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Medewitz fordert stündlichen Bahn-Halt

Protestbrief nach Potsdam Medewitz fordert stündlichen Bahn-Halt

Die RE-7-Züge sollen wieder stündlich in Medewitz halten. Das fordern Ortsbeirat und Heimatverein in einem Offenen Brief an Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD). Deren Sprecher verweist darauf, dass die Fahrzeiten im Interesse anderer Reisender, die länger unterwegs sind, zu beachten seien. Doch im Ort gibt es Angst.

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Nur noch alle zwei Stunden hält der Zug am Bahnhof Medewitz

Quelle: Dirk Fröhlich

Medewitz. Wer mit dem Zug zur 25. Auflage des Treckertreffens kommen will, muss einen genauen Zeitplan haben. Denn bestenfalls alle zwei Stunden gibt es Anschluss nach Berlin oder Dessau. Der Regionalexpress 7 soll aber wieder stündlich am Bahnhof des 470-Einwohner-Dorfes halten. Das jedenfalls fordern die Bürger in einem Offenen Brief an Landesverkehrsministerin Katrin Schneider (SPD).

Die Medewitzer waren bereits voriges Jahr im Landtag vorstellig geworden und hatten Schneider eine Unterschriftenliste und eine Petition überreicht. Da es darauf bislang keine Reaktion gegeben habe, verfasste man ein ausführliches Schreiben, das die Probleme infolge der Taktausdünnung beschreibt. Zugleich werden die Zukunftschancen aufgezeigt, die für den Ort mit stündlicher Direktanbindung nach Potsdam und Berlin gegeben wären.

Netzwerk in Gründung

Mehr als 250 Unterschriften wurden im vorigen Jahr für die Wiedereinführung des Stundentaktes am Bahnhof Medewitz gesammelt und an den Landtag weitergereicht – ohne Reaktion.

Ortsbeirat und Heimatverein wollen ein Unterstützernetzwerk zur Rettung des Bahnhofes Medewitz aufbauen.

Interessierte melden sich per E-Mail unter rettetbahnhofmedewitz@medewitz-mark.de

Dem Vernehmen nach stehen 60 Stationen in der Mark vor dem Aus, weil sie weniger als 50 Ein- und Ausstiege pro Tag haben.

„Die Absenkung auf einen Zweistundentakt hat zu einer starken Belastung der Pendler aus Medewitz geführt“, sagt Robert Pulz, Vorsitzender des Heimatvereins. Sie müssten jetzt mit Autos zu den Nachbarbahnhöfen fahren und zusätzlich Geld und Zeit aufwenden, um zur Arbeit zu kommen. Die Nutzerzahlen des Bahnhofs Medewitz sind seinen Angaben zufolge dadurch um 20 Prozent eingebrochen, was absehbar zur Schließung des Bahnhofs führen wird.

Ministeriumssprecher Steffen Streu sieht für diese Befürchtungen keinen Anlass. Es gebe keine Pläne, auf den Halt alle zwei Stunden zu verzichten. „Tatsache ist, dass mit dem Verzicht auf Stopps die Pünktlichkeit auf der Strecke verbessert werden sollte. Das ist erfolgt.“ Es gehe nicht zuletzt um die Abwägung mit den Interessen der Fahrgäste, die noch längere Entfernungen zurückzulegen haben.

Diakonisches Werk springt Medewitzern bei

Matthias Wilke, der Vorsitzende des Diakonischen Werkes Potsdam-Mittelmark, deutet die Entwicklung anders. „Inklusiv leben heißt Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglichen. Es ist von daher unverständlich, an einer sanierten Bahnstrecke Haltepunkte bewusst unsaniert zu lassen und nicht barrierefrei zu gestalten.“

Das zeitliche Ausklammern fördert die Landflucht und zerstört funktionierende soziale Gemeinschaften und Quartiere. Die vor Ort bestehenden sozialen Einrichtungen verlieren einen Standortvorteil der Erreichbarkeit für Menschen, die ohnehin schon an sozialen Kontaktmöglichkeiten eingeschränkt sind.

Klare Wort an die Ministerin

Die sichtbaren und vielfältigen Entwicklungschancen für den Ort und die Region, die eng mit den Bahnhöfen und der Direktverbindung nach Berlin verknüpft seien, würden mit Schließung des Bahnhofes Medewitz im Ansatz zerstört, wird vor Ort beklagt. An die Ministerin geht die Forderung: „Beenden Sie den unsinnigen Zustand, dass die Züge alle zwei Stunden an Medewitz vorbeifahren, geben Sie uns den Stundentakt zurück!“

Das Treckertreffen und weitere touristische Aktivitäten könnte das womöglich ebenfalls fördern.

Von René Gaffron

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