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Bad Belzig Doppelgold für Whisky vom Sandberg
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Doppelgold für Whisky vom Sandberg
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18:35 22.03.2019
Tim Eggenstein präsentiert den preisgekrönten Whisky vom Sandberg in Bad Belzig. Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

Es ist der würzige bis holzige Geschmack, der beeindruckt. Der German Oak Whisky aus der Destille auf dem sogenannten Sandberg hat einen, wie die Experten sagen, langen Abgang und mitunter lassen sich Aromen wie Schoko, Nuss oder Vanille erahnen.

Dafür hat sich die achtköpfige Jury der Internationalen Berlin Spirit Competion begeistern können. Die Spirituose wurde vor wenigen Tagen mit einer Doppel-Gold-Medaille ausgezeichnet.

Familie Eggenstein holt Doppelgold mit ihren Whiskysorten

Mit mehr als 91 von 100 Punkten kam sie obendrein noch als bester europäischer Single Malt zu Ehren. Das berichtet Norbert Eggenstein. Weil es außerdem für die Sorte Portwein Cask noch ein einfaches Gold gab, ist das Familienunternehmen aus Bad Belzig außerdem zur Destille des Jahres gekürt worden, verkündet er stolz. Einher gehen damit Einladungen zu weiteren Wettbewerben in London, New York, Singapur und Melbourne, heißt es.

Namensstreit noch nicht endgültig aus

Nicht endgültig gelöst ist der Namensstreit um den Whisky aus Bad Belzig. Glen Sandhill (Tal des Sandbergs) sollte er ursprünglich heißen.

Dagegen hat die Whiskey-Assoziation in Edinburgh protestiert. Denn die Verwendung des gällischen Wortes „Glen“ würde ihrer Meinung nach suggerieren, dass es sich um ein schottisches Produkt handle.

Die bisherigen Entscheidungen sind eher zu Gunsten der Schotten ausgefallen. Die Auseinandersetzung wird, wenn dann von einem weiteren betroffenen Hersteller, forgefüht.

Die ersten 15 unter dem Label produzierten Fässer kann Familie Eggenstein behalten und vermarkten. Danach ist – zunächst einmal – der Name Old Sandhill (Alter Sandberg) gewählt worden.

„Wir waren überzeugt, dass es sich um Produkte von hoher Qualität handelt“, sagt Tim Eggenstein. „Sonst hätten wir uns der hochkarätigen Konkurrenz nicht gestellt.“

Doch das Ergebnis bei der erstmaligen Teilnahme habe alle seine Erwartungen übertroffen, so der 26-Jährige. Nach der Lehre zum Brauer im heimischen Betrieb hat der Junior eine Ausbildung zum Edelbrand-Sommelier absolviert und war in Irland und Schottland unterwegs, um dort seine Erfahrungen zu sammeln. Nun zeichnet der Junior für die Whisky-Herstellung im Hause verantwortlich.

Maische aus sauberen Rohstoffen

Dazu braucht es seinen Aussage nach eine Maische aus sauberen Rohstoffen, eine kontrollierte Gärung bei 27 bis 28 Grad Celsius, ein sauberes Destillat, ein gutes Fass-Management – sowie sehr viel Geduld. Im konkreten Fall wird das doppelt prämierte Getränk in Eichenholz gelagert, das erstmals belegt wird.

Das entwickelt einen anderen Geschmack als jene Behälter, in denen schon mal Portwein gereift ist. Doch dieser findet nicht minder seine Liebhaber und hatte am Tag zuvor beim Craft Spirit Festival ebenfalls in Berlin einen ersten Platz errungen. Die eher fruchtige weichere Note wird nach Beobachtung von Tim Eggenstein eher von Frauen bevorzugt.

Goldene Aufkleber für die Flaschen

Beim Wettbewerb, für den sich die Hersteller selbst bewerben, wurde das Getränk mit einer Trinkstärke von 43 Prozent Alkohol zunächst sensorische betrachtet, dann nach dem Duft und dem Geschmack beurteilt. Schließlich muss sich ein exklusiver Genuss für alle Sinne offenbart haben. Denn zum Beispiel im Vorjahr gab es keine Gewinner aus Deutschland. Nun wird der goldene Aufkleber an den Flaschen des „Old Sandhill“ vom Erfolg künden.

„Das Siegel wird die Aufmerksamkeit bei der Kundschaft erhöhen“, ist sich Norbert Eggenstein gewiss. Gleichwohl alle fünf Sorten – Deutsche und Amerikanische Eiche, Oloroso-Cherry, Bordeaux- und Portwein-Fass – gefragt sind und es laut Senior nicht darauf ankommt, die monatlich produzierten 800 Liter um jeden Preis abzusetzen. Vielmehr nimmt der Wert des Fassinhaltes zu.

Einstmals große Brautradition

Langfristig, so ist es der Wunsch des Vaters, soll schließlich die Whisky-Destille das Hauptstandbein für das Unternehmen sein. Die Herstellung erfolgt vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn das Bier in geringeren Mengen gefragt ist.

Die fast versiegte, aber einst große Brautradition in der Kur- und Kreisstadt, war vom aus Westfalen stammenden Norbert Eggenstein 2007 wieder belebt worden. Der Gerstensaft ist naturbelassen, weder filtriert noch sterilisiert.

Fünf Jahre später hat er nochmals einen sechsstelligen Betrag investiert, um Hochprozentiges herstellen zu können. Das von ihm vor zehn Jahren sanierte und aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude bietet immerhin genug Platz für Destille und Lager, was ebenfalls eine wichtige Voraussetzung ist.

Von Rene Gaffron

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