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Wittenberger Chor gastiert in Treuenbrietzen

Gospel statt Film Wittenberger Chor gastiert in Treuenbrietzen

Das Urteil, langweilig oder zumindest langatmig zu sein, haftet hierzulande vielen Gottesdiensten an. Dass das nicht überall so ist, weiß jeder, der schon einmal den Auftritt eines Gospelchores erlebte. Das musikalische Gotteslob geht ins Blut und versorgt Herz und Beine gleichermaßen. In den Treuenbrietzener Kammerspielen war das nun erneut zu erleben.

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Mit ihrer Interpretation des glücklichen Tages hatte Anja Kroker schnell die Zuhörer zum Mitsingen entfacht.

Quelle: Uwe Klemens

Treuenbrietzen. Nicht nur für Filmvorführungen und Rockkonzerte taugt der alte Kinosaal in den Treuenbrietzener Kammerspielen. Am Sonnabendnachmittag war zu erleben, wie es klingt, wenn 60 Gospelsänger den Raum mit klingendem Gotteslob erfüllen. Knapp 100 Zuhörer lauschten ergriffen dem einstündigen Konzert und ließen sich zum Mitklatschen, -summen und -singen inspirieren.

Der Auftritt in Treuenbrietzen war für Chorleiter Thomas Herzer und die übrigen Mitglieder des Gospelchores der Schlosskirche Wittenberg zwar nicht das Debüt in der Flämingregion, aber der erste Auftritt in der Sabinchenstadt. Die Idee dazu hatte Angela Hauer, die zwar in Treuenbrietzen wohnt, aber seit fünf Jahren zum Ensemble gehört. Da die Sänger ohnehin stets auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten sind, lag ein Konzert in Treuenbrietzen nahe.

„Außerdem kann ich so all denen, die mich immer wieder fragen, warum ich Woche für Woche bis nach Wittenberg zur Chorprobe fahre, zeigen, wie gut der Chor ist und weshalb mir das Mitsingen solchen Spaß macht“, sagt Hauer.

Probe für die Tournee in den USA

Gemessen am Applaus und den beiden Zugaben, die die Zuhörer in den Kammerspielen am Ende einforderten, dürfte Hauers Hoffnung aufgegangen sein. Das Programm reichte von Gospelklassikern wie „Oh Happy day“ aus der Feder der legendären Edwin-Hawkins-Singers, bis zu bekannten und unbekannten Vertonungen von Texten Martin Luthers. „Eine feste Burg ist unser Gott“ und die wohl nie verzichtbare, musikalische Bitte „Verleih uns Frieden inniglich“ gehörten dazu.

Zweiter Auftritt im Fläming

Der Gospelchor der Schlosskirche Wittenberg wurde 2008 von Thomas Herzer gegründet und zählte damals 15 Sänger.

Deren Zahl ist mittlerweile auf 60 angewachsen. Wie in vielen Chören, sind auch hier die Männer am schwächsten vertreten.

Zum Repertoire gehören Gospelklassiker im originalen oder modernen Arrangement, sowie Vertonungen von Texten Martin Luthers, der ein großer Musikfreund war.

Der Chor , der viel auf Reisen ist, war nun zum zweiten Mal in der Fläming-Region zu Gast. Rund drei Jahre liegt der erste Auftritt zurück, der damals in der Bad Belziger Marienkirche stattfand, zurück.

„Der heutige Auftritt ist für uns zugleich der Endprobenauftakt für unsere geplante USA-Tournee“, verriet Chorleiter Thomas Herzer im Anschluss. Mitte Mai schippert das Ensemble über den großen Teich ins Mutterland des Gospels. Dass sie sich trauen, dort ihr Können auf die Probe zu stellen, darf als Beleg ihres großen Selbstvertrauens gelten.

Reisefreudiges Ensemble

„Wir sind sowie ein sehr reisefreudiger Chor“, erzählt Herzer. Neben den zahlreichen Auftritten in und um Wittenberg, wozu auch die Begleitung von Gottesdiensten und Sonderkonzerte in der Schlosskirche gehören, Ausflügen ins Brandenburgische und Konzertreisen nach Weißrussland, Dänemark und Schweden, waren sie bereits vor drei Jahren gemeinsam in den USA. „Inzwischen gibt es zahlreiche Kontakte zu den dortigen, lutherischen Gemeinden, die uns nun erneut eingeladen haben. Anstrengend wird es auf jeden Fall, denn in unseren sieben Amerika-Tagen bestreiten wir an unterschiedlichen Orten sechs Konzerte. Auf jeden Fall nutzen wir natürlich auch die Gelegenheit, Land und Leute und Sehenswürdigkeiten kennen zu lernen.“

 

Von Uwe Klemens

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