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Bad Belziger Feuerwehrleute im Dauerstress

197 Alarmierungen in 2015 Bad Belziger Feuerwehrleute im Dauerstress

Die Freiwillige Feuerwehr Bad Belzig ist 2015 so oft ausgerückt wie noch nie. 197 Mal wurden die 281 aktiven Kameraden alarmiert. Eher selten, um Brände zu löschen. Die Aufgabenvielfalt nimmt zu und vorerst können Hilfsfristen eingehalten werden, wie jetzt bilanziert wurde. Aber in Dippmannsdorf gibt es nach wie vor eine Lücke in der Garage.

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Der Nachwuchs steht schon bereit.

Quelle: FFW Bad Belzig

Bad Belzig. Die Freiwillige Feuerwehr musste im vergangenen Jahr so oft ausrücken wie noch nie zuvor. 197 Einsätze sind in der Statistik geführt, die Olaf Beelitz in dieser Woche den Stadtverordneten vorgestellt hat. Es sind nicht nur 33 mehr als 2014. Sondern der bisherige Rekord – 173 Alarmierungen im Jahr 2010 – ist ebenfalls deutlich übertroffen worden.

„25mal konnten Menschen aus Notlagen befreit werden“, so der Stadtwehrführer. „Leider konnten wir einer Person nicht mehr helfen.“

Gleichwohl der Anteil der eigentlichen Brandbekämpfung (14 Prozent) abnimmt und die Blauröcke immer öfter zu technischen Hilfeleistungen (65 Prozent) gerufen werden, kann nicht direkt ein Schwerpunkt benannt werden. Immer wieder standen die 281 aktiven Kameraden der 14 Löschgruppen vor neuen Herausforderungen. Und die 18 Fehlalarme (zehnmal durch ausgelöste Brandmeldeanlagen) sind augenscheinlich nicht die Größenordnung, die zur Herausforderung wird.

Schwerpunkt ist schwer zu benennen

Wohl aber ist das Einsatzgeschehen – 25mal war die Stützpunkt-Feuerwehr außerhalb gefragt – breit gefächert und für die Floriansjünger zuweilen eine starke physische und psychische Belastung, so Olaf Beelitz. Vor Jahresfrist hatte er angesichts dessen vor personellen Engpässen gewarnt. Dass die Tageseinsatzbereitschaft aktuell trotzdem immer gegeben war und Hilfsfristen stets eingehalten werden, sei seiner Einschätzung nach nicht zuletzt auf die Einstellung von Feuerwehrleuten im städtischen Bauhof zurückzuführen, die bei Alarm fest eingeplant werden könnten.

Kontinuität an der Spitze

An der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Bad Belzig herrscht Kontinuität. Ein Trio ist für fünf bis sechs Jahre berufen.

Am Montagabend hat das Parlament Torsten Gensicke aus Bad Belzig als stellvertretenden Stadtwehrführer bestätigt. Der 47-Jährige bekleidet den Posten seit 2004. Schon im vergangenen Jahr wurden Olaf Beelitz aus Werbig als Stadtwehrführer und Frank Schmoll aus Neschholz als sein „Vize“ berufe.

Die zeitlichen Verschiebungen sind den unterschiedlichen Amtsantritten geschuldet.

Immerhin: 161mal wurde die Ortswehr Bad Belzig alarmiert. Werbig (30); Lütte (26), Dippmannsdorf (25), Ragösen (14) und Neschholz (10) folgen mit Abstand, wobei neben dem Ereignisort die technische Ausrüstung entscheidend ist, wer von der Leitstelle entsendet wird, wie Jürgen Gottschalk (CDU) auf Nachfrage erfuhr.

Neben Quantität ist Qualifikation entscheidend. Zwei Hand voll Kameraden haben deshalb verschiedene Dortbildungen in der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt absolviert. Hinzu kamen die Schulungen vor Ort und im Feuerwehrtechnischen Zentrum des Kreises Potsdam,-Mittelmark. Allein 90 Männer und Frauen absolvierten in Beelitz Heilstätten die Brandhaus-Ausbildung und Atemschutz-Übungsstrecke, um im Notfall gewappnet zu sein.

Die Qualifikation ist entscheidend

Darüber hinaus ruhen die Hoffnungen vor allem auf den 130 Jungen und Mädchen, die gegenwärtig in den Nachwuchs-Abteilungen betreut werden. Das sind immerhin fast 20 mehr als im Vorjahr. Sie dauerhaft für das ehrenamtliche Engagement in den Löschgruppen zu gewinnen, ist das von Olaf Beelitz formulierte Ziel.

In Geduld muss sich derweil die Freiwillige Feuerwehr Dippmannsdorf üben. Ihr Löschfahrzeug war auf Grund technischer Mängel außer Dienst gestellt worden und vorübergehend steht lediglich ein Kleinbus in der Garage. Das neue Auto ist zwar bestellt. Die Lieferung wird jedoch noch auf sich warten lassen, denn aktuell wird das Ergebnis einer – vom Ministerium erstellten – Ausschreibung vom unterlegenen Bieter angefochten.

Derweil die nächste Aufgabe vor Ort zu lösen ist. Laut Gefahrenabwehrbedarfsplan soll schließlich mittelfristig eine neue Feuerwehrwache für Bad Belzig ins Auge gefasst werden. Zuerst gilt es, mögliche Standorte zu untersuchen.

Von Rene Gaffron

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