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Bad Belzig Um zehn Jahrhunderte zurückversetzt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Um zehn Jahrhunderte zurückversetzt
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07:00 09.07.2013
Der vierjährige Gabriel übt sich beim Burgfest im Bogenschießen. Quelle: Dirk Fröhlich
Bad Belzig

Auch ein mittelalterliches Lager erinnerte an das Leben vor dem Beginn der Neuzeit. Bogenschießen wie zu Zeiten der Wikinger stand dort auf dem Programm. Das ist mit dem mittelalterlichen Bogen ganz anders als das moderne Bogenschießen, erklärt Kai Schindler. "Die Kraft wird ohne Umlenkrolle übertragen, die Pfeile sind aus Holz und haben Naturfedern", sagt Kai Schindler, der aus dem Erzgebirge angereist ist. Er ist häufig auf Märkten wie in Bad Belzig unterwegs, hier treffe er seine "zweite Familie" wieder. "Wir kennen uns schon lange, es ist immer ein schönes Wiedersehen", sagt er. Der vierjährige Sohn Gabriel übt auch schon mal mit dem Kinderbogen.

Am Wochenende konnten Besucher im Innenhof der Burg Eisenhardt das Mittelalter erleben. Quelle: Dirk Fröhlich

Nebenan geht es härter zu: Dort werden eiserne Äxte in ein Holzbrett geworfen. Und wer aus ein paar Metern Entfernung auf ein vor dem Brett gespanntes Seil trifft und es durchtrennt, der bekommt sogar seine "Taler", also sein bezahltes Geld, zurück.

Ein paar Zelte weiter haben Mike Gernoth und Iris Düts ihr "Lager" aufgeschlagen. "Wir sind die reisenden Nordgermanen", stellt sich die Frau vor, die hier den Namen Giefane Naigsdochter trägt, was soviel wie "Pferdetochter" heißt. Die beiden erklären nicht nur, sondern machen gleich selbst vor, wie die Menschen am Ende des 9. Jahrhunderts gelebt haben: In den Zelten sind die Betten aus Merinofellen zusammengestellt, die Kleidung ist bequem und praktisch zugleich. "Die Frauen hatten damals die Macht über die Versorgung der Familie. Sie konnte sogar ihre Ehe annulieren, wenn sie vom Mann nicht die Schlüssel bekommen hat", erklärt sie. Deshalb trägt auch sie als Schmuck eine Nadeldose, den Vorratsschlüssel und Essbesteck. Die Sozialpädagogin und der Verwaltungsamtsmann, wie die beiden im "echten" Leben sind, reisen auf etwa zehn Märkte pro Jahr. "Das ist ein teures Hobby", betont Mike Gernoth.

Feuerspucker „Maitre Flamme“ führte auf der Burg Eisenhardt seine Kunststücke vor. Quelle: Dirk Fröhlich

Am Sonnabend stand das Fest im Zeichen des Feuers. Fünf Feuerspucker wetteiferten um die höchste Flamme und die meisten Feuerbälle. Am Ende wählte das Publikum "Rudolfo" zum Sieger.

Auch wenn insgesamt nicht so viele Besucher sich den mittelalterlichen Traditionen fröhnen wollten wie erwartet (siehe Interview), einige hatten eine weite Anreise hinter sich. "Wir sind aus Heide in Schleswig-Holstein hier hergekommen, um die Band Fabula zu hören. Wir mögen die mittelalterliche Sackpfeife und die Trommel", sagt Oliver Will, der mit seiner Tochter Lenya über das Burggelände schlendert.

Von Lisa Rogge

 

„Wir sind nicht ganz zufrieden“

Eberhard Heieck von der Cottbuser Coex-Agentur hat das Mittelalterfest organisiert. 
MAZ: Herr Heieck, es waren nicht ganz so viele Besucher da wie erhofft, oder? 
Eberhard Heieck: Es waren mehr als 1000, aber wir sind nicht ganz zufrieden damit. 
Woran lag das? 
Heieck: Bei dem schönen Wetter sind die Leute anscheinend lieber an einen See gefahren. Und in Dessau war ein ganz vergleichbarer Mittelaltermarkt. 
In diesem Jahr fand das Mittelalterfest erstmals getrennt von der Burgfestwoche statt. Warum? 
Heieck: Die Burgfestwoche kostet keinen Eintritt, unser Fest sehrwohl. Da sind bisher viele Besucher lieber unten geblieben anstatt auf die Burg zu unserem Markt zu kommen. 
Gibt es nächstes Jahr die Veranstaltung wieder? 
Heieck: Ja, natürlich. Und dann auch wieder Anfang Juli. 
Sie touren mit dem Mittelalterfest durch viele Städte. Wie ist die Finanzierung sonst geregelt? 
Heieck: Mitunter tragen Kommunen die Kosten zwischen 10 000 Euro und 20 000 Euro. Dadurch ist der Eintritt dann frei. 

Interview: Lisa Rogge 

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