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Bad Belzig Mehr Opfer suchen Hilfe beim Weißen Ring
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16:38 12.01.2017
Opfer häuslicher Gewalt wenden immer öfter an den Weißen Ring. Quelle: dpa
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Bad Belzig

Der Weiße Ring hat immer mehr zu tun. Im vergangenen Jahr betreute die Außenstelle des Opfer-Hilfe-Verein in Bad Belzig mehr als 30 Kriminalitätsopfer. „Es fällt besonders auf, dass wir mehr Opfer häuslicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs betreuen mussten“, sagt Martin Gronwald. Der pensionierte Kriminalhauptkommissar leitet die Filiale des Weißen Ring in Bad Belzig. Stalking, Diebstahl und Betrug gehörten zu den weiteren Delikten, in deren Folge der Weiße Ring den Opfern zur Seite stand.

Die steigende Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt gehe laut Martin Gronwald allerdings nicht auf eine steigende Zahl von Angriffen zurück. Vielmehr würden sich immer mehr Opfer trauen, die Hilfe des Vereins in Anspruch zu nehmen. „Außerdem ist unsere Bekanntheit in den vergangenen drei Jahren noch einmal deutlich gestiegen.“

420 Außenstellen in ganz Deutschland

Der Weiße Ring wurde 1976 in Mainz gegründet und ist mit 50 000 Mitgliedern Deutschlands größte Hilfsorganisation für Opfer von Kriminalität.

In den 420 Außenstellen in Deutschland arbeiten rund 2 300 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Die neun ehrenamtlichen Helfer der Außenstelle in Bad Belzig waren im vergangenen Jahr rund 200 Stunden im Einsatz, um Opfern beizustehen, sie bei Behörden- und Gerichtsgängen zu begleiten oder durch Vorträge über die Möglichkeiten, sich vor Kriminalität zu schützen, aufzuklären.

Die Arbeit des Weissen Rings wird durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Geldbußen und testamentarische Zuwendungen finanziert.

Mehr Informationen im Internet unter weisser-ring.de

Dies sei auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Polizei zurückzuführen. „Wenn die Beamten heutzutage zu solchen Fällen gerufen werden, raten sie den Opfern in der Regel, sich an eine Hilfsstelle zu wenden und reichen unser Infomaterial weiter“, sagt Gronwald.

„In den meisten Fällen besuchen wir die Opfer zu Hause“, erklärt Gronwald. Nur bei häuslicher Gewalt würde auf Wunsch nach einem neutralen Ort gesucht. In Bad Belzig sei es, vergleichen mit anderen Regionen, weitgehend ruhig. Auch die Opferzahlen im Kinder- und Jugendbereich seien im gesamten Kreis niedrig. „Wir betreuen im Jahr etwa zehn Kinder oder Jugendliche.“

Meist ginge es dann um Fälle von Beleidigungen, aber auch bis hin zu schwerem Mobbing. Neben der Unterstützung bei Anträgen, hilft der Weiße Ring Betroffenen von Gewalt und Kriminalität aber auch finanziell. „In besonderen Fällen können wir den Opfern eine Soforthilfe anbieten, die sie nicht zurück zahlen müssen.“ Dabei seien meist schon kleine Summen eine große Erleichterung. 2016 hat die Außenstelle Bad Belzig so rund 6000 Euro für die Überbrückung von Tatfolgen, rechtsanwaltlicher Beratung, psychologischer Erstberatung und Einrichtungshilfen bereitgestellt.

Martin Gronwald, pensionierter Kriminalhauptkommissar, leitet die Filiale des Weißen Ring in Bad Belzig Quelle: Danilo Hafer

Derzeit kümmern sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter auch um Opfer des Terror-Anschlags vom Berliner Breitscheidplatz, bei dem zwölf Menschen getötet und viele weitere verletzt wurden. „Wir betreuen drei Menschen, darunter auch Hinterbliebene eines Verstorbenen, die in unserem Landkreis wohnen“, sagt Martin Gronwald.

Er selbst kümmert sich um eine Mutter und deren Tochter. Beide wollten über den Weihnachtsmarkt in Richtung Bahnhof Zoo, als der schwarze Lastwagen in die Menge. Mutter und Tochter erlitten Verletzungen. „Beide haben zum Glück überlebt, sind aber schwer traumatisiert“, sagt Martin Gronwald. Zweimal hat er sie nun schon besucht und steht ihnen seither zur Seite, wenn es darum geht, Anträge auf Opferhilfe zu stellen oder einen passenden Therapeuten oder Psychologen zu finden.

„Wir geben den Opfern eine Hilfestellung, um nach solch einem Ereignis wieder auf die Füße zu kommen, die nächsten Schritte müssen sie dann aber alleine gehen“, sagt Gronwald. Hilfe zur Selbsthilfe oder Lotsenfunktion nennt er die Arbeitsweise des Vereins. „Die Opfer müssen selbst entscheiden was sie wollen und was nicht, das können wir ihnen nicht abnehmen.“

Von Danilo Hafer

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