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Bad Belzig Klinkengrund hat noch Problemzonen
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11:17 17.04.2018
Quartiersmanager Carsten Tarrach kann sich im Wohngebiet Klinkengrund vor allem auf die Mitarbeit der Senioren verlassen. Quelle: Danilo Hafer
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Bad Belzig

Ursula Senftleben hofft, dass hinter dem altersgerechten Wohnblock in der Hans-Marchwitza-Straße um einige neue Geräte ergänzt wird. Geld dafür soll möglichst aus dem Aktionsfonds des Programms „Soziale Stadt“ bereit gestellt werden. Detlef Schwarz wiederum wünscht sich aus dem Topf eine finanzielle Unterstützung für das zweite Grillfest mit ausländischen Mitbewohnern, die im Klinkengrund leben.

Solche Ideen, die das Miteinander im dem Plattenbauviertel stärken, entsprechen dem Anliegen der Initiative, die seit eineinhalb Jahren nun schon verfolgt wird. Über die Verteilung eines Teilbudgets entscheiden die Mitglieder des Quartiergremiums, das sich in regelmäßigen Abständen trifft. Es ist mit Bewohnern des Klinkengrundes, Vertretern der Wohnungsunternehmen, Politik und Verwaltung sowie anderen Institutionen besetzt. Die Quartiersmanager Carsten Tarrach und Mike Wieland sowie Nils Scheffler von der Deutschen Stadtentwicklungs-GmbH begleiten ihre Arbeit.

Spenden für Aktionsfonds werden verdoppelt

Ein Faltblatt mit allen Informationen zur Projektförderungen liegt zwischenzeitlich vor. Es soll nicht zuletzt bei der Einwerbung von Spenden behilflich sein. Denn wenn Unternehmen sich engagieren und in den Fonds einzahlen, wird die Summe verdoppelt. Zuerst hat die Stadt Bad Belzig 1000 Euro beigetragen.

Vor eineinhalb Jahren gestartet, werden die ersten Erfolge des besonderen Engagements spürbar - wenn auch nicht immer sichtbar, wie die Quartiersmanager dieser Tage bilanzieren. Neben schon einigen kosmetischen Umfeldverbesserungen gibt es noch viele theoretische Vorbereitung. Mit dem barrierefreien Ausbau des Stadteiltreffs „Klinke 1“ im einstigen Dienstleistungszentrum wurde immerhin der Anfang gemacht. Etwa 80 Bewohner suchen pro Monat die Beratungs- und Begegnungsstätte auf.

Eine Million Euro steht bereit

Das Förderprogramm „Soziale Stadt“ wird ähnlich wie die Altstadtsanierung aus Mitteln des Bundes, des Landes und der Kommune gespeist.

Es läuft über zehn Jahre und soll die Lebensqualität im Wohngebiet verbessern.

Dabei geht es weniger um die Sanierung von Gebäuden, sondern vielmehr um eine Verbesserung der Infrastruktur und des Umfeldes.

Damit einhergehend soll das Miteinander im Quartier gestärkt werden.

Bis zu einer Million Euro könnten zu dem Zweck bis 2026 akquiriert werden.

Gegenwärtig leben knapp 2400 Menschen in dem Bad Belziger Plattenbauviertel, das ist mehr als ein Viertel aller Einwohner der Kernstadt.

Am 5. Mai sollen, in der Kindertagesstätte „Tausendfüßler“ die Pläne für die Umgestaltung von deren Außenareal gezeigt werden. „Die Planung ist schon recht weit vorangeschritten“, berichtet Mike Wieland. Die Einrichtung, in der mehr als 200 Jungen und Mädchen betreut werden, ist eines der Hauptbetätigungsfelder in dem auf zehn Jahre ausgelegten Förderprogramm.

Lobende Worte für ihr Engagement, das Projekt „Soziale Stadt“ mit Leben zu füllen, hatte Carsten Tarrach für die Senioren. In der Sitzung des städtischen Sozialausschuss betonte er: „Sie sind sehr aktiv“, so der Quartiersmanager mit Verweis auf fünf Arbeitseinsätze, mehrere Bastelnachmittage und Gesprächsrunden.

Ulla Hahn gehört zu den Aktiven. „Weil der Klinkengrund schöner werden soll“, begründet die 76-Jährige ihren Einsatz. Das Wort „schön“ bezieht sich vor allem auf Ordnung und Sauberkeit, die ein großes Problem sind.

Im Wohhngebiet Klinkengrund in Bad Belzig türmt sich zum Ärger der Bewohner immer wieder illegal abgelagerter Müll auf.     Quelle: Thomas Wachs

Verunreinigte Spielplätze und Müllablagerungen an den Straßen wurden in Umfragen und Gesprächen immer wieder beklagt. „Es hat sich leider herumgesprochen, dass man dort seinen Müll schnell loswerden kann“, räumen die Quartiersmanager ein. Eine Arbeitsgruppe hat sich gegründet. „Eine schnelle Lösung gibt es für dieses Problem jedoch nicht“, dämpft Berater Nils Scheffler die Erwartungen. Für Unmut sorgt weiter das „Waldcafé“ an der Erich-Weinert-Straße.

„Waldcafé“ bleibt ein Problem

Die überdachte Sitzgelegenheit für eine Gruppe Alkoholiker trägt diesen Namen vom Volksmund. Die Holzkonstruktion wurde im Herbst aus Mitteln der „Sozialen Stadt“ finanziert. Zunächst mit dem Ziel, die Alkoholiker aus der von ihnen zum Treff auserkorenen gegenüber liegenden Bushaltestelle zu lotsen. Das Problem ganz und gar zu verdrängen, sondern akzeptierende Suchthilfe zu leisten, ist bislang nicht der Ansatz der Stadtväter.

Jetzt sorgt die fehlende Toilette für Ärger, wie Carsten Tarrach weiß. Anwohner Bodo Hauptmann hält ihn generell für nicht gut gewählt. Er kritisiert: „Nebenan auf dem Platz spielen die Kinder Fußball.“

Von Christiane Sommer

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