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Potsdam-Mittelmark Bad Belziger Frauenklinik verliert ihren Status
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belziger Frauenklinik verliert ihren Status
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02:16 30.11.2015
Noch zeigt der Wegweiser im Krankenhaus Bad Belzig zur Klinik für Gynäkologie. Quelle: Uwe Klemens
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Bad Belzig

Die Frauenheilkunde hat am Krankenhaus Bad Belzig nicht länger den Status einer eigenen Klinik. „Die Gynäkologie wird als Disziplin am Standort Bad Belzig erhalten bleiben“, bestätigt Damaris Hunsmann zwar. „Aufgrund der starken bestehenden Aufbaustruktur des Zentrums für Chirurgie soll sie ab 1. Januar unter dessen Dach ein Teilbereich werden“, so die Sprecherin des Klinikums „Ernst von Bergmann“.

Chefarzt Reinhard Engel und Gordon Schubert als pflegerischer Leiter zeichnen dafür verantwortlich. Das gehe mit der Krankenhausplanung des Landes Brandenburg einher und sei zeitgemäß, heißt es vom Unternehmen. In der Kur- und Kreisstadt gibt es dann formell lediglich noch das Zentrum für Chirurgie und das Zentrum für Innere Medizin. Immerhin: Personal muss wegen dieser Veränderung nicht entlassen werden. Ganz im Gegenteil. „Schwestern, die ausschließlich auf einer Station eingesetzt werden, gibt es schon lange nicht mehr“, erklärt Beate Zandtke. Von den Kollegen werde vielmehr Flexibilität erwartet, so die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung.

Doch im Hohen Fläming wächst nun die Sorge, dass ein weiterer Teil des Leistungsspektrums am gepriesen Standort der Grundversorgung abgebaut wird. Das war schon im Frühjahr als die logische Folge der Schließung des hiesigen Kreißsaals erwartet worden, weil ein wesentliches Tätigkeitsfeld der Fachärzte entfällt. Seinerzeit war das von kaufmännischer und medizinischer Leitung abgestritten und speziell auf die Kompetenz von Alexander Kletsel verwiesen worden. Der Chefarzt gilt als erfahren in der Beckenbodenchirurgie sowie der operativen Gynäkologie mit Fokus auf minimal-invasive Chirurgie.

Insgesamt 160 Betten

Das zum Klinikum Ernst von Bergmann mit Hauptsitz in Potsdam gehörende Krankenhaus Bad Belzig soll ein Standort der medizinischen Grundversorgung sein. Mit 25,1 Prozent der Anteile ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark der Minderheitsgesellschafter.

Die Einrichtung hat insgesamt 160 Betten. 19 davon wurden zu Jahresbeginn der Klinik für Frauenheilkunde unter Leitung von Chefarzt Alexander Kletsel zugerechnet.

Zum 1. April dieses Jahres der Kreißsaal geschlossen worden, weil 2014 lediglich 185 Jungen und Mädchen dort geboren wurden. Spätestens seit der Bestätigung der Entscheidung im Juni gilt die stationäre Gynäkologie als gefährdet.

Tatsächlich zeichnet sich indes ab, dass die langjährige Stationschefin dem Krankenhaus zum Jahreswechsel den Rücken kehrt. Gudrun Schwerdfeger wird dem Vernehmen nach die Praxis von Hans-Joachim Helming, der in den Ruhestand gewechselt ist, als Angestellte des Medizinischen Versorgungszentrums Brandenburg an der Havel übernehmen. Die weiterhin enge Kooperation, mit der allseits geschätzten Ärztin, die vom Ernst-von-Bergmann-Klinikum bereits propagiert wird, ist jedoch noch nicht ausgehandelt.

Wohl aber soll Annett Garuruder-Burmeister wöchentlich in Bad Belzig operieren. Als Spezialistin der Beckenbodenchirurgie könne die Chefärztin aus Potsdam nicht nur diesen Teilbereich für die überregionale Versorgung stärken, sondern mit ihr die fachärztliche Krankenversorgung für Frauen auf dem Lande ausgebaut werden, wird gegenüber der MAZ ausgeführt. Doch bleiben Zweifel, ob beispielsweise die gynäkologische Akutversorgung gesichert ist oder Frauen bei entsprechenden Problem gleich andere Häuser ansteuern müssen.

Intern hat die Chefetage wohl nicht die nach außen demonstrierte Gewissheit. Der niedergelassenen Gynäkologin Karolin Fahlke ist jedenfalls ein anderslautendes Schreiben geschickt worden. Darin teilt das Krankenhaus mit, dass die bisher übliche ärztliche Versorgung der von ihr operierten Patientinnen auf der Station in Bad Belzig ab 2016 nicht mehr zu gewährleisten sei.

Von René Gaffron

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