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Bad Belzig Rehe fressen Rosen in Roederhof-Gedenkstätte
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Rehe fressen Rosen in Roederhof-Gedenkstätte
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18:17 23.08.2016
Nur noch Restblüten an den Rosen: Inge Richter vom Förderkreis bei der Pflege in der Roederhof-Gedenkstätte. Quelle: René Gaffron
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Bad Belzig

„Ich war den Tränen nah“, sagt Inge Richter. Denn Rehe haben sich vor einiger Zeit neben dem Gedenkstein im Grünen Grund ausgerechnet und ausschließlich an den Rosen der Sorte „Resurrection“ gütlich getan. Dabei handelt es sich um ganz besondere Blumen, die der von ihr geleitete Förderkreis Roederhof dort seit einiger Zeit pflegt.

Sie waren erst dieses Jahr geweiht worden.Frauen der Initiative „Amicale de Ravensbrück“ hatten zum 70. Jahrestag der Befreiung 1000 Exemplare für die KZ-Gedenkstätte Ravensbrück und die sechs Standorte der Außenlager, wozu Bad Belzig zählt, beschafft. Sie werden seit 1973 exklusiv bei Michel Kriloff „zu Ehren der deportierten Frauen und in Erinnerung an die gesamte Deportation“ gezüchtet und sollen ein Beitrag wider das Vergessen sein. Das wird in deutscher und französischer Sprache auf einer neuerdings dort postierten Informationstafel erklärt.

Die Tafel informiert über die Rosen. Quelle: René Gaffron

Während zwei Hand voll direkt am Mahnmal gepflanzt wurden, sind die anderen Rosen auf dem Gertraudtenfriedhof platziert worden, wo sich die Gärtner zunächst erfolgreich gekümmert haben. Dem Vernehmen nach blühten sie in rot und weiß. „Doch ein Drittel der 40 Stöcke ist dann augenscheinlich erkrankt und muss jetzt ebenfalls ausgetauscht werden“, berichtet Inge Richter.

Der zunächst von der Kommune vorgenommene Lückenschluss mit einer anderen Sorte wird jedenfalls keine Dauerlösung bleiben. Darauf haben sich die Ehrenamtlichen im Gespräch mit Hannelore Klabunde-Quast (parteilos) verständigt. Die Bürgermeisterin hat zudem die Unterstützung des städtischen Bauhofes zugesagt, wenn es um das Gießen und Düngen geht.

Viel ist nicht übrig geblieben. Quelle: Privat (Helga Ullrich)

Ob und wie die Rehe auf Distanz gehalten werden können, ist allerdings noch abzuwarten. Erprobt werden soll ein auf Harn basierendes Mittel, welches das Wild vergrämt. Der Tipp kommt aus dem Wiesenburger Park, wo es ebenfalls immer wieder tierische Schäden gibt..Ein Gitter oder eine ähnliche Konstruktion sollen es aber gewiss nicht sein.

Immerhin blüht am Rande die Hortensie von Helena Rens. Die Nichte der im hiesigen Lager zu Tode gequälten Maria Aertz hatte die Pflanze bei einem Besuch vor Jahresfrist zur Pflege überlassen.

Von René Gaffron

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