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Bad Belzig Sozialberater fordern langfristige Perspektive
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Sozialberater fordern langfristige Perspektive
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00:27 01.06.2018
Daniel Zeis, Leiter der Suchtberatung; Aline Liebenow von der Schuldnerberatung und Angela Schweers (rechts) als Geschäftsführerin des Arbeiterwohlfahrt-Bezirksverbandes Potsdam, mahnen zu kontinuierlicher und auskömmlicher Finanzierung ihrer Angebote. Quelle: Heinz Helwig
Bad Belzig

Der Streit über die Organisation eines Teils der Sozialen Arbeit im Landkreis dauert an. Schuldner- und Suchtberatung, die vom Arbeiterwohlfahrt-Bezirksverband Potsdam, erledigt werden, brauchen Kontinuität. Das haben Geschäftsführerin Angela Schweers und ihre Mitarbeiter in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses im Kreistag deutlich gemacht. Die meisten Ausschussmitglieder reagierten betroffen, als sie erfuhren, dass die Awo nur mit einem Jahresvertrag für die Dienstleistungen ausgestattet ist.

„So lässt sich nicht das in dem Metier dringend nötige Fachpersonal binden“, sagte der Ausschussvorsitzende Hans-Joachim Lindecke (SPD). „Wenn Behörden ihre Leistungen ausschreiben und nur nach dem billigsten Anbieter schauen, sind Einbußen an der Qualität fast zwangsläufig“, sagte er. Astrit Rabinowitsch (Linke) wunderte sich, dass das im vorigen August eingeleitete Verfahren weder mit den Abgeordneten noch mit den Beteiligten abgestimmt gewesen sei.

Budget um 73 000 Euro aufgestockt

„Die öffentliche Hand ist zur regelmäßigen Überprüfung der Leistungen verpflichtet“, rechtfertigt Thomas Schulz, Leiter des Fachbereiches Soziales in der Kreisverwaltung, das schon im Herbst kritisierte Vorgehen. Ergebnis der Bestandsaufnahme sei gewesen, dass es praktisch keine weiteren Interessenten gegeben habe und das Budget für die Suchtberatung beispielsweise von 150 000 Euro auf 223 000 Euro pro Jahr aufgestockt worden ist. Dies wäre nach zwei Jahrzehnten eher fällig gewesen, schätzte Angela Schweers ein.

Indes müssen beide Seiten einräumen, dass es letztlich keine Kriterien festgelegt sind, welcher Personal- und Sachkostenaufwand zu betreiben ist. „Es ist dem Kreis vorgeschrieben, Sucht- und Schuldnerberatung anzubieten. Form und Umfang sind ihm überlassen“, sagt Thomas Schulz. Seiner Aussage nach ist eine alljährliche Vergabe von der Verwaltung auch nicht angestrebt. „Aber die Zahlen müssen mal auf den Prüfstand“, sagt er.

Thomas Schulz, Fachbereichsleiter Soziales der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark Quelle: Rene Gaffron

Eine Vollzeitstelle je 10 000 Einwohner empfiehlt die Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen. Doch statt 21 Beratern leitstet sich Potsdam-Mittelmark nur ein halbes Dutzend Experten auf vier Vollzeitstellen.

3000 Beratungen für Überschuldete

Die Beratungsstellen für Überschuldete im Landkreis Potsdam-Mittelmark wurden im vergangenen Jahr 2948 mal aufgesucht. Bei der Hälfte der Fälle handelte es sich um Einmal-Beratungen, wie es heißt.

Laut Schätzungen sind 7,65 Prozent der Bevölkerung zwischen Havel und Fläming von Überschuldung gefährdet. Stimmt diese Zahl, müsste mit mehr als 16 000 Ratsuchenden kalkuliert werden.

In den Suchtberatungsstellen Bad Belzig, Beelitz, Teltow, Werder/Havel und Lehnin wurden laut Statistik voriges Jahr 4128 Kontakte registriert.

In weit über 80 Prozent der Fälle ging es um Alkoholabhängigkeit. Mit 6,6 Prozent neu auf Rang zwei: Spielsucht; Tendenz steigend.

Die Kollegen müssen sich auf stetig ändernde Herausforderungen einstellen, wie die Präsentationen im Gremium deutlich gemacht haben. Um so bedeutender seien viele vertrauensvolle und vertrauliche Verhältnisse, die sowohl im Umgang mit den Klienten als auch mit den Kooperationspartner in Behörden und Einrichtungen entstanden sind. Sie könnten nicht kurz, womöglich von Jahr zu Jahr, neu aufgebaut werden.

Ausschuss will nicht an falscher Stelle sparen

„Es ist eben nicht leicht, die Betroffenen zu beraten, wenn die eigene Existenz nicht geklärt ist“, berichtete Schuldnerberaterin Aline Liebenow. Dabei sind Fachleute wie sie vielerorts gefragt, lautete die Mahnung im Ausschuss. „Wir sollten nicht an der falschen Stelle sparen“, erklärte Hans-Joachim Lindecke.

Keineswegs geht es seiner Aussage nach um die Betreuung sozialer Randgruppen. Gerade im Speckgürtel hätten sich viele Bauherren ihr teures Wohneigentum per Kredit finanziert. „Wenn sich da plötzlich Lebsenssituationen ändern, ist man ganz schnell auf professionelle Hilfe angewiesen.“

Von René Gaffron

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