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Lüdendorfer Gutshaus mit viel Liebe saniert

Alte Ruine ist wieder schick Lüdendorfer Gutshaus mit viel Liebe saniert

Maximilian Heinze hat das Gutspark und den Park wieder auf Vordermann gebracht. Aus Berlin ist er nach Lüdendorf gezogen und fühlt sich im Ort und in dem historischen Gutshaus wohl. Es gibt immer was zu tun.

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Maximilian Heinze hat das Gutspark und den Park wieder auf Vordermann gebracht.

Quelle: Andreas Koska

Lüdendorf. Das Tor könnte von einer Grunewalder Villa stammen. „Ich weiß nicht, woher es stammt, ich habe es von einem befreundeten Schrotthändler aus Berlin-Schöneberg bekommen“, erzählt Maximilian Heinze. Es passt auf jedem Fall zur Zufahrt des Lüdendorfer Gutshauses. Die Pfeiler rechts und links hat der 75-jährige selbst gemauert und die Feldsteine mit denen er die Zufahrt gepflastert hat, gehörten zu der früheren Zufahrt zum Dorf. So kommt bei Heinze eins zum anderen.

Dem Gutshaus sieht man heute nicht mehr an, dass es noch vor acht Jahren eine Ruine war. Der Garten verwildert, das Dach undicht, die Fenster zum Teil zugemauert, der Erker windschief. Heute erstrahlt fast alles wieder im alten Glanz.

Das Gutshaus derer von Sielo

Das Gutshaus derer von Sielo wurde wohl mit der Schäferei Ende des 18.Jahrhunderts errichtet. Danach gehörte es einer Familie von Buchholz. Nachfolgend diente es als Forsthaus genutzt. Die Wachoffiziere des Lages Selterhof im Zweiten Weltkrieg wohnten hier, danach die Soldaten der Roten Armee. Dann kamen Flüchtlinge, ein Konsum-Laden und schließlich Wohnungen.

 Lüdendorf, Gemeindeteil von  Treuenbrietzen, aus der Vogelperspektive

Lüdendorf, Gemeindeteil von Treuenbrietzen, aus der Vogelperspektive.

Quelle: Dirk Fröhlich

Die Treuhand-Nachfolgerin BVVG ließ es 2008 versteigern, Heinze gab das Mindestgebot ab und bekam den Zuschlag, Seitdem ist der ehemalige Physiotherapeut dabei, es zu sanieren. Die Sprossenfenster sind ebenso neu, wie der Erker. Das Dach ist neu gedeckt und die Fassade mit gelöschten Kalk gestrichen. „Mit dem Pinsel“, sagt Heinze.

Der Garten gleicht einem Park, der alte Eichen- und Lindenbestand reicht in vergangene Jahrhunderte zurück. Die alte Feldsteinscheune steht unter Denkmalschutz. Heinze und seine Frau wollen das Ambiente bewahren. Die alten Möbel in den großzügigen Räumen stammen noch von den Sperrmüllaktionen der frühen 70-er Jahre in West-Berlin.

Physiotherapeut der deutschen Olympiamannschaft

Heinze wurde in Schlesien geboren, seine Eltern reisten 1964 als Spätaussiedler nach Westdeutschland aus, da war er 24 Jahre alt. Er zog später nach Berlin und arbeitete in seinem Beruf. Von 1972 bis 2000 war er der Physiotherapeut der deutschen Olympiamannschaft, dazwischen am Ruderleistungszentrum in Berlin tätig.

Fast alles macht er selbst, kauft vieles gebraucht, wenn es zum Haus passt. Im Garten zwischen dem Gutshaus und der Scheune steht seit einiger Zeit eine kleine Kapelle. Diese erinnert den gläubigen Katholiken an seine schlesische Heimat, wo man solche kleinen Gebetsräume häufig findet. Das große Bogenfenster an der Vorderseite kommt vom Schloss Buckow im polnischen Teil Pommerns. „Es sollte weggeworfen werden, da habe ich gefragt, ob ich es haben darf“, erinnert er sich. Der kleine Altar steht auf Ziegeln im sogenannten Klosterformat.

Das schön sanierte Gutshaus in Lüdendorf

Das schön sanierte Gutshaus in Lüdendorf.

Quelle: Andreas Koska

Pfarrer Stegemann von der Bad Belziger katholischen Gemeinde hat die dem Heiligen Hubertus, Patron der Jäger gewidmete Kapelle geweiht. Maximilian Heinze ist passionierter Jäger. Im Garten hüpft seit knapp einiger Zeit ein Kitz das er gefunden hat, die Ricke ist überfahren worden. „Da war ich gefordert, ans Schlafen war kaum zu denken, zuerst die Spritze und jetzt die Flasche mussten her“, sagt er und blickt auf das zutrauliche Tier, das mit einem Hundewelpen herumtollt. Als Jäger ist ihm klar, dass er es irgendwann auswildern muss.

Am Ende des Gartens stehen einige Bienenbeuten. Heinze, der Mann aus der Stadt, hat sich auch der Imkerei verschrieben. „Ich weiß, dass meine Söhne es nicht übernehmen werden, es ist aber einfach schön in Lüdendorf“, sagt Heinze und ist zufrieden. Einzig das Geräusch der immer näher rückenden Windräder stört seinen Frieden. „Sie sind schon zu nah dran“, ist er überzeugt und fordert größere Abstände.

Von Andreas Koska

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