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Bad Belzig Wenn der Wald im Müll versinkt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Wenn der Wald im Müll versinkt
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08:30 13.10.2018
Die angehende Erzieherin Stefanie Graap und die Jungs Yannik, Tom und Willy spazierten durch den Wald im Weitzgrunder Weg. Statt Eicheln fanden sie unter anderem ein Allzweckmesser mit großer Klinge. Quelle: André Großmann
Bad Belzig

Bohrmaschinen, ein Allzweckmesser mit großer Klinge und zerstörtes Porzellan waren nur einige der Gegenstände, die Yannik, Tom und Willy im Wald am Weitzgrunder Weg fanden. Die Jungs aus Bad Belzig hatten zuerst ein anderes Ziel. Sie und andere Kinder wollten mit Erzieherin Stefanie Graap im Wald Eicheln sammeln. Die Kids des Kinder-und Familienzentrums Bad Belzig ärgern sich nun über den weggeworfenen Müll. „Bei einem scharfen Messer und Dosen können sich Tiere verletzen. Alle Menschen, die Müll in den Wald schmeißen, sollen damit aufhören“, sagt der Sechsjährige Willy Pietrowski.

Massenhaft Müll im Wald

Die mehrfach wöchentlich abgelaufene Spazierroute der 18 bis 24 Kinder und ihrer Erzieher startet am Weitzgrunder Weg 23-25, geht durch den Wald bis zum Stadion, in Richtung Weitzgrund und zum Spielplatz im Wohngebiet vom Kurpark. Bei dem Ausflug wurden ein kleiner Sack Eicheln und drei große Säcke Müll gesammelt. Die Auszubildende Graap ist froh, dass sich kein Kind verletzt hat. „Dennoch frage ich mich, was sich die Leute so denken, die ihren Müll im Wald abladen“, sagt die 26-Jährige. Sie hofft auf ein stärkeres Bewusstsein für die Umwelt und will weiter bis zu dreimal wöchentlich mit den Jungen und Mädchen wandern.

Mülltourismus und Munitionsfunde aus DDR-Zeiten

Carsten Tarach vom Programm „Soziale Stadt“ organisiert in Bad Belzig auch Aktionen der Arbeitsgruppe „Für einen sauberen Klinkengrund.“ Er moniert: „Wir haben so eine große Müllproblematik, dass wir von Mülltourismus sprechen können.“ Tarach schildert, dass es hunderte Jahre dauern kann, bis sich weggeworfene Plastikabfälle in den Wäldern zersetzen. Der Bad Belziger weiß, dass es in den hiesigen Wäldern zahlreiche Hinterlassenschaften der nationalen Volksarmee und von Spezialkräften gebe. Dies bestätigt auch Thomas Beutler.

Der Naturfreund betreibt in der Waldsiedlung ein ökologisch soziales Permakulturprojekt. Im Herbst 2016 fand er beim Pilze sammeln zwei Handgranaten aus DDR-Zeiten. Da ihm die Unterscheidung zwischen scharfer Munition und Attrappe schwierig erschien, rief Beutler die Polizei. Sie sperrte den Bereich ab und stellte die Gegenstände sicher. Auch im Oktober 2013 wurde Fundmunition entdeckt. In diesem Fall sperrten die Beamten ebenfalls die Stelle im Wald ab, schließlich informierte ein Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Kita-Angestellte und Kinder über den korrekten Umgang mit Fundmunition.

Revierförster will aufräumen

Ellen Schlieker vom Landesbetrieb Forst Brandenburg bemerkt, dass der Abfall im Wald zunimmt. „Einige Mitarbeiter sammeln nur noch Müll“, sagt die Leiterin der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie erwähnt, dass der Revierleiter bei Verstößen ein Bußgeld verhängen kann. Dennoch sei es für ihn unmöglich, jeder Zeit vor Ort zu sein. Schlieker hofft auf mehr Personal, um für Sauberkeit zu sorgen. Revierförster Lutz Hausig von der zuständigen Oberförsterei Dippmannsdorf bestätigt, dass die Müllabladung im Wald seit Jahren ein Problem ist. Der 55-Jährige will handeln. „Müll gehört einfach nicht in die Natur“, sagt Hausig. Er informiert Waldarbeiter und will die Lage vor Ort begutachten. Hausig empfiehlt Anwohnern, die Müll entdecken, ihn direkt per Handy unter 0172-31 43 893 zu kontaktieren. Auch der Eigentümer des Waldgrundstücks aus Torgelow sei bereits informiert worden. In den nächsten Tagen sollen Aufräumarbeiten und Maßnahmen zur Verkehrssicherung wegen zu tief hängender Robinien folgen. Vielleicht wird dann der Wunsch von Willy doch wahr. „Ich wünsche mir einfach einen sauberen Wald, in dem die Kinder und Tiere in Ruhe spielen können“ sagt der Sechsjährige.

Von André Großmann

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