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Bad Belzig Waldbrände sollen mit Drohne überwacht werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Waldbrände sollen mit Drohne überwacht werden
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07:46 30.08.2018
Mit einer Drohne wurden Glut- und Brandnester im Wald aufgespürt, die Feuerwehren konnten so zielgenauer löschen. Quelle: DRK
Treuenbrietzen/Brandenburg/H

„Typhoon H“ ist zum unentbehrlichen Helfer beim Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes geworden. Eigentlich ist die Drohne zu einem ganz anderen Zweck angeschafft worden, doch nun scheint sie ihre wahre Bestimmung gefunden zu haben.

Mit einer Drohne nach Waldbränden suchen? Was vor Jahren noch als Zukunftsmusik galt ist heut dank moderner Technik möglich. Am vergangenen Wochenende wurden die Rot-Kreuzler aus Brandenburg an der Havel mit Ihrer Drohne ins Waldbrandgebiet nach Frohnsdorf gerufen. Sie sollten Luftbilder erstellen um den Einsatzkräften vor Ort Brandherde und Glutnester zu zeigen.

„Unsere Drohne ist mit einer Wärmebildkamera ausgestattet und ermöglicht es so, hohe Temperaturen in Wäldern zu lokalisieren“ berichtet Bereitschaftsleiter Eric Haier. Um einen guten Überblick zu erhalten fliegt die Drohne bis zu 120 Meter hoch und mehrere hundert Meter weit. In der Dunkelheit lässt sie sich anhand von bunten blinkenden Lichtern gut sehen. „Auf dem Bedienfeld können die Koordinaten eines Waldgebietes Entfernungen, GPS-Daten sowie Bodentemperaturen und Temperaturunterschiede genau bestimmt werden“, erläutert Drohnenführer Steven Grabow.

Das Display des Steuergerätes mit der Wärmesignatur. Quelle: DRK

Beim aktuellen Großbrand nahe Treuenbrietzen kam von der Einsatzleitung in der Nacht zum Sonntag eine Anforderung über die Brandenburger Leitstelle. Um 3.30 Uhr machten sich Haier und Grabow auf den Weg, kehrten erst um 18 Uhr zurück, in der Nacht zu Dienstag waren sie von 20 bis 5 Uhr unterwegs und am Mittwochabend fuhren sie schon wieder los. Das waren die Zeiten, zu denen der Polizeihubschrauber nicht flog, der aus bis zu 3000 Metern Höhe Aufnahmen machte.

Die Wärmesensoren messen ziemlich genau, registrieren sie Punkte, die heißer als 180 Grad Celsius sind, geht die Feuerwehr von offener Flamme aus. „Bei den Verdachtspunkten gehen wir von 120 bis auf 40 Meter runter und senden die genauen GPS-Koordinaten direkt an die Leitstelle. Die Streuung liegt bei maximal zehn Metern, so dass wir relativ punktgenau einzelne Feuer lokalisieren können“, erzählt Grabow. Mehrere Brandherde konnten so effektiv bekämpft werden, auch solche, die nach dem ersten Löschen wieder aufloderten. 15 Minuten beträgt die reine Flugzeit mit einer Akkuladung, sechs Akkus haben die Piloten dabei, Ladekapazitäten gibt es auch in ihrem Auto. Demnächst sollen für solche Dauereinsätze weitere Akkus angeschafft werden.

Steven Grabow ist einer von bisher zwei Drohnenpiloten beim DRK-Kreisverband Brandenburg. Quelle: DRK

Wie kommt das DRK aber zu einer Profi-Drohne im Wert von mindestens 3000 Euro? Bei der Internationalen Luftfahrtausstellung 2017 in Berlin waren die Rot-Kreuzler zur Absicherung mit Sanitätern dabei, Grabow hatte Kontakt zum Drohnenhersteller und fand, dass ein solches Fluggerät gute Dienste leisten könne – bei der Wasserwacht oder bei der Rettungshundestaffel, wenn beispielsweise nach verwirrten und verirrten Personen in Wäldern und auf Feldern gesucht wird. Die Wärmesignatur der Kameras ist so fein, dass sie Menschen über deren Körperwärme orten kann. Grabow schrieb ein Konzept, das wurde angenommen und Ende November die Drohne beschafft. Grabow und Haier haben sich das Steuern und Auswerten selbst beigebracht, für beides ist einige Übung notwendig. Demnächst soll es einen direkten Kurs beim Drohnenhersteller geben, die beiden „Profi-Piloten“ wünschen sich Verstärkung, Interessenten seien beim DRK jederzeit willkommen.

Von André Wirsing

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