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Bad Belzig Standort für neue Feuerwache ist beschlossen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Standort für neue Feuerwache ist beschlossen
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04:22 27.06.2018
Die Kameraden der Bad Belziger Feuerwehr waren in ihren Einsatzfahrzeugen zur Stadtverordnetenversammlung gekommen. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Die Suche nach einem Standort für die neue Bad Belziger Feuerwache ist abgeschlossen. Mehrheitlich haben die Stadtverordneten am Montagabend dafür votiert, den Neubau auf einer 4800 Quadratmeter großen Fläche in Höhe des Fußgängerüberweges an der Brandenburger Straße zu verwirklichen. Erleichtert nahmen die Kameraden der örtlichen Feuerwehr und Vertreter der Bürgerinitiative zum Erhalt des Turnplatzes das Votum zur Kenntnis.

Für den Bau der Wache werden die Zufahrt zum Friedrich-Ebert-Weg, das rechter Hand gelegene kleine Wäldchen und eine sechs Meter breite Fläche auf der linken Seite des Weges geopfert. Die zum Turnplatz hin stehenden Lindenreihen sowie die Gedenktafel für Albert Baur – der den Platz einst anlegen ließ – bleiben dagegen unangetastet.

Nicht alle gaben Kompromiss die Zustimmung

Dieser Kompromiss war bereits in der vergangenen Woche während eines Runden Tisches mit Vertretern der Feuerwehr, der Bürgerinitiative und den Fraktionschefs im städtischen Parlament besprochen worden. Eine Woche lang haben Letztere dann versucht, dafür zu werden – was nicht vollständig gelang.

Harsche Kritik kam von Jürgen Gottschalk. Der Christdemokrat monierte: „Die Standortfrage ist im Sinn der Anwohner und der Feuerwehr gelöst. Aber nicht im Sinn der Bad Belziger.“ Auch Werner Sternberg (SPD) verweigerte seine Zustimmung. „Es gab 14 Alternativgrundstücke. Ich habe das Gefühl, als ob nur nach Fehlern gesucht wurde, um abzulehnen“, sagt er.

171 Einsätze im vergangenen Jahr

Das aktuelle Quartier in der Niemöllerstraße wurde in den 1930er Jahren erbaut, in den 1990er Jahren erweitert und platzt mittlerweile aus allen Nähten.

Eine Erweiterung und Sanierung des alten Standortes wäre ersten Schätzungen zufolge 1,5 Millionen Euro teurer als ein Neubau.

Die Feuerwehr wurde im vergangenen Jahr zu 171 Einsätzen gerufen.

Von Januar bis Juni 2018 wurde die Wehr bereits 84 Mal alarmiert.

Sternbergs Kritik bezog sich auf die von Seiten der Feuerwehr geforderte Lage des Bauplatzes, die zur Einhaltung der im Gefahrenabwehrbedarfsplan der Stadt festgeschriebenen Ausrückzeiten erforderlich ist. Gleichzeitig äußerte er die Sorge, dass der Turnplatz in der Zukunft – sollte die neue Feuerwache abermals zu klein werden – erneut als Bauplatz zur Debatte stehen könnte. „Mit dem Beschluss wird eine Tür offen gehalten“, so der aus Borne stammende Kommunalpolitiker.

„Was in 50, 70 oder 100 Jahren sein wird, das weiß niemand von uns“, versuchte der Stadtverordnetenvorsteher Ingo Kampf (SPD) zu vermitteln. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass die Notwendigkeit des Neubaus der Feuerwache das städtische Parlament bereits seit vier Jahren beschäftigt. „Während dieser Zeit sind die Kosten um jährlich 15 Prozent gestiegen. Wenn es so weitergeht, dann haben wir wirklich ein Problem“, so Kampf.

Der Turnplatz kann weiter für Veranstaltungen genutzt werden - wie hier beispielsweise beim Trödelmarkt. Quelle: Christiane Sommer

Nach den jeweils mehrheitlich gefassten Beschlüssen zum Flächennutzungs- und Bebauungsplan beginnen nun die weiterführenden Planungen – nicht nur für die Feuerwache. Unter anderem muss eine neue (Schul-) Wegeführung für den Friedrich-Ebert-Ring erarbeitet werden.

Bei einem Architektenwettbewerb soll über das Aussehen der neuen Feuerwache entschieden und das den Bau ausführende Planungsbüro ermittelt werden. Das damit verbundene Prozedere wird erstmals in Bad Belzig angewendet und stößt – wie sich am Montagabend abermals herausstellte – nicht nur auf ein positives Echo.

Für und Wider eines Wettbewerbs

„Ich denke, dass der Wettbewerb nicht nötig ist. Wir müssen erhöhte Baukosten erwarten“, gab Tobias Paul (CDU) zu bedenken. In der sich daraus entwickelnden Diskussion sprach sich letztendlich die Mehrheit der Abgeordneten jedoch für den Wettbewerb aus. „Wir brauchen ihn sogar – wegen des besonderen Standorts. Der Neubau soll sich schließlich angemessen in die Fläche einfügen“, so Ursula Schwill (Grüne).

Für die Wettbewerbsbetreuung müssen 25 500 Euro sowie für die Jury und Preisgelder weitere 30 000 Euro aus der Stadtkasse bereitgestellt werden. Mit einem Baubeginn der Wache ist frühestens 2021 zu rechnen.

Von Christiane Sommer

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