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Bad Belzig Unternehmer kämpfen für den Kreissitz
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Unternehmer kämpfen für den Kreissitz
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18:44 29.08.2018
David Hoffmann (re.) und Michael Klenke haben eine Online-Petition zum Erhalt des Kreissitzes in Bad Belzig gestartet. Quelle: Thomas Wachs
Bad Belzig

Es könnte der Anfang vom Ende sein. „Bad Belzig könnte dann bald auch seinen Status als Kreisstadt verlieren“, sagt David Hoffmann, ein Unternehmer aus der Kreisstadt, mit besorgtem Blick auf die kürzlich bekannt gewordenen Pläne von Landrat Wolfgang Blasig (SPD). Er möchte die derzeit noch in vier Kommunen verteilten Standorte der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmarks künftig in Beelitz Heilstätten zentralisieren. 

Einig in seinem Widerstand dagegen ist sich Hoffmann, der in Bad Belzig die Firma „Roka“ für Rohr- und Kanalservice betreibt, unter anderem mit Michael Klenke aus Brück. Er betreibt ein Planungsbüro in Brück und ist zudem Stadtverordneter und Abgeordneter der SPD im Kreistag. Beide Unternehmer haben jetzt im Internet eine Online-Petition gestartet.

200 Bürger haben schon abgestimmt

Innerhalb weniger Tage haben – mit Stand vom Mittwochnachmittag – gut 200 Bürger das Anliegen unterstützt. Vier Wochen soll die Abstimmungsplattform im Internet noch aktiv bleiben. Dann werde das Ergebnis an Landrat Blasig übergeben, bevor am 11. Oktober der Kreistag zu der Thematik der Verwaltungs-Zentralisierung beschließen soll.

„Uns hat die plötzliche Eile zu dem Thema überrascht“, sagt Michael Klenke am Mittwoch der MAZ. Als Kreistagsabgeordneter sei er kürzlich verwundert gewesen, dass der Landrat in der Beratung mit den Fraktionen „diesen ganz neuen Masterplan vorgestellt hatte“, so Klenke. „Ich war davon ausgegangen, dass über die Fortführung der erst im Juni 2017 vom Kreistag beschlossenen Skizze zur Zukunft der Verwaltung beraten wird“, so der Abgeordnete.

„Damals war noch von 550 Mitarbeitern in Beelitz-Heilstätten, 410 in Bad Belzig und 150 in Teltow die Rede“, erinnert sich Michael Klenke. Als Unternehmer fürchtet er um die Wirtschaftskraft der Region, wenn die Kreisstadt Arbeitsplätze verliert.

Abzug von Kaufkraft befürchtet

„Es ist von Bad Belzig aus erst dezentralisiert worden, um nun wieder zu zentralisieren“, sagt David Hoffmann. Mit zeitgemäßer Kommunikationstechnik sollten Mitarbeiter „vernetzt statt versetzt werden“, so der Unternehmer. Er fürchtete einen Abzug von Kaufkraft, „wenn Bad Belzig womöglich bald dann auch nicht mehr Kreisstadt ist“.

Damit könnte auch der Status als Mittelzentrum gefährdet sein, „der für die Stadt ja derzeit noch eine bessere Ausstattung auch mit Fördergeldern bedeutet“, sagt Michael Klenke. Er und Hoffmann fordern „eine Stärkung des ländlichen Raumes statt eines Abgesangs für die Region. Das habe schon begonnen mit der Schließung der Geburtenstation im Bad Belziger Krankenhaus unter Kreisbeteiligung „und setzte sich fort mit dem Abzug der Bauverwaltung und des Umweltamtes, die ja auch für Leute im ländlichen Raum nicht unwichtig sind“, so Klenke.

Auch Verwaltungschefs protestieren  

Gegen die von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) favorisierte Konzentration der Kreisverwaltung in Beelitz-Heilstätten gab es bereits Widerstand aus Rathäusern der Fläming-Region. Die Bürgermeister von Bad Belzig, Treuenbrietzen und Wiesenburg sowie die Amtsdirektoren von Brück und Niemegk haben eine offenen Brief an den Landrat formuliert. Unterzeichnet hat das Papier auch der SPD-Landtagsabgeordnete Günter Baaske. Die Unterzeichner warnen vor einem Verlust von rund 300 Arbeitsplätzen in Bad Belzig. Dagegen wollen die Verwaltungschefs „mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für den ländlichen Raum einstehen“, heißt es in dem Brief.

Davon erhoffen sich auch David Hoffmann und Michael Klenke Rückendeckung für ihre Online-Petition mit dem gleichen Tenor. Kontrovers diskutiert wurde das Thema von Bürgern bereits auch in Internetforen.

Die Petition ist im Internet zu finden unter diesem Link.

Von Thomas Wachs

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