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Bad Belzig So erreicht man Kinder mit Musik
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16:45 26.05.2016
Frederik Vahle ist am Samstag in Bad Belzig zu erleben. Quelle: Daniela Singhal
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Bad Belzig

Frederik Vahle ist Liedermacher und Autor. Deutschlandweit singen und tanzen Eltern und Kinder begeistert mit, wenn Anne Kaffeekanne, Cowboy Jim aus Texas und Hase Augustin erklingen. Für seine inspirierenden Kinderlieder wurde der 73-jährige Germanistikprofessor mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am Samstag hält er mit Liedermacher Unmada Manfred Kindel beim Come Together Songfestivals im Zentrums für experimentelle Gesellschafts-Gestaltung einen Vortrag und gibt einen Workshop für Kinder.

Herr Vahle, Sie sind seit über 40 Jahren mit Ihren Kinderliedern und Geschichten unterwegs. Waren Sie immer schon musikalisch?

Frederik Vahle: Nein. Ich war nie ein großes musikalisches Talent. Aber ich war immer schon von der Musik begeistert. Obwohl meine Eltern wenig gesungen haben. Meine Mutter hat so gut wie gar nicht gesungen und mein Vater nur sehr selten. Aber ich erinnere mich, dass mir unser Kindermädchen ab und an einen Schlager vorgesungen hat.

Zwei Auftritte

Der öffentliche Vortrag mit Gespräch für Eltern, Erzieher und interessierte Erwachsene steht unter dem Motto „Kinder durch Bewegung und Musik innerlich stärken“. Frederik Vahle spricht am Samstag von 10 bis 12.30 Uhr im Großzelt des Zegg.

Der öffentliche Workshop zum Mitsingen für Kinder und Erwachsene läuft am Samstag von 17.30 bis 18.30 Uhr im Großzelt. Interessierte sollen 15 Minuten eher erscheinen.

Und wann haben Sie sich der Musik gewidmet?

Vahle: Mit dem Singen habe ich erst in der Pubertät angefangen. Ich war in einer Jugendschaft und da war der Gesang eine Art Ritual. Eine richtige musikalische Ausbildung habe ich aber nicht. Das Gitarre Spielen habe ich mir selbst beigebracht. Ich hatte eine Vorliebe für spanische, mexikanische und griechische Lieder. Mit einem Freund bin ich durch Bars und Kneipen getingelt.

Wie kamen Sie dann dazu, Kinderlieder zu schreiben?

Vahle: Ich war inspiriert von den Gedichten und Kinderliedern von Berthold Brecht. Sie hatten Witz und Ironie und gleichzeitig einen aufklärenden Charakter. Solche Texte wollte ich auch schreiben. Ich war Teil der Studentenbewegung und meine revolutionären Ambitionen haben meine Texte geprägt. Meine ersten eigenen Kinderlieder habe ich mit 27 bei einem kleinen Konzert in Marburg vorgesungen. Die Kinder haben gesagt: „Das sind ja keine richtigen Kinderlieder. Aber sing uns noch eins.“

Was zeichnet für Sie ein gutes Kinderlied aus?

Vahle: Ein gutes Kinderlied sollte sich mit den existenziellen Themen der Kinder befassen, mit dem was ihren Leib und ihre kindliche Seele anspricht. Dann kann es die Kinder berühren und zum Mitsingen und Mitklingen bewegen. Sie vielleicht sogar nachdenklich machen.

Warum ist es wichtig, dass Kinder mit Liedern aufwachsen?

Vahle: Singen ist wichtig für unser gesamtes Menschsein. Es spricht den ganzen Menschen an und verbindet unsere Emotionen mit unserem Körper und unserer Motorik. Es berührt unsere Seele und macht glücklich. Das Kinderlied ist außerdem ein Medium mit dem man sehr wichtige Dinge sagen und auch politische Gedanken verbreiten kann. Wir erreichen die Kinder über Lieder sehr früh.

Macht es einen Unterschied, ob ich meinen Kindern eine CD vorspiele oder selbst mit ihnen singe?

Vahle: Das macht einen Riesenunterschied für Kinder. Ein Lied, das von einer CD abgespielt wird, lacht nicht. Es macht keine Bewegungen. Die Integration von Sprache, Musik und Bewegung ist beim Singen mit Kindern sehr wichtig. Eltern sollten sich trauen, wieder mehr mit ihren Kindern zu singen und keine Scheu vor falschen Tönen haben. Man muss nicht singen wie Caruso. Wer sprechen kann, kann auch singen.

Von Daniela Singhal

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