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Bad Belzig Wasserversorger diskutiert neuen Chefposten
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17:34 31.07.2018
Thomas Hemmerling (li.) ist Vorsteher und Peter Gronemeier Betriebsleiter des Wasserversorgungsverbandes „Hoher Fläming“ mit Sitz in Brück. Quelle: Thomas Wachs
Brück

Der Wasserversorgungsverband „Hoher Fläming“ (WAV) denkt darüber nach, einen hauptamtlichen Verbandsvorsteher zu berufen. Diese Idee ist unter den Mitgliedskommunen allerdings noch umstritten. Es gibt breiten Diskussionsbedarf. Das ist jetzt bei der Verbandsversammlung in Bad Belzig deutlich geworden.

An der Spitze des WAV, der in den Ämtern Brück und Niemegk, der Gemeinde Wiesenburg/Mark und den Ortsteilen der Stadt Bad Belzig zur Wasserversorgung tätig ist, steht aktuell der Niemegker Amtsdirektor, Thomas Hemmerling, als ehrenamtlicher Vorsteher. Er war im Dezember 2017 für weitere acht Jahre in der Funktion bestätigt worden. Sein Stellvertreter blieb Wiesenburgs Bürgermeister, Marco Beckendorf (Die Linke).

Rund 8500 Anschlüsse

Der WAV „Hoher Fläming“ ist zuständig für die Wasserversorgung in den meisten Orten des Hohen Flämings im Bereich des Altkreises Bad Belzig.

Ausgenommen sind die Stadt Treuenbrietzen samt Ortsteilen sowie die Kernstadt von Bad Belzig.

Aus zehn eigenen Wasserwerken sowie dem Wasserwerk Bad Belzig werden vom WAV jährlich etwa 820 000 Kubikmeter des nassen Elements gefördert.Versorgt werden damit rund 23 200 Einwohner.

Etwa zwei Dutzend Mitarbeiter sind damit beschäftigt – von der Förderung und Aufbereitung über die Lieferung an 8500 Hausanschlüsse bis zur Abrechnung. Der Verwaltungssitz befindet sich im Gewerbegebiet Brück.

Als Betriebsleiter erledigt Peter Gronemeier federführend die laufende Arbeit des WAV mit Sitz in Brück. Er geht im Mai des nächsten Jahres jedoch in den Ruhestand. Thomas Hemmerling und der Vorstand der Verbandsversammlung nahmen dies nun nach eigenen Angaben zum Anlass, erneut über eine hauptamtliche Besetzung des Vorsteherpostens nachzudenken und diese Funktion mit größeren Kompetenzen auszustatten.

Grundsatzbeschluss erbeten

„Es geht um eine Entlastung für Thomas Hemmerling“, sagte Ralf Rafelt, der Vorsitzende der Verbandsversammlung und Bürgermeister der Gemeinde Rabenstein/Fläming. Thomas Hemmerling wünschte sich einen Grundsatzbeschluss zu dem Thema, „um zu wissen, ob wir weiter daran arbeiten sollen, damit wir der Verbandsversammlung konkrete Information und Variantenvergleiche vorlegen können“.

Ulf Dingelstaedt fühlte sich „von dem Vorstoß so mitten in der Sommerpause überrumpelt“. Der Bürgermeister der Gemeinde Planebruch hätte sich „detaillierte Information schon vorab gewünscht, um damit in die Gemeindevertretungen gehen zu können, die ihren Vertretern im Verband dann ja ein entsprechendes Votum mitgeben müssten“.

Weiter Wachstum erwartet

Wolfgang Nagorsni, Gemeindevertreter aus Borkheide, plädierte für eine schnelle Entscheidung für eine hauptamtliche Verbandsführung. „Bei der Größe des WAV, die durch Zuzug und neue Strukturen sicher noch wächst, ist das ehrenamtlich nicht mehr zu machen“, sagte Nagorsni.

„Risiken mit Ausschreibungen für Geschäftsführerposten“ sieht Frank Schiffmann, Stadtverordneter aus Brück. „Dabei gab es in den Stadtwerken Bad Belzig und auch bei uns im Amt Brück schon unliebsame Erfahrungen“, so Schiffmann. Er sieht keinen Bedarf für eine zusätzliche Ebene in der Verbandsführung, jedoch aber für eine neue Aufgabenverteilung zur Entlastung des Vorstehers.

„Nicht so begeistert von einem hauptamtlichen Vorsteher“ zeigte sich auch Ottheiner Kleinerüschkamp, Bürgermeister der Gemeinde Linthe. Er plädierte für eine Vertagung des Beschlusses.

Vorsteher zieht Vorlage zurück

Am Ende der kontroversen und konstruktiven Debatte zog Thomas Hemmerling die Beschlussvorlage dann selbst zurück. Die Debatte habe ihm „wertvolle Hinweise geliefert und gezeigt, dass es noch viel Gesprächsbedarf gibt“. Für eine Ausschreibung zum Mai 2019 „läuft uns da nun die Zeit davon“, sagte der WAV-Vorsteher. „Wir sollten daher doch erst wieder mit einem neuen Betriebsleiter starten, der jedoch möglichst aus den eigenen Reihen kommen sollte wegen der Kenntnis des Betriebs“, schlug der Verbandsvorsteher vor.

Alles bleibt zunächst, wie es ist

Er wünscht sich auch für die Zukunft einen verlässlichen Partner. „Vieles kann ich gar nicht überschauen“, räumte Hemmerling ein. „Da brauche ich Vertrauen, das ich bislang zur Betriebsleitung immer haben konnte“, sagte der seit 2010 tätige Verbandsvorsteher.

Er lobte die offene und bodenständige Zusammenarbeit, die unter Peter Gronemeier den Verband gefestigt habe. „Über einen hauptamtlichen Vorsteher können wir ja dann vielleicht wieder reden, wenn meine Amtszeit abläuft“, schlug Thomas Hemmerling vor.

Von Thomas Wachs

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