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Bad Belzig Lift seit Monaten kaputt: Im Klinkengrund müssen Mieter viele Treppen steigen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Lift seit Monaten kaputt: Im Klinkengrund müssen Mieter viele Treppen steigen
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19:03 11.01.2019
Der Fahrstuhl in der Hans-Marchwitza-Straße 4 in Bad Belzig ist seit Oktober. Das ärgert nicht nur Bewohner Sandro Block. Quelle: Eva Loth
Bad Belzig

In einem der „Würfelhäuser“ herrscht dicke Luft. Mächtig verärgert sind Mieter der Hans-Marchwitza-Straße 4 im Bad Belziger Wohngebiet Klinkengrund. Treppensteigen statt liften ist für sie aktuell wieder angesagt.

Denn der noch relativ neue Fahrstuhl ist defekt. Das wird schon im Eingangsbereich des Mehrfamilienhauses deutlich. Rot-weißes Flatterband sperrt den Zugang zum Aufzug. Eine Seite der Doppeltür ist komplett kaputt. Das bringt Sandro Block und seine Nachbarn auf die Barrikade.

Feuerwehr musste Tür knacken

Nichts geht mehr, heißt es nämlich schon seit mehreren Monaten. Seitdem im Oktober des vergangenen Jahres eine Person im Fahrstuhl steckengeblieben war, kann dieser nicht benutzt werden. Um die Person zu befreien, war die örtliche Feuerwehr alarmiert worden. Sie rückte mit schwerem Gerät an und brach die Schiebetür auf.

Seither ärgern sich die Bewohner täglich mehr. So auch Anita Franke. Denn immerhin zahlen sie seit dem Einbau des Fahrstuhls im Mai 2017 auch mehr Miete an die Bad Belziger Wohnungsgesellschaft (Bewog). Damit soll jetzt Schluss sein, bis der Aufzug wieder wie gewohnt funktioniert. Einige Bewohner haben sich bereits Hilfe beim Mieterbund und bei Anwälten geholt.

Schwer bepackt mit dem Einkauf hoch

In dem mehrgeschossigen Haus wohnen viele Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, sowie Familien mit teilweise noch kleinen Kindern. Deren Eltern haben nun das Problem, dass sie Kinderwagen stets unten im Hausflur stehen lassen müssen. Auch wer schwer bepackt vom Einkauf kommt und hoch hinaus muss, hat ein Problem.

Die Mieter ärgern sich schon grundsätzlich über die Bauweise des Fahrstuhles. Die Haltepunkte liegen aus baulichen Gründen zwischen den Etagen, so dass immer noch ein Treppenabsatz zu Fuß bewältigt werden muss. Für Menschen mit Rollatoren ist das unmöglich und wenig zielführend. Außerdem hätten sich seit dem Einbau des Aufzugs zudem Risse in den Wänden einiger Wohnungen gebildet.

Die Wohnblöcke in der Hans-Marchwitza-Straße 2 und 4.          Quelle: Thomas Wachs

Eingebaut wurde der Fahrstuhl von der in Berlin ansässigen Firma Schindler. „Da der Vorfall noch in der Zeit der Gewährleistung passierte, können wir keine andere Firma mit der Reparatur beauftragen“, erläutert Udo Kunze, der Geschäftsführer der Bewog, auf Anfrage der MAZ.

Die Firma Schindler gab ihm gegenüber als Grund für die Verzögerung Liefer- und Terminschwierigkeiten an. „Wir haben inzwischen eine solche Wut auf die Firma, aber in der derzeitigen Situation können wir nichts machen“, sagt Udo Kunze weiter.

Türen müssen ausgetauscht werden

Nach Angaben der Fahrstuhlfirma hätte sich das Dilemma vermeiden lassen. „Bei der Befreiung der Person im Oktober sind die Türen so stark beschädigt worden, dass sie komplett ausgetauscht werden müssen“, erklärt Jan Steeger, der Sprecher der Firma Schindler, am Freitag auf Anfrage der MAZ.

„Die Türen hätte nicht aufgebrochen werden müssen, wenn die Beteiligten auf unseren Notdienst gewartet hätten“, sagt Steeger. Dieser müsse spätesten nach einer halben Stunde an allen Fahrstühlen vor Ort sein. „Dazu sind wir gesetzlich verpflichtet, erläutert der Firmensprecher.

Lösung scheint in Sicht

Die Reparatur in Bad Belzig lasse so ungewöhnlich lange auf sich warten, „weil die Türen nicht am Lager sind und erst völlig neu angefertigt werden mussten“. Inzwischen seien sie bei der Firma eingetroffen „und werden in der nächsten Woche eingebaut“, sagt Jan Steeger.

Raphael Thon, Ortswehrführer in Bad Belzig widerspricht den Aussagen der Fahrstuhlfirma: „ Der Hausmeister der Bewog und unsere Leitstelle hatten den Notfallservice von Schindler kontaktiert“, erinnert sich Thon. „Dort hieß es aber, dass niemand komme und die Feuerwehr gerufen werden solle“, so der Feuerwehrchef.

Von Eva Loth und Thomas Wachs

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