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Widerstand gegen Windräder im Wald

Borkheide/Borkwalde Widerstand gegen Windräder im Wald

Ungeachtet der zahlreichen Resolutionen und Unterschriftensammlungen, Aktionen und Demonstration haben die Gemeindevertretungen Borkheide und Borkwalde ihren Protest gegen die geplante Aufstellung von Windrädern im Wald erneuert. Einmal mit einem Appell an die Politik, aber auf dem juristischen Weg gegen den Behörden-Entscheid.

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In der Reesdorfer Heide sorgen sich die Anrainer um den Wald. Bäume sollen gerodet, Windräder errichtet werden.

Quelle: Jens Steglich

Borkheide/Borkwalde. Die beiden Waldgemeinden lassen in ihrem Widerstand gegen die Errichtung von Windrädern im Wald nicht locker. Ihre Parlamente haben sich – gleichwohl es schon zahlreiche Resolutionen und Unterschriftensammlungen, Aktionen und Demonstration gab – einem erneuten Appell an die Landesregierung Brandenburg angeschlossen . Darüber hinaus werden die Klagen gegen die Genehmigung weiterer Windkraftanlagen in den angrenzenden Kiefernbeständen vorbereitet.

Privilegiertes Vorhaben

Die Errichtung von Windkraftanlagen gelten – zur Umsetzung der beschlossenen Energiewende – als privilegiertes Vorhaben.

Im Regionalplan Havelland-Fläming sind die Vorranggebiete dafür vorgesehen.

Gegen die Aufstellung von Windrädern im Wald spricht laut den Gegnern, dass pro Anlage etwa 850 Bäume gerodet werden müssten.

Im Fall der Havarie bestehe eine erhöhte Gefahr, das sich ein Brand in den Baumwipfeln besonders schnell ausbreiten könnte.

Zuvor hatten bereits die Städte Beelitz und Werder/Havel einen entsprechenden Appell beschlossen. Gemeinsam fordern jetzt alle vier Städte und Gemeinden, „keine Errichtung von Windkraftanlagen in Wäldern sowie in Natur- und Landschaftsschutzgebieten zuzulassen“ sowie „eine Regelung zu erlassen, in der ein Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnbebauungen jeglicher Art von mindestens 2000 Meter festgelegt wird“.

Sie fordern die Fraktionen beziehunsweise die Gruppe im Landtag zu entsprechenden Initiativen auf. Auch vom Kreistag Potsdam-Mittelmark werden entsprechende Beschlüsse erwartet, die den politischen Willen bekunden. In Borkwalde erfolgte die Verabschiedung des Beschlusses absolut einstimmig, in Borkheide mit einer Enthaltung.

Sechs weitere Anlagen genehmigt

Befeuert wird die Entschlossenheit in den beiden Gemeindevertretungen durch die Genehmigung weiterer sechs Windkraftanlagen in der Reesdorfer Heide durch das Landesumweltamt (LfU). Der genehmigte Windpark liegt nördlich der Eisenbahnlinie Berlin – Dessau zwischen Borkwalde, Fichtenwalde und Beelitz-Heilstätten. Der Bescheid liegt den beteiligten Kommunen bereits vor. Er muss demnächst noch einmal öffentlich ausgelegt werden.

Allerdings ist Widerspruch in der Sache dann kaum noch möglich. Damit sind bereits jetzt insgesamt 18 Windkraftanlagen im Waldgebiet zwischen den genannten Orten von der Behörde bewilligt. Dem Vernehmen nach gibt es 21 Anträge von mehreren Investoren für das Areal.

Gemeinden wollen Akteneinsicht beantragen

Zugleich haben Borkheide und Borkwalde beschlossen, Widerspruch gegen diese Genehmigungen einzulegen und Akteneinsicht zu beantragen. Eine Klage gegen die erwartete Ablehnung wird vorbereitet. Borkheides Bürgermeister Andreas Kreibich (SPD) und seine Borkheider Amtskollegin, Renate Krüger (Linke), wollen aufeinander zugehen, um die Chancen einer gemeinsamen Klage auszuloten.

Winfried Ludwig vom Verein Waldkleeblatt – Natürlich Zauche, in dem sich die Bürgerinitiativen der Region zusammengeschlossen haben, begrüßt die Entscheidungen: „Es ist einfach schön, dass alle betroffenen Gemeinden mit ihrer Haltung zusammenstehen.“

Von Andreas Trunschke

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