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Bad Belzig Paar mit Kleintrecker hat Lourdes erreicht
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Paar mit Kleintrecker hat Lourdes erreicht
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14:10 11.07.2018
Pause hinter traumhafter Kulisse:Auf ihrer Pilgerreise übernachteten die beiden vor dem Festungsturm in Montcuq (Südfrankreich). Quelle: Privat
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Bad Belzig

58 Tage und 1800 Kilometer später haben es Dirk Friedrich und Bettina Gebert geschafft. Sie sind im südfranzösischen Wallfahrtort Lourdes angekommen. Viele Strapazen und Schwierigkeiten haben die beiden Bad Belziger überstanden und überwunden. Doch mindestens genauso viele wundervolle Begegnungen und Eindrücke haben sie auf ihrer außergewöhnlichen Pilgerfahrt erlebt und genossen.

Am Ostersonntag hatten sie sich nach dem Segen des katholischen Pfarrers Burkhard Stegemann von Bad Belzig aus mit ihrem Kleintrecker samt Hund und Anhänger in Richtung Frankreich auf den Weg. Nach ihrem Aufenthalt in Lourdes zieht das Pärchen nun weiter und erst später heim, wie sie der MAZ jetzt berichtet haben.

Dirk Friedrich und Bettina Gebert wissen indes gar nicht so recht, wo sie zuerst anfangen sollen. Viele Eindrücke und Erlebtes schwirren in ihren Köpfen und sie haben Schwierigkeiten sich zu erinnern, wo sie am vorherigen Tag waren.

„Das ist erstaunlich, aber diese Art des Reisens füllt den Kopf doch unheimlich und lässt gar nicht viel Platz für das, was gestern war“, sagt Dirk Friedrich. Vor allem die Begegnung mit den verschiedenen Menschen auf ihren Weg hat das Pärchen beeindruckt.

Dirk Friedrich und Bettina Gebert aus Bad Belzig mit Kleintrecker unterwegs nach Frankreich: in Lourdes vor der Wallfahrtsbasilika und auf der Brücke über die Gave. Quelle: Johanna Uminski

Dirk Friedrich erzählt von der Platzhalterin aus dem Harz, die sich mit Tränen in den Augen bei der Abfahrt der Bad Belziger verabschiedete und sagte, sie würde gerne anders leben, so wie die beiden Reisenden.

Oder vom Moldavier Jury, der seit Monaten am Seeufer in seinem Auto kampiert in der Nähe von Nancy (Frankreich). „Er geht nur arbeiten, kehrt abends zu seinem Auto zurück und gestand mir abends mit Wodka schwerer Zunge, dass er doch so gerne leben würde wie wir“, erzählt der Bad Belziger.

Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen, die sie auf ihren Weg getroffen haben, waren enorm. Eine Frau bestand darauf, dass sie einen großen Sack Äpfel mitnehmen, obwohl sie keinen Platz in ihrem Vehikel haben. „Aber sie sagte, dass wir sie mitnehmen müssen, weil Äpfel so gesund sind“, sagt Bettina Gebert.

Beeindruckendes Erlebnis

Auf dem ersten Rastplatz in Frankreich trafen sie auf einen beeindruckenden Einheimischen. „Als wir dort ankamen, war so manches am Trecker kaputt und er fuhr herum, besorgte alles, was für die Reparatur benötigt wurde. „Er war überaus freundlich und lieb, umarmte uns und sagt, dass wir doch alle Brüder sind“, beschreibt der 50-Jährige dieses besondere Erlebnis. Sein Geburtstag wurde ebenfalls unterwegs gefeiert.

Einfach war die Reise nicht immer, vor allem nicht als sie in den Bergen mit ihrem Trecker, übernachteten. „Wie aus dem Nichts erschien ein Gewitter, mit so dichten Blitzen wie ich es noch nie zuvor gesehen habe“, beschreibt der Bad Belziger dieses beängstigende Erlebnis.

Die Wetterverhältnisse haben letztendlich auch dafür gesorgt, dass sie schneller am Ziel angekommen sind als sie geplant haben. „Regen, Feuchtigkeit, Nässe und Kühle können doch ein Sklavenantreiber sein“, sagen die beiden Bad Belziger.

Dirk Friedrich (am Steuer) und Bettina Gebert aus Bad Belzig mit Kleintrecker unterwegs nach Frankreich Quelle: Johanna Uminski

Nahezu jeden zweiten Tag habe es in Frankreich geregnet. Leider auch bei der Ankunft in Lourdes, so dass sie auf den letzten Kilometern den schlechtesten Weg zurücklegen mussten. „Wir waren mehr als enttäuscht, und wir waren mehr damit beschäftigt den Weg zum Campingplatz zu finden als uns über andere Sachen Gedanken machen zu können“, beschreiben die Bad Belziger diesen Moment, den sich beide schöner vorgestellt hatten.

Nicht immer konnte das Pärchen auf abgelegenen und sicheren Wegen reisen. „Auf der Autobahn und über Serpentinen zu fahren, ist immer gefährlich“, sagt Dirk Friedrich. Doch auch das haben sie gemeistert. Während der Tour musste das Pärchen mit einem ganz anderen Problem fertig werden. „Das enge Aufeinanderleben zu ertragen, das ist schwierig“, sagt Dirk Friedrich.

Nie ans Aufgeben gedacht

Er hat immerhin seinen Hausmeisterservice als Geschäft in der Heimat für das Abenteuer aufgegeben. An Aufgeben haben die Bad Belziger nie gedacht, wie sie beteuern:. „Wir sind beide Menschen, die der Philosophie anhängen, dass Schwierigkeiten zum Leben gehören.“

Dirk Friedrich und Bettina Gebert nutzen daher diese wertvolle Zeit und reisen noch durch Frankreich, bevor sie nach Deutschland zurückkehren. „Wir werden zurückkehren und wenn wir den Trecker schieben müssen“, sagen beide und lachen.

Von Johanna Uminski

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