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Bad Belzig Lösung für Schießplatz-Konflikt in Sicht
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Lösung für Schießplatz-Konflikt in Sicht
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05:04 11.08.2018
Der Geschäftsführer der Bad Belziger Schießanlage, Danyell Schubert (l.), hatte zu einem Rundgang auf dem Gelände geladen. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

 Die Schießsportanlage am verlängerten Borussiaweg in Bad Belzig sorgt wegen des von ihr ausgehenden Lärmpegels seit Jahren für Meinungsverschiedenheiten zwischen Einwohnern und Betreibern. Jetzt aber bahnt sich eine Lösung an.

Der Geschäftsführer der Anlage, Danyell Schubert, will mit Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) beim Landesamt für Umwelt – und damit der oberen Immissionsschutzbehöre – um eine kleine Änderung der bestehenden Baugenehmigung bitten. Konkret geht es dabei um eine Verschiebung des Trap- und Parcoursstandes. Kritiker glauben, ihn als größte Lärmquelle ausgemacht zu haben.

Schießstand nach Norden verschieben

Aktuell wird dort noch in nordöstlicher Richtung geschossen. In dieser Folge kommt es immer wieder zu Beschwerden. Betroffen sind unter anderem der Forstweg, die Lübnitzer und die Ritterhuder Straße sowie die Waldsiedlung einschließlich der Reha-Klinik „Hoher Fläming“. Laut Baugenehmigung soll der Stand – um die Lärmbelastung zu minimieren – in nordwestliche Richtung gedreht werden. Komplett vermieden wird der Lärm dadurch jedoch auch nicht.

Der Stadtverordnete Jürgen Gottschalk (CDU) hat während eines Vorort-Termins am Donnerstagabend die Verschiebung des Standes nach Norden hin – und damit auf unbewohntes Areal – angeregt. Bei Schubert und Leisegang stieß der Vorschlag auf offene Ohren. Ob die Landesbehörde dem folgen wird, bleibt abzuwarten.

Ansprechpartner ab Oktober

Nutzer der Schießsportanlage sind Sportschützen, Jäger, Behörden und Sicherheitsunternehmen.

Verschiedene Kugel- und Flintendisziplinen können auf dem Areal geschossen werden.

Ab Oktober 2018 wird der Platz dauerhaft besetzt sein, so dass Bürger bei Kritik jeweils einen Ansprechpartner vorfinden.

Die begonnenen Baumaßnahmen sollen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Im Frühjahr folgt die Gestaltung der Außenanlage.

Langfristig ist außerdem der Bau eines Vereinshauses auf dem Gelände geplant.

Knapp 50 Frauen und Männer hatten sich auf dem Schießplatz eingefunden. Neben Mitgliedern von Schützenvereinen waren auch Jäger und Forstleute dabei. In deutlich geringerer Zahl waren die Bürger vertreten, die sich von der Geräuschkulisse des Platzes belästigt fühlen.

Im Interesse des Dialoges zwischen Befürwortern und Kritikern hatte Leisegang das Treffen mit Schubert vor Ort erbeten. „Ich möchte nicht über etwas reden müssen, das ich nicht kenne“, so Leisegang. Schubert zeigte seinerseits Verständnis für den Wunsch. „Es ist immer undankbar, einen Schießstand zu betreiben. Da muss man mit den Nachbarn im Dialog stehen und es braucht starke Nerven“, sagte er.

Platz besteht seit 70 Jahren

Daher hatte der selbstständige Tischlermeister zu einer Führung über das Gelände inklusive einer Baustellenbesichtigung eingeladen. Er erklärte die örtlichen Gegebenheiten, die bereits begonnenen Bauarbeiten und erinnerte daran, dass der Schießplatz bereits seit 70 Jahren bestehe. Schubert erwies sich als gründlicher Erklärer, der den Meinungsaustausch mit Kritikern nicht scheut und der am Dialog interessiert ist. Er sagte aber auch: „Ich habe den Bau übernommen und realisiere nur das, was andere angefangen haben.“

Große Hoffnung, dass die Änderung der Baugenehmigung für den Trap- und Parcoursstand erwirkt werden kann, dämpfte er jedoch – mit Verweis auf den Bestandsschutz der Anlage. Die bereits begonnenen Bauarbeiten versprach er bis zum Gespräch mit den Landesbehörden zu stoppen. Knapp 500.000 Euro werden in den Bau des Standes und den Umbau der Schießbahn investiert. Bereits 2013 war die Baugenehmigung dafür erteilt worden.

Der Trappstand auf dem Bad Belziger Schießplatz macht aktuell am meisten Ärger. Quelle: Christiane Sommer

Spekulationen, dass infolge der Geräuschkulisse des Schießplatzes der Verlust des Kurstadt-Status’ von Bad Belzig in Gefahr wäre, wies Leisegang abermals mit deutlichen Worten zurück. Kontrollen des Lärmpegels durch das Landesamt für Umwelt hatten in der Vergangenheit keine Überschreitungen der Höchstgrenzen ergeben.

Eine Bürgerinitiative hatte bereits eine Unterschriftenaktion wegen des Lärms gestartet. Sie fordert ein Schießverbot über das gesamte Wochenende – samstags, sonntags und an den Feiertagen – sowie eine tägliche Mittagsruhe von 13 bis 15 Uhr.

Von Christiane Sommer

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