Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Bad Belzig Experte beklagt: NSU-Helfer ohne Reue
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Experte beklagt: NSU-Helfer ohne Reue
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:36 14.04.2019
Engagierter Vortrag von Peter Bach im Bürgerhaus Bad Belzig. Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

„Das Verhalten der Angeklagten im NSU-Prozess hat die Opfer erneut traumatisiert. Das fiese Lächeln von Beate Zschäpe war nicht besser als die regungslose Ignoranz von André Eminger.“ Zu dieser Einschätzung kommt Peter Bach, der häufig bei den Verhandlungen im Justizzentrum München zugegen war.

Der Kölner engagiert sich in seiner Heimatstadt in der Initiative „Keupstraße ist überall“. Dort hatte die rechtsextreme Terrorzelle 2004 einen Nagelbombenanschlag verübt. 22 Menschen wurden damals verletzt. Ewig lang waren jedoch die Ermittlungen in andere Richtungen geführt und nicht selten sogar die Opfer verdächtigt worden.

Auf Gehöft in Grabow festgenommen

Dass Dutzende ähnliche Verbrechen mit Toten und Verletzten an verschiedenen Orten verübt werden konnten, ohne dass in einer Republik mit 280.000 Polizisten die richtigen Schuldigen gefunden wurden, gebe einem zu denken, sagt Peter Bach.

Am vergangenen Wochenende war er zu Besuch im Hohen Fläming, wo der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) ebenfalls verwurzelt war. André Eminger wurde 2011 kurz nach dem Selbstmord von Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt von einer Sondereinheit der Polizei auf seinem Gehöft in Grabow (Mühlenfließ) festgenommen.

Experte spricht von NSU 2.0

Wegen Unterstützung der terroristischen Vereinigung musste er zweieinhalb Jahren ins Gefängnis.  Sein Bruder Maik Eminger war ebenfalls in der Szene aktiv und nach einer Rede 2014 bei einer NPD-Mahnwache in Bad Belzig wegen Volksverhetzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Nach Ansicht von Peter Bach hätte es sich gelohnt, die Untersuchungen nicht nur auf das engste Täterumfeld zu beschränken. Sondern Unterstützer, Verstrickungen staatlicher Organe sollten seiner Meinung nach ebenfalls offen gelegt werden. Nicht zuletzt gebe es bereits den NSU 2.0, der laut des Experten in den Reihen der Polizei verortet sei.

Lehre aus der Geschichte

Um so mehr war die Diskussionsrunde des Infocafés „Der Winkel“ am Freitagabend im Bürgerhaus Bad Belzig geprägt von der Warnung von zunehmendem Alltagsrassismus. Etwa 25 Interessierte waren vor Ort. Iris Lichter sprach offen über Anfeindungen, die sie immer wieder gegen die Besucher der Begegnungsstätte erlebe.

Prompt nutzte Götz Dieckmann, Bad Belzigs Koordinator gegen Rechtsextremismus und Gewalt, die Gelegenheit zum geschichtlichen Ausflug. Schon einmal hätten die Nazis die Demokratie ausgenutzt, um sie dann bei mehrheitlicher Zustimmung aus der Bevölkerung abzuschaffen.

Peter Bach wiederum hat Hoffnung geschöpft. Er berichtete von einem Besuch in Frankreich. Dort laufen seit einiger Zeit die „Gelbwesten“ dem bislang starken Front National den Rang ab.

Von René Gaffron

Wer in Bad Belzig unterwegs ist, kennt Sebastian Schulz. Er und seine Handykamera sind unzertrennlich. Nun will er mit einer Ausstellung eine neue Kamera finanzieren.

14.04.2019

In Bad Belzig, Mörz und Raben haben am Wochenende Diebe ihr Unwesen getrieben. Die Unbekannten klauten eine Kasse und mehrere Werkzeugmaschinen. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.

14.04.2019

Bei einer Tanzveranstaltung in Bad Belzig haben sich in der Nacht zum Sonntag zwei Männer geprügelt. Das Opfer – ein 20 Jahre alter Brücker – kam mit schweren Gesichtsverletzungen ins Krankenhaus.

14.04.2019