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Bad Belziger Ärzte bekommen mehr Geld

Tarifkonflikt Bad Belziger Ärzte bekommen mehr Geld

Die Ärzte im Krankenhaus Bad Belzig erhalten in Zukunft mehr Geld. Immerhin liegt der Tarif im Schnitt 20 Prozent unter dem Niveau des Haupthauses Potsdam. Und erst in drei Jahren wird die Angleichung endgültig erfolgt sein. Indes sieht sich die Geschäftsführung des Ernst-von-Bergmann-Klinikums noch den Forderungen des nichtmedizinischen Personals gegenüber.

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Erfolgreich gestreikt: Protest am Krankenhaus in Bad Belzig.

Quelle: René Gaffron

Bad Belzig. Die Mediziner am Krankenhaus in der Kur- und Kreisstadt sollen langfristig mehr Geld erhalten. Darauf siehtr die Einigung der Geschäftsführung der Klinik Ernst von Bergmann Bad Belzig gGmbH mit dem Landesverband Berlin-Brandenburg des Marburger Bundes vor. Wie es von der Ärztegewerkschaft heißt, haben sich beide Seiten darauf verständigt, dass mit Ablauf des Jahres 2019 die Entgelttabellen zur Anwendung kommen, die dann für die Bezahlung der Kollegen im Potsdamer Haupthaus gelten.

Vorausgegangen war ein Tarifkonflikt mit langwierigen Gesprächen, Mahnwachen und Streik wie sie im Hohen Fläming bislang unüblich waren. Angesichts der um teilweise bis zu 20 Prozent schlechteren Entlohnung des hiesigen Personals im Vergleich zu Kollegen anderenorts hatte sich die Entwicklung freilich nicht umsonst zugespitzt.

„Da das Ernst von Bergmann in Potsdam mit Mehrheit an der Bad Belziger Klinik beteiligt ist, ist dies die sachgerechte und naheliegende Lösung, auch wenn uns die zeitliche Perspektive eigentlich deutlich zu lang ist“, sagt Sebastian Hofer. Dem Arbeitgeber sei die Zeit jedoch zugestanden worden, um die vergleichsweise kleine Einrichtung in Bad Belzig wirtschaftlich nicht zu überfordern. „Um den Betrieb des Krankenhauses zu erhalten, sind die Ärzte erneut bereit, Abstriche in einigen Angelegenheiten zu machen zu machen“, so ihr Verhandlungsführer vom Marburger Bund.

Im Sommer erstmals gestreikt

Das Krankenhaus Bad Belzig ist eine 145-Betten-Einrichtung. Dort gibt es etwa 250 Beschäftigte, darunter 50 Ärzte.

75 Prozent der Gesellschaft gehören dem Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam (100-Prozent-Tochter der Landeshauptstadt), 25 Prozent der Anteile sind Eigentum des Kreises Potsdam-Mittelmark.

In diesem Sommer ist erstmals seit Bestehen 1961 gestreikt worden _ Mediziner und nichtärztliches Personal gemeinsam forderten unter anderem bessere Bezahlung.

Denn vor allem die langjährigen Mitarbeiter werden auf dem Niveau von 2007 entlohnt; das sind 20 Prozent weniger Lohn und Gehalt als Kollegen in Potsdam verdienen.

Der Arbeitgeber hat seinerseits für 1. Juli 2016 eine Lohnsteigerung von 3,0 Prozent und für 1. Juli 2017 von weiteren 2,5 Prozent für alle Mitarbeiter angekündigt, was bislang jedoch als nicht hinreichend betracht wird.

Derweil geht die Umstrukturierung des Standortes weiter. Nicht wenige Patienten im Hohen Fläming fürchten Abstriche an der Grundversorgung

Gemäß der Vereinbarung soll die Geschäftsführung im ersten Halbjahr 2017 einen konkreten Vorschlag unterbreiten, wie die Anpassung an das Tarifniveau des Klinikums Ernst von Bergmann in Potsdam erreicht werden kann. Die Details der Angleichung, insbesondere die konkreten Entgelttabellen, werden daraufhin bis zum Sommer verbindlich festgelegt. Die Arbeitgeberseite hatte sich diesen Zeitrahmen erbeten, um die Lohnerhöhungen auf gesicherter wirtschaftlicher Basis verbindlich zusagen zu können. „Es besteht Einigkeit, dass die Anpassung in maximal drei Schritten erfolgt“, sagt Damaris Hunsmann, Sprecherin des kommunalen Klinikkonzerns.

Die Tarifkommission sowie der Vorstand des Landesverbandes Berlin/Brandenburg haben dieser Einigung zugestimmt. Auch die Abfrage bei den Mitgliedern hat eine deutliche Mehrheit für diese Einigung und somit für eine Beendigung der Auseinandersetzung ergeben. Sebastian Hofer: „Die Arbeitgeberseite hat nun Zeit, das Haus weiter zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen, so dass die Abkopplung des Personals in Bad Belzig von der allgemeinen Lohnentwicklung endlich ein Ende finden kann.“

„Es kann nur das Geld ausgegeben werden, welches uns zur Verfügung steht“, erklärt einmal mehr Steffen Grebner. „Die Klinik Bad Belzig befindet sich weiter in einer intensiven Entwicklungs- und Stabilisierungsphase mit leicht negativem Jahresergebnis“, so der Geschäftsführer. Ob der steigenden Personalausgaben müsse noch intensiver gemeinsam an einem positiven Ergebnis gearbeitet und das Leistungsspektrum weiter ausgebaut werden.“

Wegen der Forderungen des nichtmedizinischen Personals steht der Unternehmenschef mit Verdi im Kontakt. „Wir sind auf einem gutem Weg“, glaubt deren Vertreter Torsten Schulz. Denn die Beschäftigten merkten nach und nach, dass es nur gemeinsam klappt. Aktive hätten zuletzt wieder Flugblätter in der Klinik verteilt. „Das Ziel ist, den Arbeitgeber bis Weihnachten zu Tarifverhandlungen aufzufordern. Es gibt keinen Grund das die Beschäftigten in Bad Belzig ebenfalls bis zu 20 Prozent weniger als Kollegen im Klinikum der Landeshauptstadt verdienen“, so der Gewerkschafter.

Von René Gaffron

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