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Bad Belzig Müllberge im Klinkengrund: Videoüberwachung kommt nicht
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Müllberge im Klinkengrund: Videoüberwachung kommt nicht
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13:07 25.02.2019
Illegale Müllablagerungen im Bad Belziger Wohngebiet Klinkengrund sorgen in der Stadt für Diskussionen. Quelle: André Großmann
Bad Belzig

Die Zeugnisse einer Grundschülerin, ein zersplitterter Fernsehbildschirm, abgeladene Erde und Kleidung liegen in der Bad Belziger Hans-Marchwitza-Straße auf dem Boden zerstreut.

Die illegal entsorgten Abfälle ärgern Inge Leifheit. „Ich wünsche mir, dass das endlich mal aufhört“, sagt die Anwohnerin. Sie lebt seit 38 Jahren im Wohngebiet Klinkengrund und schüttelt den Kopf.

Illegale Müllablagerungen sorgen im Bad Belziger Wohngebiet Klinkengrund weiter für Ärger. Anwohner hoffen auf Lösungen, die Wohnungsgesellschaft Bewog denkt über neue Ideen nach.

Denn der Unrat liegt direkt unter einem Warnschild der Bad Belziger Wohnungsgesellschaft Bewog. „Müll und Sperrmüll abladen verboten!“ steht dort mit roter Schrift. Hier beobachtet auch der Bad Belziger Jürgen Gottschalk die Situation. „Das ist schon eine Frechheit“, sagt der 72-Jährige zu den Ablagerungen.

Keine Videoüberwachung geplant

Bereits vor einem Monat erkundete der ehemalige Lehrer die Müllsituation im Bad Belziger Klinkengrund. Die Müllprobleme sind seitdem nicht weniger geworden. Eine kürzlich von Gottschalk geforderte Überwachung des öffentlichen Verkehrsraumes mit Videokameras ist laut Stadtsprecherin Antje Schühlein nicht zulässig. Hierfür müsse ein berechtigtes Interesse bestehen.

„Die Überwachung vermüllter Plätze ist kein berechtigter Grund, der einen derartigen Eingriff in die Grundrechte rechtfertigt“, kommentiert sie eine Anfrage der MAZ. Bei der Ahndung von illegalen Müllablagerungen handle es sich nicht um Straftaten, sondern um Ordnungswidrigkeiten.

Wie bisher sollen illegale Müllablagerungen deshalb laut Schühlein durch das Ordnungsamt geahndet werden, wenn der Verursacher bekannt ist.

16 Verfahren wegen illegaler Müllentsorgung

Im letzten Jahr kam es nach Angaben der Stadt zu 16 Ordnungswidrigkeitenverfahren, in diesem Jahr seien es bislang drei. Jürgen Gottschalk sucht weiter nach Müllsündern und entdeckt ein Paket. Es trägt die vollständige Adresse des Empfängers aus Kleinmachnow. Der Bad Belziger will den Fall an die Behörde weiterleiten.

„Wir müssen das Problem anpacken, weil es so nicht weiter geht“, sagt der Stadtverordnete Lothar Lehmann. Der 59-Jährige hofft im Kampf gegen den Müll wie Jürgen Gottschalk auf eine personelle Verstärkung des Ordnungsamts. Dessen stellvertretende Leiterin Martina Kuckert erinnert auf MAZ-Anfrage, dass die Mitarbeiter der Behörde nicht nur für die Ahndung von Müllsünden tätig sind.

Ordnungsamt hofft auf informierte Mieter

„Wir ahnden Fälle, wenn es möglich ist und schreiben Verursacher auch an“, sagt Kuckert. Dennoch hätte sich das Problem der Müllsünder über Jahre eingeschlichen. Kuckert argumentiert, dass die Motivation der Mieter, ihren Müll fachgerecht zu entsorgen sinken könnte, wenn die Hausmeister der Bad Belziger Wohnungsgesellschaft (Bewog) regelmäßig aufräumen.

Illegale Müllablagerungen würden auch im Kurpark und in der Brücker Landstraße existieren. Sie hofft, dass neue Mieter direkt zur Sperrmüllentsorgung bei der Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark informiert werden.

Rollcontainer sollen Mülltonnen ersetzen

Bewog-Geschäftsführer Udo Kunze hat neue Lösungen gegen illegalen Müll geplant. So soll die Einzeltonne für Mieter abgeschafft und stattdessen ein Rollcontainer mit einer Größe von einem Kubikmeter verwendet werden. Wann dieser eingesetzt wird, ist noch unklar. „Dies soll mittelfristig geschehen“, sagt Kunze zur MAZ-Anfrage.

Der 61-Jährige betont, wie wichtig es sei, dass Mieter ihren Müll sauber trennen und hofft darauf, dass illegale Ablagerungen wenn möglich gemeldet werden. Denn diese würden sich negativ auf die Entsorgungskosten aller Anwohner auswirken.

Plakate sollen Mut machen

Jeder Mieter und Bewohner habe es mit seinem Verhalten in der Hand, wie das Erscheinungsbild des Wohngebietes aussehe, betonte Kunze. Plakate des Stadtteiltreffs „Klinke 1“ sollen den Anwohnern Mut machen. Sie betonen, dass kein Mensch illegale Müllplätze braucht. „Es wird gut-Nachbarn!“ lautet hier der Slogan.

Davon ist auch Quartiersmanager Carsten Tarrach überzeugt, der noch bis Ende April das Projekt „Soziale Stadt“ betreut. Er lobt die auf Facebook geführte Debatte zum Müllproblem. „Ich finde es gut, dass sich die Bürger im Internet Luft verschaffen und diskutieren. Das ist eine wichtige Sache“, so der 58-Jährige. Er hofft, dass sich Vertreter der Stadt, der Bewog und des Stadtteiltreffs zusammensetzen und neue Lösungen erarbeiten.

Von André Großmann

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