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Treckertreffen lockt Tausende nach Medewitz

Medewitz Treckertreffen lockt Tausende nach Medewitz

Das Wummern uralter Diesel und das Jaulen selbstfabrizierter Unikate sind Musik in den Ohren stolzer Traktorfahrer. 50 davon lieferten sich bei der 26 Auflage des Medewitzer Treckertreffens spannende und zugleich witzige Duelle.

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Opa-Enkel-Gespanne auf dem Bock waren beim 26. Treckerfest keine Seltenheit. Diese beiden hatten sich auch noch fein gemacht.

Quelle: Uwe Klemens

Medewitz. „Dass das Treckertreffen einmal so groß werden würde, hätten wir damals selbst nicht geglaubt“, sagt Hans Adolph. 26 Jahre liegt dieses „damals“ zurück. Kein Jahr ist seither vergangen, in dem die Zahl der aus allen Himmelsrichtungen anreisenden Teilnehmer und Zuschauer nicht gewachsen wäre. Gut 2 000 Besucher verfolgten am Wochenende die ebenso spannenden wie witzigen Duelle der Treckerfahrer. Dass Adolph stolz darauf ist, kann man ihm nicht verdenken. Schließlich gehörte der heute 78-Jährige einst zu den Begründern des Medewitzer Trecker-Festivals.

Parcours mit Klassikern und Neuerungen

Insgesamt acht Hindernisse hatten die Mitglieder des 2012 gegründeten, heute für das Treffen verantwortlichen Heimatvereins mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft auf dem als Parcours dienenden Sportplatz aufgebaut und mit witzigen Bezeichnungen versehen. Während „Medewitzer Wasserloch“, „Polterdamm“ und das finale „Geldsackpendel“ inzwischen zu den Parcours-Klassikern gehören, waren die selbstgebaute, einem riesigen Ponton ähnelnde Treckerwippe und die „Steiler Zahn“ genannte, auf einem überbreiten Anhänger montierte Ballschleuder echte Neuerungen, die für die Fahrzeuglenker im Alter von 13 bis 79 Jahren zur schweißtreibenden Herausforderung wurden. Durch die am langen Seil schwingenden, in Wirklichkeit mit Heu gefüllten Geldsäcke ohne Berührung hindurch zu fahren, schaffte etwa die Hälfte der Fahrer. Noch niedriger lag die Erfolgsquote am „Polarexpress“. Einen übergroßen Eisbären rückwärts durch eine tiefe Sandkuhle ins Ziel zu steuern, gelang nur den wenigsten.

Kein Wunder also, dass die erfahrenenden – sprich älteren – Treckerfahrer mehrheitlich die Nase vorn hatten. 312 Punkte trennten am Schluss den 13jährigen Adrian Wolter aus Leipa als jüngstem Traktoristen von Martin Lindemann aus Reuden, der mit 694 Punkten Platz 15 erreichte und mit 78 Jahren der älteste Traktorfahrer war. Mit 865 Punkten heimste Hans-Ulf Bachmann aus Medewitz den Tagessieg ein. Beste Traktoristin wurde Sandra Knothe, die nicht nur 21 Jahre jung ist, sondern auch den 21. Platz belegte. Den dicken Blumenstrauß, den Moderator Richard Münder charmant überreichte, hatte sie sich redlich verdient.

Älter als sein Oldie

„Martin Lindemann ist einer der wenigen Fahrer, die hier heute zwar einen Oldtimer fahren, aber trotzdem noch älter sind“, stellte Münder den Reudener vor, der bislang keines der Medewitzer Treckertreffen versäumte und die Stunden für die 26 Kilometer lange Strecke zwischen Heimatort und Medewitz, die er auf eigener Achse absolviert, nicht bereut.

Der 13-jährige Adrian hat das Treckerfahren von seinem Stiefopa Klaus Taplick gelernt. „Seit meine Füße ans Bremspedal reichen, fahre ich jeden Tag auf dem Hof herum und darf sogar auch das Auto von Oma und Opa in die Garage rangieren“ erzählt Adrian, der Mitglied der Jugendwehr ist und schon seit langem davon träumt, später als Maschinist voller Stolz ein Feuerwehrauto zu lenken.

Stolze Macher, starkes Dorf

Stolz ist auch das richtige Wort, wenn Vereins-Vorsitzender Robert Pulz über das Treckertreffen. spricht. „Wir sind 2012 angetreten, damit das Treffen weitergehen kann, ohne Verein war es in dieser Größe nicht mehr zu stemmen. Zu sehen, wie das Fest heute das ganze Dorf belebt, mehr als 150 ehrenamtliche Helfer auf die Beine bringt, die sich tagelang zum Auf- und Abbauen treffen, und wie dadurch das Miteinander im ganzen Dorf gestärkt wird, ist toll.“

Der Erlös des Festes dient ebenfalls der Dorfgemeinschaft. Geplant ist, das Kita-Gebäude zu kaufen und künftig mit der Kommune gemeinsam als Kita und Vereinshaus zu betreiben. Auch die seit langem geplante Sanierung des Dorfteiches soll mit einem Teil des Treckerfestgeldes gelingen.

Von Uwe Klemens

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