung erhalten sie dabei in der Regel von den Städten und Landkreisen, aber auch von Schulen, Jugendclubs, Kinos, Bibliotheken, Sozialeinrichtungen und weiteren Organisationen.

Engagement für Vielfalt, die sichtbar wird: Das Team der Les-Bi-Schwulen-Tour, hier in Bad Belzig mit dem stellvertretenden Bürgermeister Christoph Grund (zweiter von links). Quelle: Christina Koormann

Am Mittwochmorgen flatterte die Regenbogenfahne am Rathenower Rathaus. „Als wir vor zwei Monaten die Anfrage bekamen, sagten wir sofort zu“, sagte Bürgermeister Ronald Seeger (CDU). „Es ist richtig und wichtig, diese Tour zu machen und so auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn das ist leider nach wie vor nötig.“ Die Stadt Rathenow hatte sogar eine eigene Regenbogenflagge bestellt, weil das Exemplar, das die Aktivisten mitbrachten, nicht für die Aufhängung am Rathaus geeignet ist.

„Wir wollen, dass Brandenburg bunt bleibt“

„Eine tolle Geste“, lobte Lars Bergmann, Geschäftsführer des Vereins Andersartig und auffälligstes Mitglied des Teams. So bunt wie Bergmanns Haare waren auch die Luftballons und Infobroschüren, mit denen die Gruppe an den verschiedenen Standorten auf sich aufmerksam machte. „Das sieht vielleicht alles ganz kuschelig und putzig aus, aber es hat einen sehr ernsten Hintergrund“, betonte Bergmann und machte sogleich die Ziele der Antidiskriminierungskampagne deutlich: „Wir wollen, dass Brandenburg bunt bleibt. Wir wollen, dass Lesben, Schwule, Bi-, Trans-, Intersexuelle und queere Menschen sichtbar werden.“

„Die Wertschätzung, die unserer Kampagne entgegen gebracht wird, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt. Von eher pflichtmäßiger Teilnahme bis hin zu echter und engagierter Unterstützung ist alles dabei“, berichtet Kay-Alexander Zepp, Geschäftsführer des Jugendnetzwerks Lambda Berlin-Brandenburg, dass die Kampagne seit 2006 unterstützt.

Die 20. Les-Bi-Schwule-Tour führte von Potsdam über Nauen und Teltow nach Rathenow und Bad Belzig. Heute endet sie Tour in Werder.

Mehr zur Initiative unter www.brandenburg-bleibt-bunt.de

Von Christin Schmidt und Christina Koormann

David Hoffmann aus Bad Belzig und Michael Klenke aus Brück wollen verhindern, dass die Kreisverwaltung in Beelitz-Heilstätten zentralisiert wird. Sie starteten nun eine Online-Petition.

29.08.2018

Schüler der Geschwister Scholl-Grundschule lernen auf einem liebevoll gestalteten Übungsplatz das richtige Verhalten auf der Straße. Gebaut haben diesen Teilnehmer eines Projektes für Langzeitarbeitslose.

29.08.2018

Das DRK hat sich eine Profi-Drohne zugelegt, um Wasserwacht und Rettungshundestaffel beim Suchen nach Vermissten und Verirrten zu unterstützen. Das fliegende Auge hat noch mehr Qualitäten.

30.08.2018