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Wann das Auto besser stehen bleiben sollte

Brück Wann das Auto besser stehen bleiben sollte

Ab welchem Zeitpunkt sollte man im Alter lieber aufs Autofahren verzichten? Diese Frage zu beantworten fällt vielen älteren Menschen nicht leicht. Auf einer Verkehrsteilnehmerschulung der Arbeiterwohlfahrt in Brück informierte Fahrlehrer Mirko Schiller, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, das Auto stehen zu lassen.

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Wenn man nicht mehr so gelenkig ist, wird das Autofahren schwierig.

Quelle: dpa

Brück. Ab wann sollte man im Alter aufs Autofahren verzichten? Diese Frage zu beantworten fällt vielen älteren Menschen nicht leicht. „Vor allem hier auf dem flachen Land können sich viele ältere Menschen ein Leben ohne ihr Auto nicht vorstellen – umso schwerer ist es für sie natürlich, eine Entscheidung zu treffen“, sagt Mirko Schiller. Der Fahrlehrer aus Brück hielt am Donnerstag einen Vortrag im Treff der Arbeiterwohlfahrt Brück (Awo) zu genau diesen Fragen.

Selbstverantwortung statt Verbot

Eines macht der 57-Jährige dabei ganz deutlich. Die Einführung von gesetzlichen Maßnahmen, die etwa ein Höchstalter oder festgelegte Kontrollen vorschreiben, hält er nicht für sinnvoll. „Wir haben genug Vorschriften im Straßenverkehr, ich appelliere lieber an die Selbstverantwortung der Menschen.“ Wer merkt, dass er deutliche Probleme hat, sollte darüber nachdenken, ob das Autofahren für ihn noch sicher ist. „Wenn Sie merken, dass sie nicht mehr so gut sehen können, sollten sie auch nicht mehr autofahren“, riet Mirko Schiller den rund 35 Zuhörern. In der Straßenverkehrsordnung würden verschiedene Gründe genannt, die gegen das Führen eines Kraftfahrzeuges sprechen. „Die Liste wurde inzwischen um einige Punkte erweitert und enthält auch Bluthochdruck und Herzbeschwerden“, sagt Schiller.

Dennoch sei es für meisten älteren Autofahrer nicht leicht, den Führerschein abzugeben. „Wenn sie jemandem sagen, dass er nach über 40 Jahren nicht mehr Auto fahren soll, ist das für ihn natürlich ein hartes Brot“, sagt Schiller. Wer den Führerschein abgibt, verliere ein Stück Selbstständigkeit. „Ein gutes Beispiel ist die Oma, die ihre Enkelin von der Schule abholt und zum Sport fährt, weil die Eltern arbeiten müssen“, sagt Schiller. Darf sie kein mehr Auto fahren, hat das auch auf ihre Familie Auswirkungen.

Weitere Vorträge sollen folgen

Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, dass es genau diese Fragen sind, die viele ältere Menschen auf dem Land bewegen. „Ich habe heute auch ganz viele Gesichter gesehen, die sonst nicht zur Awo kommen“, sagt der Brücker Awo-Vorsitzende Wolfgang Anspach. Es war die erste Veranstaltung dieser Art, die der Ortsverein organisiert hat. „Mich haben immer wieder Mitglieder auf dieses Thema angesprochen“, sagt Anspach. Bei der Auftaktveranstaltung ging es vor allem darum, zu zeigen, wie der aktuelle Stand im Straßenverkehr ist. Denn viele Rentner erinnern sich an spezifische Straßenregeln aus DDR-Zeiten, die heute nicht mehr gelten.

Künftig soll es weitere Veranstaltungen dieser Art geben. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir Vorträge mit Themenschwerpunkten rund um Auto und Verkehr organisieren, je nach dem, was die Leute wissen möchten“, erläutert Anspach.

Von Danilo Hafer

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