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Bad Belzig Kinderärztin bleibt mindestens fünf Jahre
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Kinderärztin bleibt mindestens fünf Jahre
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16:40 12.01.2017
Juliane Graul und Tochter Eleanor mussten in den vergangenen Wochen weit fahren, um einen Kinderarzt zu finden. Quelle: Danilo Hafer
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Treuenbrietzen

Juliane Graul machte sich zuletzt Sorgen um die kinderärztliche Versorgung in Treuenbrietzen. Die 39-Jährige Mutter von zwei Kindern wohnt im Ortsteil Bardenitz und musste in den vergangenen Wochen den Weg nach Jüterbog auf sich nehmen, um ihre Tochter impfen zu lassen.

„Das Problem war, dass die hiesige Kinderärztin fast sechs Wochen krank war“ sagt sie. Darüber hinaus wissen weder sie noch einige andere Eltern, wie es mit der Kinderarztpraxis in Treuenbrietzen weiter gehen wird. „Es hieß, dass die jetzige Ärztin nur vertretungsweise in Treuenbrietzen ist und nur so lange bleibt, bis ein richtiger Nachfolger für die Praxis gefunden wird“, sagt Juliane Graul.

Ärztebedarf

Brandenburg ist laut Kassenärztlicher Vereinigung das Bundesland mit der geringsten Arztdichte bundesweit. Die ambulant tätigen Ärzte versorgen im Schnitt 30 Prozent mehr Fälle, als eine Arztpraxis im Bundesdurchschnitt.

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg ist nach einer vom Bund vorgegebenen Richtlinie für die Ärztebedarfsplanung auf Landkreisebene zuständig.

Wie viele Ärzte eines bestimmten Fachgebietes nötig sind, um die Menschen einer festgelegten Region medizinisch zu versorgen, wird anhand verschiedener statistischer Größen und Kennzahlen berechnet.

Ein Planungsbereich gilt als unterversorgt, wenn der Versorgungsgrad bei Hausärzten unter 75 Prozent und bei Fachärzten unter 50 Prozent liegt. Die Entscheidung über Unterversorgung oder drohende Unterversorgung trifft der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen.

Bis vor einem Jahr führte Gabriele Eichelbaum die Praxis in der Bäckerstraße. Dann ging sie in den Ruhestand. Seit dem 1. April 2016 arbeitet dort nun schon Gabriele Lange. Und das nicht nur vertretungsweise, wie noch immer von einigen Eltern vermutet. „Ich bin die offizielle Nachfolgerin“, betont sie auf Nachfrage der MAZ. Die Kinderärztin kommt eigentlich aus Magdeburg und hat sich im vergangenen Jahr auf eine Stelle im MVZ Luckenwalde beworben.

Damit verbunden war auch die Übernahme der Praxis in Treuenbrietzen. „Seither sind wir jeden Tag hier, 40 Stunden in der Woche“, sagt sie. Und es gäbe durchaus noch Kapazitäten für neue Patienten. „Schon bei der Vorgängerin war die Praxis nicht voll ausgebucht, und auch jetzt können wir ohne Probleme noch Patienten aufnehmen“, so Lange.

Angekommen in der neuen Arbeitsumgebung

Das alte Praxisteam hat sie nicht übernommen. „Es gab zwischendurch eine kleine Pause und da sind die anderen Schwestern dann gegangen“ erklärt sie. Auf der anderen Seite sei das aber gar nicht so schlecht. Denn so könne das Praxisteam völlig neu anfangen und müsse keine Altlasten mit sich rumtragen. Nach fast einem Jahr sei Gabriele Lange nun auch langsam angekommen in ihrer neuen Arbeitsumgebung. Unter der Woche wohnt die Magdeburgerin in Treuenbrietzen, am Wochenende lebt sie weiter in ihrer Heimatstadt. „Von Montag bis Freitag stehe ich jeden Tag in der Praxis, dann geht es wieder nach Hause“, sagt sie.

Gabriele Lange und eine ihrer Schwestern sind nun in den letzten Wochen ausgefallen, da sie sich bei einem Patienten angesteckt haben. „Wir waren nicht ernsthaft erkrankt, durften aus Sicherheit aber erst einmal nicht mehr arbeiten“, sagt Gabriele Lange. Wer in dieser Zeit in die Praxis kam, musste zwangsläufig auf einen anderen Arzt ausweichen. So wie auch Juliane Graul. Sie erhielt allerdings bei vielen Ärzten die Antwort, dass sie eigentlich ausgebucht seien und keine neuen Patienten mehr aufnehmen können. „In Jüterbog konnte ich meine Tochter dann trotzdem impfen lassen, aber als neue Patienten könne er uns nicht mehr aufnehmen, wurde mir gesagt.“

Region gilt als grundsätzlich gut versorgt

Auch wenn es durch krankheitsbedingte Ausfälle an der eine oder andere Stelle mal eng werden kann, sei die Region mit Kinderärzten grundsätzlich gut versorgt, heißt es von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB). In der Stadt Brandenburg und dem Kreis Potsdam-Mittelmark beträgt die Versorgungsquote 213,4 Prozent. In Teltow-Fläming liegt sie bei 177,1 Prozent.

Ab einer Quote von 100 Prozent gilt eine Region als gut versorgt. „Die Ärzte sind zudem gut verteilt, was ein Vorteil für die wohnortnahe Versorgung im Flächenland Brandenburg ist“, sagt KVBB-Sprecher Christian Wehry. Eltern in Treuenbrietzen müssten demnach auch aktuell nicht weit fahren, sollte in ihrem Ort kein Arzt zur Verfügung stehen.

KVB: „Die Bedingungen für Ärzte müssen stimmen.“

In Brück, Beelitz und Jüterbog gibt es Versorgungsangebote im Umkreis von 20 Kilometer. Bad Belzig, Michendorf und Luckenwalde sind keine 30 Kilometer entfernt. Auch künftig sei laut KVBB nicht von einem Mangel an Kinderärzten auszugehen. Dennoch sei die Aufgabe, Ärzte für die ambulante Tätigkeit in den ländlichen Regionen zu finden, vielschichtig. „Die Bedingungen für Ärzte müssen stimmen, gerade die jüngere Generation legt viel Wert auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeits- und Privatleben“, so Wehry.

In Treuenbrietzen soll es in den nächsten fünf Jahren erst einmal nicht zu einer Nachfolgesuche kommen. Denn so lange wird die Gabriele Lange die Kinderarztpraxis auf jeden Fall weiter führen, versichert sie. Dann hätte aber auch sie ein Alter erreicht, um in den Ruhestand zu gehen. Sorge, sie könnte dann keinen Nachfolger finden, hat sie aber nicht. Auch wenn die Attraktivität für eine Niederlassung auf dem Land vor allem bei jungen Menschen nach wie vor niedrig sei. „Wenn sich nicht gleich ein Nachfolger finden sollte, mache ich aber auch länger“, betont die Ärztin.

Von Danilo Hafer

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