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Bad Belzig Fotograf Sebastian Schulz stellt im Infocafé aus
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16:08 14.04.2019
Sebastian Schulz in seiner Ausstellung im Infocafé "Der Winkel". Eines seiner Lieblingsbilder: Der Mann mit der Zigarette. Quelle: Jan Russezki
Bad Belzig

Wer durch Bad Belzig spaziert, wird früher oder später Sebastian Schulz begegnen. Er ist dafür bekannt, mit der Kamera seines Smartphones in der Innenstadt zu fotografieren. Porträts, Straßenfotografie, Tuningautos und Demonstrationen. Schulz fotografiert im Grunde alles, was er für erinnerungswürdig hält. „Am liebsten fotografiere ich Stars auf der Berlinale oder anderen Veranstaltungen“, sagt der in Königs Wusterhausen Geborene. Für ihn ist es, wie eine Autogrammjagd. Matt Damon, Jude Law, Hugh JackmanSebastian Schulz hatte sie alle vor der Linse. „Ich bin ein Fan. Freunde kann man jeden Tag fotografieren, aber Stars sind selten“, erklärt er.

Einziges Problem: „Mit dem Smartphone ist es im Dunkeln wie im Zirkus schwierig“, erklärt er. Auch am roten Teppich würde eine professionelle Kamera zu besseren Bildern verhelfen. Die Lösung: Eine Kunstausstellung im Infocafé „Der Winkel“. Hier werden vom 10. April bis zum 3. Mai von Schulz gemalte Bilder gezeigt und für 20 bis 30 Euro verkauft. Der Erlös soll eine Spiegelreflexkamera finanzieren.

Ausstellung im Infocafé „Der Winkel“

„Ich habe die Bilder im Alter von 18 Jahren in der Schule gemalt“, erzählt der 33-Jährige. Dort wurden die Bilder schon einmal ausgestellt.

Rund 20 Bilder hängen an den Wänden des Infocafés. Die meisten sind sehr bunt und abstrakt. Ein Mann mit einer überdimensionierten Zigarette und bunten Zähnen ist eines der Lieblingsbilder von Schulz. „Gut und grimmig“, beschreibt er das Bild. „Aber ich fotografiere lieber“, sagt er bei der Vernissage.

Teil der Familie

Obwohl Sebastian Schulz im Haus Belizi für inklusives Wohnen in Bad Belzig wohnt, verbringt er die meiste Zeit im Infocafé. „Hier gibt es Internet und Musik“, sagt er. „Aber vor allem habe ich hier Freunde gefunden“, erklärt er weiter. Das Café ist für ihn ein Zuhause.

„Er ist irgendwann einfach gekommen und dann auch geblieben“, sagt der Sozialarbeiter des Infocafés, Benjamin Stramer. Er lächelt, während er über die ehrenamtliche Hilfe von Schulz spricht. Stühle rücken, Sachen tragen, bei der eigenen Ausstellung helfen die Bilder aufzuhängen – Schulz ist überall dabei.

Mehr Menschen im Fläming:

Das ist nicht überall selbstverständlich. „Menschen wie er, sind in anderen Ländern häufig nicht sichtbar“, erklärt Stramer. Im Infocafé träfen Menschen aus Ländern auf Schulz, in denen eine geistige Behinderung den Ausschluss aus der Gesellschaft bedeute. Nicht im „Winkel“: „Sebastian gehört hier zur Familie“, sagt Stramer.

Respekt vor den Menschen

Das Infocafé ist für Schulz mit dem Haus Belizi einer der friedlichen Räume. Dennoch ist es sein Ziel, bald alleine zu wohnen. „Bis jetzt ist das noch nicht so weit“, sagt er. „Ich muss noch einiges lernen und bin langsam“, erklärt er. „Aber ich schaffe das“, schiebt er selbstsicher hinterher. In der Wohnstätte will er auch nach seinem Auszug sichtbar bleiben. Zwei seiner Bilder stiftet er dem Haus.

Fotografien will Schulz aber nicht abgeben. Nicht einmal ausstellen. „Die sind für mich“, sagt er. „Ich habe Respekt vor den Menschen, die ich fotografiere“, sagt er. Auch im Internet würde keines der Bilder landen. Schade, wenn man bedenkt, dass mit der neuen Spiegelreflexkamera nun noch mehr Stars, Skater und noch schönere Straßenszenen entstehen würden. Manchmal ist Fotografie eben keine Kunst, sondern nur die eigene Perspektive auf die Welt – das Festhalten einer schönen Erinnerung, die nur dem eigenen Blick eine Geschichte erzählt.

Von Jan Russezki

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