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Bad Belzig Im Keller mit einer nervenden Socke
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Im Keller mit einer nervenden Socke
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21:01 30.05.2018
Steven Preisner hat in der Serie „Ein Keller für zwei“ einen unliebsamen Mitbewohner: Die Handpuppe Socke. Quelle: promo
Kuhlowitz

Bei einer Tasse schwarzem Kaffee sitzt Steven Preisner (29) in seinem Lieblingscafé in Babelsberg. Sichtlich genießt er die Ruhe. Verständlich, denn seit drei Wochen ist der aufstrebende Schauspieler pausenlos im Einsatz. Ein Grund dafür ist seine Hauptrolle in der neuen Youtube-Serie „Ein Keller für Zwei“ von Jan-Christoph Poppe.

Nerd trifft sarkastische Handpuppe

Darin spielt er den 30-jährigen Nerd Tobias, der in Muttis Keller wohnt. Der ist klischeehaft ausgestattet mit Britney-Spears- und Zurück in die Zukunft-Postern, einer alten Ledercouch, die Tobias nur zu gern nutzt und einer Bar mit Lichterkette und Darts-Scheibe.

Doch das Muttersöhnchen bewohnt den 90er Jahre Keller nicht allein. Sein Mitbewohner ist eine sarkastische, nervige Handpuppe namens Socke. „Socke ist so der beste Freund, den jeder kennt: Eigentlich mag man sich, aber man geht sich auch gegenseitig ziemlich auf die Nerven“, sagt Steven Preisner.

Steven Preisner aus Kuhlowitz hat so Einiges, was andere Schauspieler nicht haben: Einen Waschbärbauch, eine dicke Hornbrille und jede Menge Selbstironie. Sehen Sie hier Bilder des beliebten Darstellers.

Bis zu 150000 Aufrufe pro Folge

Die Idee geht auf: Mit bis zu 150 000 Aufrufen pro Folge wird die neue Serie vom Zielpublikum der 22 bis 50-Jährigen sehr gut angenommen.

Die 13 bereits veröffentlichen Folgen gehen jeweils zwischen fünf und sieben Minuten. Das Erfolgsrezept der Serie: „Ein Keller für Zwei ist eine Art Sitcom, wie sie aktuell überall sehr beliebt sind.“

Ein weiteres Plus ist die Videoplattform Youtube, denn das zieht das jüngere Publikum in seinen Bann. „Deshalb sehen uns auch viele jüngere Leute, als eigentlich geplant war“, sagt der gebürtige Kuhlowitzer.

Teleshopping-Sender wirbt für eigene Produkte

Und warum das alles? Der österreichische Teleshopping-Sender „Mediashop“ hat die Serie ins Leben gerufen, um jüngere Zuschauer für sich zu gewinnen und seine Produkte auch an diese zu vermarkten.

So stellen sich Tobias und Socke alltäglichen Problemen, die sie mit zentral in den Folgen platzierten Teleshopping-Produkten lösen.

Regisseur Jan Christoph Poppe greift Jugendthemen auf

Verpackt in Trends und Themen, die junge Menschen interessieren. Etwa, wie man Karriere in den sozialen Medien machen kann.

So auch in einer Folge, in der Tobias sich dazu entscheidet, Blogger werden zu wollen. Also jemand, der über bestimmte Themen im Internet Texte oder Videos veröffentlicht. Bei dem versuch, ein Video über Cocktails zu erstellen, benutzt er die Saftpresse vom Teleshopping-Kanal, die mit aufgelisteten Vorteilen für den Kunden direkt im Bildschirm eingeblendet wird.

Steven Preisner ist privat als Plussize-Influencer aktiv

Auch im Privatleben ist Steven Preisner in den sozialen Netzwerken aktiv. So bestückt er etwa seinen Instagram-Account unermüdlich mit Fotos und Videos von sich selbst oder den verschiedenen Filmsets, an denen er arbeitet.

Beliebt ist er auch, weil er mit seinen Maßen nicht den typischen durchtrainierten Schauspieler repräsentiert: „Ich bin eher der gemütliche Typ. Genau deshalb habe ich die Rolle ja auch bekommen. Die wollten genau diesen Bärentypen haben“, sagt Steven Preisner mit einem selbstironischen Lächeln.

Seinen Fans macht er damit Mut. Er bekommt viele Nachrichten und Kommentare wie: „Finde es immer schwer, mit meinen körperlichen Ausmaßen Klamotten zu finden, aber du hilfst mir da sehr weiter!“

Jeden Monat für den Dreh nach Österreich

Beim Casting zur Serie „Ein Keller für Zwei“ setzte er sich in der Endrunde gegen sechs weitere Kandidaten durch. „Mit jedem von uns haben sie dann eine komplette Folge gedreht und sich schlussendlich für mich entschieden“, sagt Steven Preisner stolz.

Endlich den richtigen Darsteller für Muttersöhnchen Tobias im Sack, lässt die Produktion den Brandenburger sogar nach Neunkirchen in Österreich einfliegen.

„Eine Woche im Monat bin ich vor Ort, dann drehen wir gleich vier, fünf Folgen hintereinander. Veröffentlicht wird pro Woche aber immer bloß eine Folge“, sagt der 29-Jährige.

Privater ist Steven Preisner alles andere als ein Muttersöhnchen

Abgesehen von der Optik haben Steven und sein Alter Ego nicht viel miteinander gemein. Der Schauspieler lebt seit neun Jahren in einer festen Beziehung und steht auf eigenen Beinen.

Außerdem erledigt er alle anfallenden Aufgaben umgehend und gewissenhaft. „Ich kann es als Privatmensch überhaupt nicht leiden, wenn etwas liegenbleibt. Umso spannender ist es für mich, den völlig verplanten Nerd zu spielen“, sagt Steven Preisner amüsiert.

Nicht nur in Österreich erfolgreich

Wenn er nicht gerade in Österreich dreht, steht er in Deutschland vor der Kamera. Etwa für den Science-Fiction-Kurzfilm „Pets“, einen Sat 1-Piloten und eine Kinderserie im ZDF. Über die beiden letzten Projekte darf er noch nicht sprechen. Er sagt nur so viel: „Die Zuschauer werden wieder ordentlich was zu lachen haben.“

Trotz der vielen Aufträge weiß der 29-Jährige, dass er für schlechte Tage vorsorgen muss. So legt er sich Geld von ertragreichen Werbedeals beiseite.

Preisner studiert im Master auf Lehramt

Außerdem studiert er im Master auf Lehramt die Fächer Deutsch, Sachunterricht und Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde. Die Masterarbeit steht derzeit noch hinten an „Da ich rund um die Uhr unterwegs bin, komme ich zurzeit leider nicht dazu, sie zu schreiben. Aber das werde ich auf jeden Fall noch machen.“

Doch vorerst konzentriert sich Steven Preisner voll und ganz auf seine Schauspielkarriere.

Von Josefine Kühnel

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