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Bad Belzig „Keimzeit“ hat sich für neues Album von der Heimat inspirieren lassen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig „Keimzeit“ hat sich für neues Album von der Heimat inspirieren lassen
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09:06 09.02.2019
Keimzeit-Sänger Norbert Leisegang vor seiner alten Schule, der Scholl-Schule, die damals noch Erweiterte Oberschule war. Quelle: René Gaffron
Lütte

Ein Teppich gehört auf den Boden. Das freilich wäre zu profan für Norbert Leisegang. Eine solche Auslegware vor den Augen und Füßen hat den Frontmann der Gruppe „Keimzeit“ nach eigener Aussage jedenfalls bei einem Aufenthalt auf der Burg Rabenstein zu einem Titel inspiriert.

Entstanden ist ein vor Wortwitz nur so sprühender Dialog um die Bedeutung von Diele und Textil, bis jenes aus lauter Ärger sogar davonfliegt. Der Streit – gleichermaßen als Duell und Duett mit Gitarrist Martin Weigel vorgetragen – ist ein musikalisches Feuerwerk.

Albumcover der neuen Keimzeit-CD "Das Schloss" Quelle: Promo

Jenes – nah an einer Hip-Hop-Battle gelegen – ist zu hören auf dem Album „Das Schloss“, welches das Sextett aus Lütte zu Monatsbeginn an den Start gebracht hat. Dabei handelt es sich um die 12. Veröffentlichung dieser Art im 37. Jahr des Bestehens der Band.

Eine unerfüllte Sehnsucht

„Das Werk ist keine Neuerfindung der Band, es spiegelt vielmehr das facettenreiche Spektrum wider, das wir abbilden“, sagt Norbert Leisegang. „Da können viele Leute ‚ihren Song` finden“, ist er sich gewiss. Als Autor mit reichlich Fantasie und Poesie reflektiert er in den Texten mehr denn je seine Erlebnisse und Umgebung, hält zunehmend einige Lebensweisheiten parat.

MAZ verlost das aktuelle Album

Das Sextett aus Lütte ist 1980 als Geschwister-Formation der Familie Leisegang gestartet. Nicht mehr dabei sind Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang und Marion Bohn.

Bislang wurden elf Studioalben produziert. „Kling Klang“ (1993) ist der Erfolgstitel.

Aktuell dabei sind darüber hinaus Norbert Leisegang (Gesang), Hartmut Leisegang (Bass), Lin Dittmann (Schlagzeug), Andreas Sperling (Keyboard), Martin Weigel (Gitarre) und Sebastian Piskorz (Trompete).

Das Vorgänger-Album „Auf einem Esel ins All“ hat kurz nach Veröffentlichung im März 2015 Platz 97 der Album-Hitliste von Media Control erreicht.

Ein Presseset mit der aktuellen CD „Das Schloss“ wird verlost. Wer es haben will, schreibt bitte einen originellen Grund auf die Postkarte und sendet diese an die MAZ-Lokalredaktion, Niemegker Straße 3, 14806 Bad Belzig.

Doch paart sich die Erfahrung weiter mit Entdeckerlust, wie der 58-Jährige betont. „Die Reise gen Feuerland ist eine noch unerfüllte Sehnsucht“, räumt er ein. Seit 1993 teilt der Sänger diesen Traum mit dem Publikum, wenn der Hit „Kling Klang“ angestimmt wird.

Aufnahmen in nur vier Tagen

Musikalisches Neuland hat die Combo allemal betreten. Denn dieses Mal wurde Moses Schneider, der schon bei Produktionen der „Beatsteaks“ und „Tocotronic“ an den Reglern saß, für eine Zusammenarbeit gleich in Berlin gewonnen. Nach den ausführlichen Proben im Lütter Blockhaus-Tonstudio wurde schließlich in den Candy Bomber Studios am ehemaligen Flughafen Tempelhof der am erdigen Live-Sound von „Keimzeit“ orientierte Gesamtklang erzielt.

Binnen vier Tagen waren die wesentlichen Aufnahmen original gemeinsam eingespielt. Das schonte nicht nur Ressourcen, sondern steigerte die Konzentration, wie die Musiker nunmehr bilanzieren. Zwei Tage wurden noch für sogenannte Overdubs investiert, ehe Peter Schmidt den endgültigen Mix erledigt hat.

40 Konzerte terminiert

Mit „Actionkalle“, entstanden nach den Beobachtungen bei einem Klassentreffen, kracht zumindest eine Nummer doch rockig aus dem Rahmen. Nicht minder aufregend kommt der Titel „Geht schief“ daher. Ob der vom Produzenten statt Country- verordneten Reggae-Melodie kommt die in dem Lied formulierte Kritik am heutigen Kommunikationsgebaren fast lässig statt bedeutungsschwer daher. Das Publikum kann sich im Takt mitwiegen.

Immerhin: Mehr als 40 Konzerte sind dieses Jahr schon terminiert, weil die Veranstalter laut Manager Dirk Tscherner von der Musik überzeugt sind. Das von der Märkischen Allgemeinen Zeitung präsentierte Heimspiel findet am 27. Juli auf der Burg Eisenhardt in Bad Belzig statt. Gut ein Drittel – und damit überdurchschnittlich viel – der weiteren Auftrittsorte ist indes in den westlichen Bundesländern gelegen.

Album parallel auf allen Kanälen

Dahinter steckt viel Aufwand. Nicht nur dass die Neuerscheinung auf Vinyl und CD auch erstmalig zeitgleich auf allen digitalen Plattformen erfolgt. „Heutzutage müssen ein bis zwei Stunden allein für die Präsenz in sozialen Netzwerken investiert werden“, berichtet Dirk Tscherner.

Gleichwohl die wirkliche Welt schon genügend Abenteuer bereithält. Norbert Leisegang kann Lieder davon singen. Bei „Stillstand (ist aktuell mein bevorzugtes Transportmittel)“ lässt sich nicht nur gut einstimmen. Im Fall des Falles wünscht sich ein jeder den „Fliegenden Teppich“ zurück.

Von René Gaffron

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