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Bad Belzig Predigt: Jesu Auferstehung war gestern
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Predigt: Jesu Auferstehung war gestern
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16:37 15.03.2019
Redenschreiben mit Feder und Papier? Fehlanzeige. Christiane Moldenhauer schreibt am alten Holztisch in ihrerm Büro auf dem Computer. Quelle: Jan Russezki
Bad Belzig

Das Wunder der Auferstehung Jesu war gestern. Das haben 30 Pfarrer aus dem Kirchenkreis Mittelmark Brandenburg beschlossen. Sie trafen sich in Brück-Rottstock, um die Themen ihrer anstehenden Predigten zu besprechen. Dabei dreht sich alles um die Kreuzigung und Leiden von Jesus.

Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen sich die Pfarrer von Mittelmark Brandenburg in einer der 31 Gemeinden. „Es ist eine der größten Kreise in Berlin, Brandenburg und Sachsen“, sagt Christiane Moldenhauer. Sie ist seit Januar Pfarrerin in Bad Belzig und nutzt die Konvenztreffen gerne, um die anderen Gemeinden kennenzulernen.

Gemeinsamer Auftrag

„Im Alltag trifft man die Kollegen der Gemeinden ja sonst nicht“, sagt Moldenhauer. Die Treffen seien deswegen nötig: „Wir haben auch einen gemeinsam Auftrag für unsere Kirchen in der Region und wir sollten wissen, was die anderen beschäftigt“, erklärt sie.

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So werden bei den Treffen Organisatorisches wie die Verwaltung von Friedhöfen besprochen, aber auch der Religionsunterricht an Schulen, der teilweise von Pfarrer gegeben wird. Dazu kommen imdie Gemeindepädagogen und Musiker zu den Treffen. 40 bis 50 Mitarbeiter sind dann versammelt.

Bei dem Treffen in Brück wurde es jedoch inhaltlich. Immer wieder werden vom Konvenzrat Referenten zu den Treffen eingeladen, die den „theologischen Horizont erweitern“, wie Moldenhauer es nennt.

Auferstehung als Eselei

„Wenn er Gottes Sohn ist, wieso lässt Gott es zu, dass Jesus gekreuzigt wird?“, fragt Helmut Kautz den Referenten Jens Schröter aus Berlin beim Treffen am Aschermittwoch. Der Pfarrer von Brück stellt damit die Frage, die viele Menschen zu endlosen Debatten führt.

Schon Plinius (Anfang 2. Jahrhundert) habe gesagt, das Christentum sei ein „wüster, maßloser Aberglaube“ und bezeichnete den Glauben an den gekreuzigten Jesus als „Eselei“. Die 30 Pfarrer beschäftigten sich bei ihrem Treffen auch ein Graffiti, aus dem frühen 3. Jahrhundert, das den gekreuzigten Jesus als Esel zeigt und damit den christlichen Glauben infrage stellt.

Jesus letzte Worte sollen „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ gewesen sein. Das bietet Skeptikern Munition für die Argumentationsschlacht – denn er sagt doch selbst, er sei von Gott verlassen.

Leiden wie Jesus

Seit Aschermittwoch hat die Passionszeit und damit das Fasten und das jährlich zelebrierte Leiden Christi begonnen. „Wir wollen, dass nicht nur machen, weil es gerade im Kirchenjahr dran ist. Wir wollen uns neu inspirieren lassen und das konnte das Graffiti“, sagt Kautz.

„Dieses Gefühl, das wir haben, hatte Jesus auch schon. Der Zweifel ist die Schwester vom Glauben“, meint Kautz. Obwohl gerade die Auferstehung der Unterschied zum Judentum und Islam ist, will er in seinen Predigten mehr auf das Leiden zuvor eingehen. „Die Botschaft ist, dass viele Menschen um uns herum leiden müssen und wir wissen, dass auch Jesus selbst gelitten hat und mit uns in dieses Leiden hineingeht“, erklärt er.

„Für mich war das auch schon vor dem Treffen eines der wichtigsten Themen des Neuen Testaments“, sagt Christiane Moldenhauer. Für sie war es gut, ihr eigenes Wissen noch mal vor einem anderen Hintergrund zu festigen. „Die große Herausforderung ist die, wie man das Leiden den Menschen plausibel machen kann“, stellt sie fest.

Der gesamte christliche Gedanke

Das Leiden Jesu und das der Menschen heute unterscheidet sich stark. „Leiden würde ich heute eher als Unsicherheit verstehen. Es ist das Gefühl, dass Menschen nicht wissen, was auf sie zukommt, weil die Welt sich so schnell verändert“ meint Kautz. Das höhere Alter mache auch das Thema Krankheit unheimlich präsent.

Die theologische Theorie: „Gott ist in unserem Leiden bei uns, weil er es selbst erlebt hat und so schwer das auch zu verstehen ist, im Tod von Jesus drückt sich die Liebe Gottes aus“, erklärt Moldenhauer. Kautz erklärt es mit einem Bild: „Die Kirchen stehen meist in der Mitte des Ortes, um die Kirche liegen die Gräber und erst dann kommen die Häuser der Menschen, die dort wohnen. Das ist der gesamte christliche Gedanke: Wir müssen durch das Leiden.“

Laut Kautz geht das Leiden aber immer mit der Auferstehung einher: „Als er nämlich aufersteht, ist klar, dass er doch wirklich Gottes Sohn ist und wir wissen dadurch im Leiden, dass Gott uns nicht verlassen hat.“ Ohne die Auferstehung sei der ganze Glauben Quatsch, meint Kautz.

Von Jan Russezki

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