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Bad Belzig Erste Funktionen der „Smart Village“-App vorgestellt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Erste Funktionen der „Smart Village“-App vorgestellt
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16:07 16.04.2019
Die Gründungsmitglieder des Vereins „Smart Village Bad Belzig/Wiesenburg/Mark“ stoßen auf die Neugründung an. Quelle: Josephine Mühln
Klein Glien

Nachrichten, Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten – auf diesen drei inhaltlichen Säulen fußt die „Smart Village“-App, deren erste geplante Funktionen jetzt im Gutshaus Glien in Klein Glien vorgestellt wurden. Die App ist ein Baustein des gleichnamigen Projekts, das im Sommer 2018 gestartet ist.

Die Anwendung für das Smartphone solle Touristen und Einheimische gleichermaßen ansprechen, erläuterte Philipp Wilimzig. Sein Unternehmen „Ikusei“ mit Sitz in Berlin ist auf webbasierte Softwareentwicklungen spezialisiert und hat die Ideen der „Smart Village“-Initiatoren in das App-Format gebracht.

Betaversion in vier bis acht Wochen

Die Inhalte sollen vor allem von den verschiedenen Partnern kommen. Als solche gewonnen werden konnten neben Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) und der Märkischen Allgemeinen Zeitung zum Beispiel auch Regiobus Potsdam Mittelmark.

Letztere sollen relevante Daten des öffentlichen Nahverkehrs in die App einspeisen: Wo befindet sich die nächste Haltestelle? Wann fährt der nächste Bus? Laut Philipp Wilimzig könnte eine Betaversion der App in vier bis acht Wochen fertig sein.

Digitale Lösungen auf dem Land

Bad Belzig und Wiesenburg haben sich in einem von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg ausgelobten Wettbewerb gegen zehn weitere Mitbewerber durchgesetzt – und sind seit April 2018 ein „Smart Village“.

In der Region sollen nun verschiedene Modellprojekte für digitale Lösungen auf dem Land erprobt werden, die die Gemeinden attraktiver machen und den Alltag der Menschen vor Ort künftig erleichtern.

Dabei solle in breites Netzwerk an Akteuren vor Ort in die künftigen Projekte mit einbezogen werden.

Die Landesregierung beteiligt sich mit 65.000 Euro an der Erstellung der App – die im besten Fall später auch für andere Städte nutzbar sein soll.

Beim ersten Öffnen solle der Nutzer eine kurze Einleitung sowie eine Übersicht über die Funktionen der App bekommen. „Bevor es weitergeht zu den einzelnen Bereichen wie einer Veranstaltungsübersicht oder Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten mit Öffnungszeiten und Preisen“, erklärte der „Ikusei“-Geschäftsführer weiter.

Auch gebe es die Idee eines Branchenbuchs als Service-Element, wo beispielsweise Sportplätze aufgelistet werden könnten. „Ideen sind viele da, aber es ist noch nicht immer ganz klar, woher die Inhalte kommen“, gab Wilimzig zu. Er hoffe hierbei auf die lokalen Akteure.

Noch fehlt der Mehrwert

Diskussionsbedarf gab es vor allem hinsichtlich eines Mehrwertnutzens der App. „Apps für die einzelnen Angebote sind schon vorhanden, reines bündeln reicht also nicht“, gab Benjamin Schrader, MAZ-Geschäftsführer, zu bedenken. „Welche exklusiven Inhalte kann die App liefern – beispielsweise auch digitale Verwaltungsleistungen: Kann ich einen Antrag direkt in der App ausfüllen oder mein Auto ummelden. Das ist für den Moment noch etwas weit gedacht, aber da müssen wir hin.“

Weitere Ideen für Nutzungsanreize waren, Tickets – zum Beispiel für die Steintherme – direkt über die App kaufen zu können. Auch komme der Bereich Familie mit entsprechenden Angeboten und Übersichten aktuell noch zur kurz.

Der für Digitalisierung zuständige Staatssekretär Thomas Kralinski und Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang unterzeichnen eine Kooperationsverinbarung. Damit gaben beide den Startschuss zur Entwicklung der „Smart Village“-App. Quelle: André Großmann

„Wird die App personalisierbar sein, sodass ich mir Bereiche, die mich besonders interessieren, auf einer Startseite anzeigen lassen kann?“, wollte Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf wissen. Er schlug außerdem vor, dass man sich über die App für Vereinsangebote anmelden kann – und die Vereine können daraufhin mit Interessenten Kontakt aufnehmen. „Das ist etwas, was ein Verein selbst so nicht anbieten kann – beispielsweise in einer eigenen App – weil ihm dafür die Manpower und die technischen Möglichkeiten fehlen“, sagte Beckendorf.

Dass das Angebot die „interaktive Dorfkneipe der Region“ werden solle, sagte Jan Schneider vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM), der in Bad Belzig für die Jugendarbeit zuständig ist. „Ich bin dafür, dass man sich einloggen kann und dass so viele Menschen wie möglich Infos einspielen. Gerade auch aus Sicht der jüngeren Nutzer steht die Frage: Was kann die App, was andere Apps noch nicht können?“ Die Konkurrenz sei groß – ob nun durch die Apps der sozialen Netzwerke oder andere.

Auch „Smart Village“-Verein ist gegründet

Ein weiterer wichtiger Schritt innerhalb des Projekts „Smart Village“ ist die Gründung des Vereins „Smart Village Bad Belzig/Wiesenburg/Mark“, die im Anschluss an die Präsentation der App vollzogen wurde. Gründungsmitglieder sind neben der Stadt Bad Belzig und der Gemeinde Wiesenburg/Mark außerdem das Studio Wiesenburg, die MAZ, das neu gegründete Video-, Bild- und Textbloggingprojekt „Wirzulande“, das Kreativcamp „Flämingschmiede“ sowie das Co-Working-Projekt „Coconat“.

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Von Josephine Mühln

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