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Bad Belzig Bad Belziger Wolfsrudel tappt in die Fotofalle
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13:52 01.11.2018
Bei Bad Belzig ist ein neues Wolfsrudel jetzt mit Fotos belegt. Quelle: LFU
Bad Belzig

Die Fotos liefern jetzt den Beweis: Seit Monaten hat sich ein neues Wolfsrudel in den Wäldern unmittelbar an der Rehabilitationsklinik „Hoher Fläming“ am Stadtrand von Bad Belzig etabliert. Das belegen nun Aufnahmen des Landesamts für Umwelt, die mit einer automatischen Fotofalle gemacht wurden.

In eine Fotofalle getappt ist jetzt erstmals das unmittelbar an der Rehaklinik bei Bad Belzig lebende neue Wolfsrudel. Kritiker sehen das kritisch. Sie fürchten Häufung von Angriffen auf Nutztiere.

Demnach handelt es sich um vier Welpen und die Elterntiere, die nun rund um die Kreisstadt auf der Suche nach Beute umherstreifen. „Das sind aber nicht die einzigen Wölfe in Stadtnähe, auch Einzeltiere werden immer wieder beobachtet“, sagt Hans-Joachim Beyer, der Leiter der Hegemeinschaft Wiesenburg.

Angriffen auf Nutztiere häufen sich

Der Jäger ist besorgt wegen der aktuellen Häufung von Angriffen auf Nutztiere in der Region. „Es gab vermehrt Wolfsattacken“, sagt Beyer. So in Lühnsdorf, wo die Räuber den Streichelzoo des Landhotels aufgesucht haben. In Grubo sind die Wölfe auf ein Grundstück gelangt und haben dort mehrfach vier Schafe und Ziegen getötet. Ein paar Tage später wurde der Schafstall in Borne aufgesucht. „Auch da gab es im Stall tote und verletzte Tiere“, sagt Hans-Joachim Beyer zu der ihm Liste jüngster Wolfsangriffe.

Ein Rissgutachter war vor Ort. Er sicherte Spuren, um die Urheber der Angriffe zu analysieren. Die Auswertung läuft noch. Ergebnisse liegen erfahrungsgemäß erst in einigen Wochen vor.

Hans-Joachim Beyer fordert die Politik auf, bessere Lösungen zu finden, um Halter von Nutztieren vor Schäden zu bewahren. „Scheinbar hat man bei der Landesregierung erkannt, dass eine weitere, unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe auf kein Verständnis vor allem bei der Landbevölkerung stößt“, so Beyer.

Jäger sind sauer auf Politik und Jagdverband

„Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen wollen einen Lösung auf Bundesebene finden. Ich bin da aber eher skeptisch, hat man doch den Eindruck, dass die Politik das Thema Wolf nur sehr ungern anfasst“, teilt der Chef der Wiesenburger Hegegemeinschaft der MAZ mit. „Rund 100 totgefahrene Wölfe im Land sind doch ein Indiz dafür, dass es jetzt schon zu viele Tiere sind“, so Beyer.

Die Folge seien riesige Schäden bei Nutztierhaltern im ganzen Land und Frust bei den Jägern wegen der teils von Wild leeren Reviere. „Da verschwindet das Muffelwild komplett und das Damwild ist auf 30 bis 40 Prozent reduziert“, erzählt der Jäger aus seiner Beobachtung. Rotwild und die Rehe kämen indes etwas besser zurecht „und Schwarzwild hat keine Angst vorm Wolf, die können sich noch gut wehren“, sagt Beyer.

Jäger wollen mit Wolf überein kommen

Damit „auch wir Jäger mit dem Wolf überein kommen können“, müssten „schnell gute Lösungen her“, fordert der Waidmann. „Unsere Nachbarn in Schweden zum Beispiel machen es uns doch vor, wie alle zusammen Landwirtschaft, Jägerschaft und Tierschutz das Problem lösen. Dort ist der Bestand auf circa 250 Wölfe begrenzt“, erzählt Hans-Joachim Beyer.

Da es diese Zahl der Wölfe schon allein im Land Brandenburg gibt, „geht das auf Dauer nicht gut“, fürchtet der Jäger. Offiziell gebe es 30 Wolfsrudel in Brandenburg und acht davon im Kreis Potsdam-Mittelmark. Hinzu kämen jedoch ungezählte Einzeltiere, weshalb Beyer von einem Bestand von gut 400 Tieren im Land ausgeht.

„Jagdverband leider kein guter Partner“

Nach seiner Einschätzung sei der Jagdverband Brandenburg seinen betroffenen Mitgliedern „leider kein guter Partner“, so Beyer. Er vermisse Lösungen und Unterstützung bei zahlreichen Problemfeldern. „Ich denke da als erstes an das Problem der Wildschadensregulierung und den verstärkten Maisanbau für die Biogasanlagen. „Hier stehen doch viele Jagdpächter schon fast mit einem Bein vor dem Staatsanwalt“, sagt Beyer.

So müssten Pachtverträge an die neuen Bedingungen angepasst werden, „hat sich doch der Pachtgegenstand in vielen Revieren völlig geändert“, sagt der Leiter der Hegemeinschaft Wiesenburg. Die Eigentümer der bejagbaren Flächen bestünden jedoch oft auf die alten Pachtbeiträge.

Von Thomas Wachs

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