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Bad Belzig Die Welt trifft sich in Bad Belzig
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08:48 13.07.2018
Die Teilnehmer des Austausches sitzen gemeinsam in der Turnhalle Quelle: Josefine Kühnel
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Bad Belzig

In Dreiergruppen laufen die Jugendlichen durch die Albert Baur-Turnhalle und bappen bunte Post-its an Wände, Tische, Bänke und den Basketballkorb an.

Sogar gegenseitig kleben sie sich die kleinen Zettel auf ihre Pullover, Mützen, Schuhe und ins Gesicht.

Vokabeltraining

Darauf schreiben sie französische Vokabeln und die deutschen Übersetzungen.

„Das Spiel ist Teil der Sprachanimation, die wir jeden Morgen machen, um die Sprachkenntnisse der Teilnehmenden zu verbessern“, sagt Nina Büttner, eine der deutschen Betreuerinnen der Jugendgruppe.

3. trinationaler Austausch

In diesem Jahr findet der trinationale Jugendaustausch vom Echo Belzig in Kribi, dem Echo Kamerun in Bad Belzig und Coeur de l’Afrique et d’Ailleurs bei Paris vom 8. bis zum 22. Juli zum dritten Mal statt.

Zwölf Jugendliche aus Frankreich, Kamerun und Deutschland treffen sich eine Woche lang in Bad Belzig und anschließend in Frankreich, um die internationalen Beziehungen zu pflegen und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.

Kameruner fehlen

Ursprünglich sollten es 18 Teilnehmende sein, doch wie schon beim ersten Austausch haben die Kameruner bis auf einen Teilnehmer keine Visa bekommen.

Junior Michael Malang hatte das Glück, ein Visum für die Europareise zu bekommen, doch so richtig kann er sich darüber nicht freuen:

„Ich finde es sehr schade, dass nur ich anreisen durfte. Ich hatte mich gefreut, die Kameruner, die ich beim Austausch 2016 kennengelernt hatte, wiederzusehen. Jetzt fühl ich mich hier ein bisschen allein.“

Der 22-Jährige studiert Wirtschaftswissenschaften in Jaunde (Kamerun) und kommt ursprünglich aus Kribi, wo das Echo Belzig seinen Sitz hat, das den Austausch von Kamerun aus organisiert.

Betreuer betrübt

Doch nicht nur Junior-Michael Malang ist betrübt. Auch die zwei Betreuer aus Kamerun, die angereist sind.

Nyobe Henri ist der Generalsekretär und Eman Dieudonne ist seit 2011 der Vorsitzende des Kribi-Vereins. Die beiden sind schon seit vielen Jahren als Betreuer aktiv.

„Wir fühlen uns hier überflüssig. Von unseren ursprünglich eingeplanten acht Kamerunern konnte nur Junior Michael kommen. Alle anderen Gruppen sind vollständig. Außerdem ist es schade, weil die deutschen und die französischen Jugendlichen die Möglichkeit hatten, Kamerun kennen zu lernen, aber andersherum die Kameruner nun Deutschland und Frankreich nicht kennen lernen können“, sagt Dieudonne.

Behördliche Willkür?

Nyobe Henri hatte als Teilnehmerin seine kleine Schwester eingetragen, Eman Dieudonne seinen Sohn, doch beide durften nicht einreisen.

Die Betreuer können nur mutmaßen, woran es hapert. Willkür seitens der Behörden ist eine Vermutung, die Unterstellung, die Kameruner wollten Deutschland nach der zweiwöchigen Reise nicht mehr verlassen, eine andere.

Plastikmüll recyceln

Doch die übrigen Teilnehmer versuchen, sich davon nicht unterkriegen zu lassen. In der Woche in Deutschland haben sie viele tolle Dinge erlebt.

So haben sie etwa in den Workshops „Jugend engagiert“ gemeinsam gekocht und sich über Plastikmüll Gedanken gemacht. Letzteren haben sie in Gruppen zu Instrumenten verarbeitet und damit umweltfreundlich recycelt.

An einem anderen Tag ging es in die Hauptstadt. In einer Stadtrallye haben die Jugendlichen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Berlins besucht und kleine Aufgaben dazu bearbeitet.

Ehemalige betreuen das Projekt

Mit dabei ist Silvia Grimmsmann, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Echo Kamerun.

Sie ist besonders stolz, dass so viele ehemalige Teilnehmende nun selbst die Gruppe betreuen.

„Da sind zum Beispiel Nina Büttner, Maximilian Hennig und Magdalena Hartung. Die schmeißen den Laden hier. Ohne die wäre das Projekt nur halb so toll“, sagt sie.

Am Sonnabend werten die Jugendlichen ihre Erlebnisse in Deutschland aus und am Sonntag reisen sie weiter nach Frankreich.

Von Josefine Kühnel

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